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Mehr als „nur“ Motorrad fahren

Mehr als „nur“ Motorrad fahren

Die Teilnehmerzahl steigt Jahr für Jahr: Das Gespannreffen in Kirkel erfreut sich großer Beliebtheit. 38 Teilnehmer aus ganz Süddeutschland kamen in die Burggemeinde. Höhepunkt des Wochenendes war die große Ausfahrt am Samstag.

Ein Motorrad zu fahren ist eine Sache, ein Gespann durch den Verkehr zu lenken, eine ganz andere. Davon konnte man sich am vergangenen Wochenende beim dritten Gespanntreffen der Motorradfreunde Kirkel überzeugen. 38 Zweiräder samt Beiwagen hatten aus ganz Süddeutschland den Weg zum Caravanplatz gefunden, Höhepunkt des Wochenendes war eine große Ausfahrt am Samstagnachmittag.

Bevor es auf die Strecke ging, gaben Martin Jacob und Manfred Binkle von den Motorradfreunden gerne Einblick in die Faszination des Gespannfahrens. "Das ist eine ganz andere Welt. Und man muss das Fahren mit einem Beiwagen wirklich lernen. Man kann nicht einfach sagen: Ich fahre schon 20 Jahre ein normales Motorrad und steige dann direkt um auf ein Gespann und kann das dann auch direkt", verdeutlichte Binkle. "Es ist ein ganz anderes Fahren, gerade in den Kurven. Denn ruck-zuck hängt der Beiwagen in der Luft." Es gehe so auch nicht um Geschwindigkeit, sondern um den Genuss. Den aber, so Binkle, müsse man sich schon erarbeiten, "man wird mehr gefordert".

Auf die Idee, dieser Leidenschaft im Kreis Gleichgesinnter zu frönen und deswegen ein Gespanntreffen zu organisieren, seien die Motorradfreunde vor drei Jahren gekommen, erinnerte sich Martin Jacob. "Es gibt im Umkreis sehr viele Gespannfahrer. Aber damals hat man sich einfach nicht gekannt. Deswegen kam der Entschluss, ein solches Treffen zur organisieren. Die Resonanz war super. Beim ersten Gespanntreffen vor drei Jahren waren 17 Teilnehmer da, ein Jahr später waren es schon 28. Und in diesem Jahr sind es 38. Wir haben also immer eine Steigerung." Verbunden mit der Veranstaltung sei auch ein guter Zweck. So gebe man die Einnahmen aus dem Wochenend-Treffen mit Camping an die Elterninitiative krebskranker Kinder weiter, Jacob: "Im vergangenen Jahr konnten wir 1500 Euro spenden."

Wer sich am Wochenende auf dem Caravanplatz ganz ohne eigene Maschine einfach mal die Motorrad-Gespanne aus der Nähe anschaute, der bekam einen nahezu perfekten Überblick über den aktuellen Stand der Technik und einen guten Einblick in die Vergangenheit dieser besonderen Fahrzeuge. Große und hubraumstarke BMWs aus aktueller Fertigung mit Seitenwagen, fast so groß wie Kleinwagen , reihten sich an altehrwürdige Maschinen wie die Moto Guzzi von Peter Bergmann aus der Nähe von Saarlouis. 33 Jahre fahre er schon Gespann, seine Moto Guzzi sei 38 Jahre alt "und seit 30 Jahren ist diese Maschine in meinem Besitz", erzählte der erfahrene Gespannfahrer, der seine Leidenschaft für die italienische Motorrad-Schmiede mit Binkle und Jacob teilt. Auch deren Maschinen zeigten klassisch-schöne Fertigungskunst aus Italien und waren schon zum Anschauen eine wahre Pracht.

Ihre Premiere im Beiwagen feierte am Samstag Edith Hemmerling, sie hatte sich dazu entschlossen, im Gespann von Martin Jacob an der großen Ausfahrt teilzunehmen. Gefragt, wie die Pulslage sei, gab sich Hemmerling entspannt, "ganz normal". Überreden habe man sie auch nicht müssen. Und Manfred Binkle zeigte sich sicher, dass Edith Hemmerling ihre Tour nicht bereuen werde. "Wir haben eigentlich immer nur gute Rückmeldungen von Leuten, die zum ersten Mal im Gespann mitfahren."