"Maria, ihm schmeckt's doch"

Kirkel-Neuhäusel

Kirkel-Neuhäusel. Ein bisschen Dolce Vita, ein bisschen italienische Klassik, eine gute Portion literarischer Betrachtung deutsch-italenischer Befindlichkeiten und ein opulentes Fünf-Gänge-Menü in den Farben Grün, Weiß und Rot: Für ihr nun drittes literarisches Menü, eine Reise durch die Geschichte und Kultur Italiens, hatten sich der evangelische Kirchenbauverein Kirkel mit Karl-Friedrich Strohmaier an der Spitze und die Hobby-Köche der Bruzzler einiges einfallen lassen (wir berichteten).

Einen ganzen Abend lang drehte sich am vergangenen Samstag im Jochen-Klepper-Haus alles um Bella Italia. Für den Gaumen gab es allerlei Leckeres, angefangen bei "Bruscata, dann einen Antipasti-Teller, danach stehen hausgemachte Ravioli in drei Variationen auf dem Plan. "Als Hauptgericht servieren wir eine Ossobuco à la Milanese, dann gibt es italienischen Käse und zum Abschluss eine Süßspeise", verriet Bruzzler-Organisationsleiter Manfred Wentz vor Beginn des lukulischen Reigens. Die Virtuosen der guten Küche hatten schon zur Mitte der Woche damit angefangen, den Abend vorzubereiten. Mit größter Sorgfalt wurden alle Zutaten in Form gebracht. Vom Miracoli-Faktor der schnellen Küche zeigten sich die Vorbereitungen dabei weit entfernt. Allein 14 Handgriffe in der Anrichte benötigte der Vorspeisenteller. Die größte Herausforderung für die Bruzzler: Die Ravioli. "Das war mit Sicherheit, mit Blick auf die Zahl der Gäste, die größte Arbeit", verriet Manfred Wentz.

Dem Menü setzten Pfarrer Florian Geith, dessen Ehefrau Sabine und Oliver Rieke in Sachen Literatur nicht weniger Geschmackvolles entgegen. Neben einem Auszug aus dem bestens bekannten Werk "Maria, ihm schmeckt's nicht" von Jan Weiler, inzwischen schon auf Zelluloid gebannt, gab es noch reichlich mehr Italien in Zeilen. Florian Geith: "Wir lesen aus einem Buch von Stefan Ulrich, der mit seiner Familie nach Rom gezogen ist. Von Stefan Klein gibt es einen Auszug aus dem Dialog eines Zeitreisenden mit dem Erfinder und Maler Leonardo Da Vinci." Die drei Vorleser des Abends servierten auch Häppchen aus "Tausend Tage in der Toskana" von Marlena de Blasi und nahmen die zahlreichen Gäste mit auf eine Etappe des "Spaziergangs von Rostock nach Syrakus" von Friedrich Christian Delius.

"Wir haben die Auswahl an Literatur auf den heutigen Abend genau abgestimmt. Unser Schwerpunkt ist dabei der Blick der Deutschen auf Italien, welchen Sichtweisen gibt es, welche Sehnsüchte. Nach dieser Vorgabe haben wir die fünf Werke rausgesucht", erläuterte Florian Geith die Auswahl des literarischen Anteils im Zeichen Italiens. Und da bekannter Maßen aller guten Dinge drei sind, sorgten Katharina Ginkel an der Geige und ihr Bruder Rick-Henry an der Gitarre mit einer bekömmlichen Auswahl italienischer Klassiker, so mit Stücken von Paganini, Vivaldi und Fiocco, für eine dritte Dimension italienischen Wohlbefindens.

"Unser literarischer Schwerpunkt ist der Blick der Deutschen auf Italien."

Florian Geith