Kerb: Limbach, der Verkehr und das „Beeder Meer“

Kerb : Limbach, der Verkehr und das „Beeder Meer“

Zünftig gefeiert wurde bei der Limbacher Kerb. Der neue Kerweparrer Dennis Quarz lieferte mit seiner Kerweredd einen guten Einstand ab.

Von Samstag an hat die Kerb das Dorf auf Trab gehalten, der amtliche Vierklang: Kerwetanz am Samstagabend mit X-Pression, Kerweredd am Sonntagnachmittag mit dem neuen Kerweparrer Dennis Quarz, weiterfeiern durch den ganzen Montag hindurch und am Dienstagnachmittag „Hammelausdanze“ vor der Limbacher Mühle.

Mit einiger Spannung durfte man vor allem die Premiere von Dennis Quarz erwarten, stand der doch zum ersten Mal bei der Kerweredd auf der hohen Leiter auf dem Schulhof der Gemeinschaftsschule in Limbach. Die äußeren Bedingungen für die traditionellen Höhepunkt waren dabei alles andere als brillant – aber trotz Herbstkälte, Herbstregen und Herbstdunkelheit waren es wieder richtig, richtig viele Gäste, die dem humorvollen Rückblick ins vergangenen Jahr folgen wollten. Quarz präsentierte natürlich viele kleine Geschichten, die nur für echte Limbacher wirklich Sinn machten – sparte aber auch nicht an großen Themen. Ziemlich vorne stand dabei natürlich die aktuelle Klimadebatte. „Vielleicht kenne ihr es nimmie häre, aber das Thema betrifft a uns in der Biosphäre. Wenn die Temperture steie unn die Gletscher schmelze, brauche ma für nach Altstadt zu komme in Zukunft Stelze.“ Und weiter: „Und wenn das Biotop bis an de Rand überflutet wär, dann wär direkt kurz vor Beede das bleede Meer.“ Weltweit gingen derzeit freitags die jungen Menschen für den Klimaschutz auf die „Stros. Auch uns is das wichtig, wir schwätze driwer, Freitagowends – bei nem Moß.“

Ohne Zweifel, Limbachs neue Kerweparrer Dennis Quarz lieferte einen wirklich guten Einstieg, seine Straußbuwe und Straußmäde hatte er bestens „im Griff“ - und auch das Publikum auf dem Schulhof hatte seinen Heiden-Spaß. So auch, als Quarz den alten Limbacher Bahnhof und sein gegenwärtiges Erscheinungsbild samt Eigentümer aufs Korn nahm. „Die Geschicht vom Limbacher Bahnhof, ihr Leit, do muss ich weit zurück in e verganginie Zeit. Denn domols, un das ist richtig, war unser Bahnhof äußerst wichtig.“ Mit der Zeit sei der Bahnhof ziemlich in die Jahre gekommen, „doch dann hat ihn zum Glück de Fitsch übernomm!“ Für alle Nicht-Limbacher: Besagter „Fitsch“ hatte den alten Limbacher Bahnhof vor einiger Zeit gekauft. „Deshalb geht es heute wieder uffwärts mit dem historischen Gebäude. Schritt für Schritt hat de Fitsch den umgestaltet – in en Zustand, wo sei besonnerie Ordnung waltet. Er nennt denne Prozess uf Neideitsch Konversion – und melds gleich an bei der Unser-Dorf-soll-schöner-werden-Aktion. Doch er wartet seit Johre schon auff die Ehrung durch den Frank John.“

Dennis Quarz ließ natürlich auch die politischen Wirrungen um den früheren ersten Beigeordneten nicht unerwähnt. Und auch Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher fand sich in in der Rede des neuen Kerweparrers. Eben Limbacher attestierte Dennis Quarz durchaus journalistisches Geschick bei seinen Beiträgen im amtlichen Bekanntmachungsblatt, „awer ab uns zu gibt’s a mol Kritik.“ Vor allem Limbachers Beschreibung der „Verkehrssituation“ im Ort nahm Quarz aufs Korn, hatte der Ortsvorsteher, so Quarz, doch geschrieben: „Die Limbacher gehe raus vor die Där – und schon mache se dort ihren Verkehr. Die Limbacher hann iwer diesen Beitrag herzlich gelacht – an denne andere Aspekt hat de Max net gedacht. Unser Ortsvorsteher heest zwar Limbacher, awer ens wäs er net: Die richtige Limbacher mache ihr Kinner im Bett! Drum sag ichs nochmal ganz laut: Limbach ist halt verkehrsgünstig gebaut!“ Das gab Jubelgegröle auf dem ganzen Schulhof.

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