Leibrock hält Koppelung für Erpressung

Kirkel-Neuhäusel · "Jetzt kommen überwunden geglaubte Schwierigkeiten wieder auf den Tisch" - so lautet die Reaktion der Kirkeler Grünen auf die SPD-Pläne, weitere Anteile an den Gemeindewerken an andere Energieunternehmen abzugeben und damit sowohl Gewinne als auch Mitsprache zu verlieren.

"Da wurden die Kirkeler Genossen, die bei der Übernahme des Gasnetzes vor zwei Jahren noch die Stärkung der eigenen Gemeindewerke mitgetragen haben, von der Parteizentrale im Saarbrücker Wirtschaftsministerium zurückgepfiffen. "Warum sonst sollten sie ohne Not ihre Position im Aufsichtsrat weiter schwächen", so Fraktionssprecher Axel Leibrock in einer Pressemitteilung. "Überall in Deutschland kaufen Städte und Gemeinden ihre übereilt verramschten Werksbetriebe wieder zurück, und jetzt soll hier auf Druck der Landes-SPD der gegenteilige Weg eingeschlagen werden". Die Fraktion der Grünen im Gemeinderat halte die gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, nur in großen Verbünden könnten günstige Konditionen für die Verbraucher erzielt werden, für falsch. Tatsächlich seien die kleinen Anbieter vor Ort mit direktem Kontakt zu den Kunden den Großen ein Dorn im Auge, weil sie ihnen "den Rahm abschöpfen".

Die Koppelung der möglichen Ansiedelung eines Teils von Energis im Praktikergebäude bei gleichzeitiger Übernahme von Anteilen an den Kirkeler Gemeindewerken bezeichnet Leibrock als "Erpressung ". Dass Energis einen Teil des leer stehenden Gebäudes beziehen soll, sei allein der Tatsache geschuldet, dass das Land endlich eine Nutzung für die überteuert gekaufte Immobilie haben wolle, vermutet der Grüne.

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