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Kuschelstimmung beim Burg-Open-Air

Kuschelstimmung beim Burg-Open-Air

Wie vielerorts, ist das nasskalte Wetter am Samstag auch Thema in Kirkel gewesen. Doch während man sich woanders darauf einstellen konnte, ist es beim Burg-Open-Air nicht so einfach. Drum blieben wohl manche fern. Die Künstler spielten trotzdem.

"Seid froh, es könnte ja auch schneien!" Liedermacher Rainer Rodin kommentierte seinen regen-geschwängerten Auftritt beim Burg-Open-Air auf der Kirkeler Burg mit genau dem lakonischen Humor, den man per jahrzehntelanger Bühnenerfahrung wohl einfach gewinnt. Dabei hätten sowohl Publikum als auch Musiker und Veranstalter genug Grund gehabt, ausgiebig aufs Wetter zu fluchen: Ein halbe Stunde vor Konzertbeginn goss es buchstäblich in Strömen, ein wahrer Wolkenbruch ging über der Burg nieder. Als Rainer Rodin dann pünktlich um 19.30 Uhr in die Saiten seiner Gitarre griff, war dieser Regen zwar vorüber, doch hatte es merklich abgekühlt. Und es blieb gefühlt nasskalt im Handwerkerdorf.

Diese Rahmenbedingungen begründeten dann auch, warum der große Besucheransturm am Samstagabend ausblieb. Doch ins Wasser fiel das Konzert mit Rainer Rodin als Opener und dem Duo Matthias Brill und Thomas Färber im zweiten Teil des Abends trotzdem bei weitem nicht. Die, die sich trotz des Fast-November-Wetters in Richtung Burg aufgemacht hatten, "kuschelten" sich auf Bänken und an Tischen in der Bäckerei des Handwerkerdorfs zusammen, die Künstler selbst waren ebenfalls regen-geschützt gerade gegenüber untergebracht. Und das führte zu einem im besten Sinne gemütlichen Konzert.

So musste Dominik Hochlenert vom Amt für Kultur und Tourismus der Gemeinde Kirkel als Veranstalter sein Gesicht auch nicht in Sorgenfalten legen - gleichwohl bei echtem August-Wetter mit Sicherheit mehr Menschen der erneuten Auflage des Open-Air gefrönt hätten. Doch es war eben so, wie es war. Und Hochlenert nahm's gelassen. Und das schon zu einem Zeitpunkt, als der besagte Wolkenbruch alle Anstrengungen zu Nichte zu machen schien. "Natürlich ist es schade. Denn der Aufwand ist für drei Gäste genauso hoch wie für 300. Aber wir haben alles wetterfest umgebaut, haben den Standort der Bühne verlegt. Damit sitzen Musiker und Gäste alle im Trockenen." So war sich Hochlenert sicher, "dass da eine schöne Veranstaltung wird, wenn auch kleiner als in den vergangenen Jahren". Über eine Absage habe man nicht wirklich nachgedacht, "das wäre aus unserer Sicht einfach nicht professionell. Schon immer laufen die Veranstaltungen auf der Kirkeler Burg bei jedem Wetter". Und vor Beginn des Konzertes konnte Hochlenert sich, den Musikern und den Gästen immerhin Hoffnung machen. "Ich haben heute Morgen schon mit dem Deutschen Wetterdienst telefoniert. Und da wurde mitgeteilt, dass es gegen Ende des Abends trocken wird", lachte Hochlehnert. Dem Wetter entgegen stellten sich am Samstag Rainer Rodin und das Duo Brill/Färber mit echter Liedermacher-Kunst. Getragen nur von akustischen Gitarren gab es Stimmungsvolles zu hören, von Reinhard May bis zu Irish Folk. Und natürlich durfte ein Lied an diesem ganz besonderen "Hochsommer-Tag" nicht fehlen: "Als ich heute Morgen aus dem Fenster geschaut habe, da war mir klar, dass wir dieses Lied heute Abend spielen werde", erzählte Thomas Färber, bevor er zusammen mit Matthias Brill den wohl treffendsten Song des Open-Airs spielte: "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" - und das, während eine beeindruckende Herbstnebelwand langsam über dem Kirkeler Wald aufstieg und so genau diese Frage noch ein bisschen eindringlicher machte.