Künstler Max Grand-Montagne stellt in Homburg aus

Ausstellung : Nichts ohne mein rotes Quadrat

Der Künstler Max G. Grand-Montagne hat nach über zehn Jahren in Homburg ab 20. Mai wieder eine Ausstellung im Saalbau mit experimentellen Druck-Unikaten, „Interaction“ genannt. Auch Lindenholz-Skulpturen sind dabei.

Er habe noch keinen gefunden, „der so malt wie ich“, sagt der Künstler und Kunstlehrer Max G. Grand-Montagne. Was auch erstaunlich wäre, denn die spezielle Technik, die Grand-Montagne bei seinen komplizierten Holzdrucken verwendet, ist sein Markenzeichen und bleibt in letzter Konsequenz auch sein Geheimnis.

Nur so viel sei gesagt: er benutzt zähe Offsetfarben, mit denen er die Motive aufträgt und dann mit einer schweren Kniehebelpresse auf Büttenpapier oder Forex-Platten presst. Heraus kommen Kompositionen, die auch für den Künstler immer wieder spannend sind, „denn ich weiß vor dem Abziehen meiner Blätter nie so genau, was am Ende wirklich rauskommt. Das ist das Spannende an dieser Arbeit.“ Seine Farben sind derzeit bevorzugt ein knalliges Rot, schwarz und weiß.

Verschieden große Quadrate in einem leuchtenden „Grand-Montagne-Rot“ tauchen auf fast allen Bildern auf, um den schwingenden oder fallenden schwarzen Linien Halt im Raum zu geben. „Das kleine rote Quadrat hat sich in den letzten Jahren zum Markenzeichen Grand-Montagnes entwickelt“, betont die Kunsthistorikerin Françoise Mathis-Sandmaier, die vor der Eröffnung die Position der Kunstwerke im Raum mit dem Künstler besprach. Auch wenn Grand-Montagnes Arbeiten seine künstlerischen Eigenleistungen bleiben, so steht seine „konkret-minimalistische Kunst“, wie sie offiziell heißt, doch nicht im luftleeren Raum, sondern greift „auf univserselle Formen zurück“, wie er betont.

Die neueren Schwarz-weiß-rot-Drucke wirken auf den ersten Blick wie asiatische Schriftzeichen. Bei näherer Betrachtung haben sie jedoch eher Ähnlichkeit mit Kandinskys und Mirós künstlerischen Versuchen, die Schwerkraft aufzulösen oder die Erde mit simplen Formen wie Linien, Kreise und Vierecke, in ein Gleichgewicht zu bringen.

Wie findet Grand-Montagne seine Motive? „Ich stelle mir mein Paradies vor und gehe hinein“, sagt er. Das trifft vor allem auf die zarten, grau-weißen Kompositionen zu, die „wie eine fremde, aber doch für jeden Betrachter zugängliche Sprache aus einer anderen Sphäre auf uns wirken“, erläutert Françoise Mathis-Sandmaier.

Neben Bildern hat Max G. Grand-Montagne auch sieben Skulpturen aus Lindenholz mitgebracht, die die Ausstellung bereichern. Alle sind tiefschwarz, Grand-Montagne hat sie zuvor in chinesische Tinte getaucht. „Es ist ein Baum aus dem Wald, den ich Stück für Stück zu Kunst verarbeite“, sagt der in St. Ingbert wohnende Künstler. Die Ausstellung in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau wird am Montag, 20. Mai, um 18.30 Uhr eröffnet. Die Begrü­ßungs­worte spricht der Kulturbeigeordnete Raimund Konrad. In die Werk­schau führt die Kurato­rin Françoise Mathis-Sandmaier ein. Der Künstler ist anwe­send. Der Ein­tritt ist frei.

Geöffnet ist die Ausstellung von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 15.30 bis 17 Uhr sowie vor dem Ringmasters-und-Belcirque-Konzert am Mittwoch, 29. Mai, von 19.15 bis 20 Uhr und vor dem Meisterkonzert am Donnerstag, 4. Juni, von 18.45 bis 19.30 Uhr.

Der Eintritt ist frei. Der Künstler ist an den Wochenenden von 15.30 Uhr bis 17 Uhr in der Galerie anzutreffen, ebenso vor den Konzerten.

Individuelle Führungen sowie Führungen von Schulklassen sind auf Anfrage möglich unter Tel.: (0 68 94) 72 72 bzw. per Mail unter max.grand-montagne@t-online

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