Gesundheitsmanagement der Gemeinde Kirkel: Knackige Äpfel für den Arbeitsplatz

Gesundheitsmanagement der Gemeinde Kirkel : Knackige Äpfel für den Arbeitsplatz

In der Kirkeler Gemeindeverwaltung fängt das aktive Gesundheitsmanagement mit vielen Vitaminen an.

Wenn man dieser Tage einen Blick in die Besprechungsräume der Gemeindeverwaltung Kirkel wirft, dann fallen einem direkt bunte Obstkörbe ins Auge. Die sind nicht die Reste einer Geburtstagsfeier, sondern sichtbares Zeichen für ein aktives Gesundheitsmanagement innerhalb der Verwaltung: gesund lebt, wer gesund isst. So gehört kostenloses Obst inzwischen zum Alltag im Rathaus.

Solche Offerten, aber auch viele andere Angebote für eine gesundes Leben — sowohl für die Verwaltung, aber auch vor allem für die Kirkeler Bevölkerung — haben in der Burggemeinde fast schon Tradition. Wolfgang Steiner, Leiter des Sozialbüros der Gemeinde: „Seit fünf Jahren gibt es die Projektgemeinschaft ‚Das Saarland lebt gesund‘. Dort haben sich Kommunen in einem Netzwerk zusammengeschlossen, um kommunale Gesundheitsförderung zu betreiben. Aus dieser Projektpartnerschaft heraus hat Gemeinde Kirkel vor drei Jahren ein konkretes Programm entwickelt, um vor Ort eben diese Gesundheitsförderung, aber auch die entsprechende Vorsorge, zu realisieren.“ Dazu habe man mit Melina Hanyßek eine studentische Hilfskraft eingestellt. „Diese Stelle teilen wir uns mit dem Saarpfalz-Kreis, das ist auch in dieser Form ein Novum.“ Grund für diese gemeinsame Personalisierung sei schlicht, „dass wir als Gemeinde zu klein sind, um so etwas alleine zu stemmen.“

Unterstützung und Zustimmung habe man auch sofort von  Bürgermeister Frank John erhalten, ebenso vom Sozialausschuss und vom Gemeinderat. Steiner: „Und dann haben wir ganz gezielt bei uns vor Ort entsprechende Ideen entwickelt. Wir haben uns dann für zwei Sparten entschieden, das eine ist die gemeindliche Ebene, das andere die innerbetriebliche, wir agieren also extern und intern.“ Ein Lenkungsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitern sei gebildet worden, ein Umfrage unter der Beschäftigten, sowohl Verwaltung als auch Betriebshof, habe ermittelt, was tatsächlich von der Belegschaft nachgefragt sei. „Auf Basis dieser Befragung haben wir dann einen Gesundheitstag veranstaltet, bei dem sich unterschiedliche Anbieter mit ihren Programmen im Bereich Gesundheit und Prävention unseren Mitarbeitern präsentieren konnten.“ Auch Ernährungsworkshops habe man veranstaltet, Thema: gesunde Ernährung am Arbeitsplatz. Steiner: „Dort waren dann auch Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes mit vor Ort.“

Und eines dieser Ergebnisse dieser Workshops seien eben die Obstkörbe, die regelmäßig seitens der Verwaltung für die eigenen Mitarbeiter bereitgestellt würden. „Das wird riesig nachgefragt, die Körbe sind schneller leer, als wir sie nachfüllen können.“

Für die Kirkeler Bevölkerung arbeite man, als Beispiel genannt,  eng mit dem Seniorenbeirat der Gemeinde zusammen, hier habe man erst kürzlich für Senioren eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Schlafstörungen“ angeboten, auch hier sei die Nachfrage, so Steiner, ausgesprochen groß gewesen, „das war ganz toll“. Ebenfalls pflege man Projektpartnerschaften mit den Kindergärten vor Ort, „und jetzt, ganz neu, auch mit einem privaten Fitness-Anbieter.“ Für all dieses Engagement in Sachen Gesundheitsmanagement sei Kirkel zwischenzeitlich zweimal ausgezeichnet worden, einmal seitens des Sozialministerium (wir berichteten), einmal durch die AOK. Bei allem eigenen Einsatz sei man aber auch Mittler, wenn es darum gehe, Angebote Dritter für ein gesundes Leben den Kirkelern nahe zu bringen. So arbeite man eng mit dem Saarpfalz-Kreis, dort mit dem Gesundheitsamt, zusammen. „Wir veranstalten also nicht nur selbst, sondern vermitteln auch Angebote – auch das ist eine klassische Aufgabe der Gesundheitsförderung: Informationen weitergeben.“

Eben Informationen über Möglichkeiten im Gesundheitsmanagement und der Vorsorge hole man sich aber auch bei den Kommunen, die wie Kirkel selbst schon seit einiger Zeit in diesem Zukunftsfeld aktiv seien – so bei Treffen einer entsprechenden saarland-übergreifenden Lenkungsgruppe. „Wir müssen ja das Rad nicht neu erfinden.“

Finanziert würden die Maßnahmen, erläuterte Wolfgang Steiner, zu einem durch Mittel aus dem Gemeindehaushalt, zum anderen auch durch Gelder von den Krankenkassen – auf Basis des 2015 verabschiedeten „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ des Bundes. Dessen Umsetzung sei zwar im Saarland noch in der Schwebe, doch sei es jetzt schon möglich, dort Mittel zu akquirieren. „Und hier sind die Kommunen im Vorteil, die im Bereich des Gesundheitsmanagements schon seit einiger Zeit aktiv sind.“