| 11:09 Uhr

Naturschutzbund
Naturschützer verhindern erneutes „Kröten-Massaker“

 Jede Menge gerettete Kröten und ein Frosch (links) im Marxweiher im Taubental. Fast 5000 verhalfen die Naturschützer durch einen Schutzzaun zur Fortpflanzung.
Jede Menge gerettete Kröten und ein Frosch (links) im Marxweiher im Taubental. Fast 5000 verhalfen die Naturschützer durch einen Schutzzaun zur Fortpflanzung. FOTO: Marion Geib/Naturschutzbund Altstadt
Altstadt. Nachdem 2017 Hunderte Tiere im Taubental tot gefahren wurden, stellte der Nabu einen Schutzzaun auf – mit großem Erfolg. Von Martin Baus

„4765 Erdkröten, 1159 Molche, 80 Frösche – also 6004 Tiere sind uns in diesem Frühjahr ins Netz gegangen“: Die Bilanz, die Dieter Geib für den Altstadter Naturschutzbund in Sachen Amphibienrettung zog, übertraf alle Erwartungen. Mehr als vier Wochen war die neuralgische Strecke im Kirkeler Wald kontrolliert worden. Tag für Tag hatte das gute Dutzend Helfer frühmorgens den Schutzzaun im Taubental in Augenschein zu nehmen, manchmal war damit schweißtreibende Arbeit verbunden. Am 16. März beispielsweise, einem Samstag, bei milden Temperaturen und feuchter Witterung, waren allein fast 1000 Tiere aus den am Wegesrand ebenerdig eingegrabenen Eimern zu holen, zu bestimmen und zum sicheren Laichgewässer zu tragen.


Obwohl der asphaltierte Waldweg im Taubental für Autos verbotenes Terrain ist, hatte im Frühjahr 2017 ein regelrechtes „Massaker‟ auf recht kurzer Strecke stattgefunden. Mehrere Hundert Tiere waren an einem einzigen Abend der Krötenwanderung unter die Räder gekommen, und es hatte den Anschein, als ob ganz gezielt hin und her gefahren worden sei. Spaziergänger hatten deswegen den Altstadter Umweltverband alarmiert.

In einer konzertierten Aktion mit der Nabu-Ortsgruppe Blieskastel und Helfern aus Homburg sowie der saarländischen Naturwacht war auf einer wenige hundert Meter langen Strecke ein Schutzzaun installiert und über zwei Dutzend Eimer vergraben worden. Auch große Hinweisschilder wurden aufgestellt, die Autofahrer und Passanten auf die Laichwanderung aufmerksam machen sollten. Zu organisieren war der Helferdienst: Fünf Wochen lang, von Ende Februar an, standen jeden Morgen mindestens zwei Helfer Gewehr bei Fuß, um Hand an die Kröten zu legen und sie über die Straße zu bringen.



„Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der von uns aufgegriffenen Tiere um sage und schreibe 50 Prozent erhöht‟, resümierte Dieter Geib weiter. 2018 waren es 3259 Kröten, Molche und Frösche gewesen. Insbesondere bei den Erdkröten gab es explosionsartigen Zuwachs: „Bei der jetzt abgeschlossenen Aktion waren 4765 Exemplaren erfasst worden – 2000 mehr als im Vorjahr. Die Tiere wandern übrigens in Richtung jenes Gewässers, in dem sie selbst geboren wurden. „In diesem Fall ist das der Marxweiher, der auf Wörschweiler Gemarkung liegt“, skizziert Geib die komplizierten geographischen Verhältnisse. Der Wald, in dem die Amphibien den Rest des Jahres zubringen, gehört zu Bierbach, und auch die Limbacher Gemarkung grenzt unmittelbar an. Von daher sei es nur folgerichtig, wenn Umweltschützer aus allen drei Gemeinden bei der Rettung mitmachen.