Kirkeler Fahrradgipfel feiert Premiere

Bürgerveranstaltung : Kirkel will fahrradfreundlicher werden

Die Gemeinde lädt heute, 19.30 Uhr, zum „1.Kirkeler Fahrradgipfel“ ein. Das Ziel: das „Münster des Saarlandes“ werden.

() München versuchte acht Jahre lang, „Radlhauptstadt“ zu sein, Bonn will 2020 „Fahrradhauptstadt“ werden – für immer mehr Städte ist es nicht nur des Klimas, sondern auch des Prestiges wegen wichtig, für Fahrradfahrer geeignet zu sein. Beispielsweise mit zugehörigen Wegen, einer entsprechenden Verkehrsführung und so weiter. Eine deutsche Stadt, die das auch seit Jahren vorbildlich macht und mehrfach etwa mit dem Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) dafür ausgezeichnet wurde, ist die „Fahrradstadt“ Münster.

Auf ihren Spuren möchte auch Kirkel jetzt wandeln. „Kirkel ist von seiner Lage sehr gut zum Radfahren geeignet und hat das Zeug dazu, das ‚Münster des Saarlandes‘ zu werden“, schreibt Bürgermeister Frank John (SPD) – und lädt für heute, 9. April, 18.30 Uhr in den Ratssaal zum „1. Kirkeler Fahrradgipfel“ ein.

Den Hintergrund dieser Aktion füttert er mit reichlich Zahlen aus dem Radverkehrsplan des Saarlandes 2011: Der Radverkehr habe im Bundesgebiet von 2002 auf 2008 seinen Verkehrsanteil von neun auf zehn Prozent erhöht, die Zahl der mit dem Rad zurückgelegten Wege habe stärker als bei anderen Verkehrsmitteln sogar um 17 Prozent zugenommen.

Im Saarland allerdings sei im gleichen Zeitraum der Radverkehr von einer ohnehin bereits niedrigen Ausgangslage von drei auf zwei Prozent sogar zurückgegangen. Dies sei einerseits mit der besonderen Topografie des Saarlandes zu erklären, zeige aber anderseits, dass zur Verbesserung der Situation insbesondere im Alltagsradverkehr noch erhebliche Anstrengungen notwendig seien, um auf das Niveau anderer Bundesländer mit ähnlicher Topografie zu kommen. Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg oder Hessen mit sechs bis acht Prozent Verkehrsanteil werden dort als Beispiele angeführt.

„Obwohl die Bedingungen zum Fahrradfahren in der Gemeinde schon gut entwickelt sind, besteht auch bei uns Verbesserungsbedarf für den Radverkehr“, schreibt John weiter. So fehlten etwa Radwege, Beschilderungen, Fahrradabstellanlagen und Ladestationen für E-Bikes. Außerdem gebe es gefährliche Stellen, an denen sich der Radverkehr mit dem Auto- und Fußgängerverkehr kreuze. All dies seien Punkte, die man sich genau anschauen und wenn nötig verbessern müsse.

Beim Fahrradgipfel wird der Landesvorsitzende des ADFC, Thomas Fläschner, in einem einleitenden Vortrag beleuchten, wo Kirkel sich bezüglich der Fahrradfreundlichkeit schon heute sehen lassen kann, aber auch, welche Maßnahmen auf den verschiedenen Handlungsfeldern noch zu ergreifen wären, um die Situation zu verbessern. Anschließend sollen alle fahrradfahrenden und interessierten Bürger mitdiskutieren, Mängel benennen oder Verbesserungsvorschläge einbringen. Daher hofft John, dass möglichst viele Interessierte vorbeischauen.

Im Rahmen der Veranstaltung wird es auch Infos zur Kampagne „Stadtradeln Saar 2019“ geben, an der auch die Gemeinde Kirkel teilnimmt.