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Urlaub daheim, SZ-Serie: Kirkel öffnet das Tor zu Kunst und Kultur

Urlaub daheim, SZ-Serie : Kirkel öffnet das Tor zu Kunst und Kultur

Mehr als 30 Fahrten zu Kulturangeboten hat der Heimat- und Verkehrsverein Kirkel seit 2003 organisiert.

Es ist ja nicht so, dass Kirkel keine Kultur zu bieten hätte: Konzerte, Kunsthandwerker-Märkte, Ausstellungen und einiges mehr finden sich übers Jahr hinweg im Kalender. Und auch in der Nähe gibt es in Homburg und Bexbach zahlreiche Angebote. Tatsache ist aber auch: Wer mal einen Picasso, Cézanne oder Matisse im Original aus der Nähe sehen will, der wird das in der Burggemeinde wohl kaum tun können. Genau deswegen bietet der Heimat- und Verkehrsverein Kirkel seit dem Jahr 2003 organisierte Fahrten zu großen Kunstausstellungen, Theateraufführungen und vielerlei anderen Kulturangeboten an.

Konkret verantwortlich für Ziele und die gesamte Organisation im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins ist Lotte Nargang, IHK-zertifizierte Gästeführerin. Die Maßgabe: Kirkeler an die Stätten hochklassiger Kultur zu bringen, „in der Regel mit Tagesfahrten. Der Umkreis geht bis Bonn und Luxemburg, in Frankfurt machen wir viel, auch in Karlsruhe. Eben Ziele, die mit Hin- und Rückfahrt an einem Tag zu erreichen sind“, erklärte Lotte Nargang im Gespräch mit unserer Zeitung. Damit schließe sich, wie Dominik Hochlenert als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins ergänzte, die Lücke zu Kunst- und Kulturveranstaltungen, die so nicht in Kirkel zu realisieren seien. Im Jahr 2003 sei die Idee geboren worden, die Kirkeler zu großer und namhafter Kunst zu bringen – wenn es schon aus vielerlei Gründen nicht möglich ist, die ganz großen Namen nach Kirkel zu bringen.

Ihr jetziges Engagement für Kunst und Kultur im Dienst der Gemeinde begründete Lotte Nargang mit ihrem schon in der Kindheit geweckten Interesse an Musik und Malerei. Diese Leidenschaft nutzt sie jetzt, um dem Verein immer wieder attraktive und hochwertige Ziele vorzuschlagen, so eine Cézanne-Ausstellung, die am 23. November Ziel einer Tagesfahrt nach Karlsruhe wird. Doch für die weitere Zukunft kann sich Nargang auch ganz andere Angebote vorstellen.

„Ich würde gern mal eine Fahrt zu einem spektakulären Konzert in der Luxemburger Philharmonie organisieren, da hätten wir mit Sicherheit jede Menge Teilnehmer.“ Mit den Jahren, so Nargang, habe sich eine „Stammkundschaft“ für die Kulturfahrten gebildet. „Deswegen ist es auch notwendig, dass man sich frühzeitig für ein Angebot anmeldet.“ Denn es sei, wie Dominik Hochlenert erläuterte, gerade bei großen Kulturveranstaltungen nicht möglich, noch kurzfristig Gruppenkarten zu erhalten.

„Da wir als Verein mit einer schwarzen Null rechnen, können wir nicht das Risiko eingehen, auf Verdacht zu viele Karten zu bestellen – die wir dann am Ende nicht zurückgeben können, wenn sie nicht abgerufen werden.“ Deswegen plane man auf Basis von Erfahrungen mit großer Voraussicht.

Mehr als 30 Fahrten hat der Heimat- und Verkehrsverein seit 2003 organisiert, die Ziele waren mal mit Völklingen und der Da-Vinci-Ausstellung in der näheren Umgebung, einmal mit einem Besuch der „West Side Story“ in Bregenz sogar mehrtägig. Aber nicht nur Kunst und Kultur standen in den zurückliegenden Jahren auf dem Plan, schon im ersten Jahr gab es auch eine Fahrt zur Air Base nach Ramstein, samt Tour durch „diese kleine Stadt“, wie sich Nargang erinnert. Eine vergleichbare Fahrt führte auch zum Flughafen nach Frankfurt. Gestartet habe dieses von vielen dankbar angenommene Kulturangebot im Jahr 2003 dabei eigentlich mit Halbtagsfahrten, so Hochlenert. „Mit den Jahren hat sich das dann weiterentwickelt.“

Das Städel-Museum in Frankfurt ist eines der Ziele des  Heimat- und Verkehrsvereins Kirkel. Foto: dpa/Boris Roessler

Mit eben diesen Jahren hätten sich dann die Volksschauspiele Ötigheim, Deutschlands größte Freilichtbühne, zu einem festen Bestandteil der Kulturfahrten entwickelt. „Das ist immer wieder eine tolle Geschichte. Und auch das Städel-Museum in Frankfurt ist eine ‚sichere Bank‘. Man hat halt schon seine Favoriten, die man im Auge hat und bei denen man schaut, was als nächstes auf dem Programm steht – einfach, weil man weiß, dass da Sachen angeboten werden, die wir auch zeigen wollen.“ Gefragt, was unter all den Fahrten ihr persönliches Highlight gewesen sei, muss Lotte Nargang nicht lange überlegen: „Picasso in Schwäbisch Hall im vergangenen Jahr.“