Jugendpfleger geben wertvolle Tipps zur Suchtvorbeugung

Jugendpfleger geben wertvolle Tipps zur Suchtvorbeugung

Kirkel. Saufen bis der Arzt kommt? Am Mittwochabend fand um 18.30 Uhr in den Räumen der Firma Maas Arts in Limbach eine Veranstaltung zum Thema Alkohol und Jugendliche statt. Die Frage war auch, ob Alkoholexzesse unter Kindern und Jugendlichen zunehmen

Kirkel. Saufen bis der Arzt kommt? Am Mittwochabend fand um 18.30 Uhr in den Räumen der Firma Maas Arts in Limbach eine Veranstaltung zum Thema Alkohol und Jugendliche statt. Die Frage war auch, ob Alkoholexzesse unter Kindern und Jugendlichen zunehmen. "Gerade an Fastnacht konnte man wieder zunehmend Berichte über volltrunkene Jugendliche auf der Straße oder die Zunahme von Alkoholvergiftungen bei Jungen und Mädchen unter 18 Jahren lesen," erklärte der Kirkeler Jugendpfleger Armin Jung, der mit seiner Kollegin Sandra Harmann-Kohr diese Veranstaltung ins Leben gerufen hatte. Begriffe wie Vorglühen, Binge-Drinking oder Koma-Saufen seien schon fast in unseren allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, so Jung. Und so lud er die beiden Experten Christine Maurer und Ralph Dejon von "Praesent", der Fachstelle für Suchtvorbeugung und -beratung der Awo, nach Limbach ein. Sind unsere Kinder und Jugendlichen stärker gefährdet als die Generationen vorher? Welche Strategien stärken mein Kind und machen es widerstandsfähiger gegen Süchte? Was können Vereine, Verbände Eltern Lehrer, Erzieher tun, um Sucht bei Heranwachsenden zu verhindern?Die Jugendpflege der Gemeinde Kirkel wollte mit dieser Veranstaltung sowohl interessierte Eltern und Bürger als auch Fachpublikum ansprechen. "Wir haben ja täglich mit Jugendlichen zu tun", erklärt Jung, "da sieht man schon, wo die Gefahren lauern." Ein Problem sei zum Beispiel, dass der richtige Umgang mit Alkohol oftmals nicht erlernt würde, sondern gleich mit dem fatalen so genannten Koma-Saufen begonnen werde. Das habe nichts mit Genuss oder Geschmack zu tun, sondern werde von den Jugendlichen als eine Art Mutprobe angesehen. Gibt es in den Jugendzentren Alkohol? "Ja, den gibt's", erklärt Armin Jung, "da verkehren ja auch junge Leute über 18. Aber wir achten darauf, dass da keine Flatrate-Saufpartys stattfinden." Jung legt aber Wert darauf, dass Jugendpfleger "keine Schutztruppe" sind: "Wir sind nicht dazu da, die Jugendlichen zu bewachen, das ist nicht unsere Aufgabe." Natürlich würden bei Veranstaltungen, die die Jugendpflege organisiert, verstärkt auf die Teilnehmer geachtet, aber bei normalen Treffen im Juz seien die Jugendpfleger keine Jugendpolizei. Deshalb seien Veranstaltungen wie diese wichtig, "um für das Thema Alkohol zu sensibilisieren", denn letztlich so Jung, "sollten junge Leute eine gewisse Verantwortung entwickeln."

Auf einen BlickDie Awo bietet Hilfe und Beratung bei allen Suchtformen an. Sie berät Betroffene und Angehörige, vermittelt auf Wunsch in stationäre Therapie, bietet Beratung bei Bewährungsauflagen, sowie Nachsorge und Begleitung. Für Eltern konsumierender Jugendlicher und junger Erwachsener bietet die Awo eine regelmäßig stattfindende Elterngruppe an, die in jeder geraden Kalenderwoche, jeweils donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr, in Saarlouis stattfindet. Kontakt: Zentrum für Beratung - Drogenberatung, Prälat-Subtil-Ring 3a, 66740 Saarlouis, Telefon (0 68 31) 9 46 90.

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