Konzert in Altstadt: Jazz mit Christof Thewes im Kunststall

Konzert in Altstadt : Jazz mit Christof Thewes im Kunststall

Das Ensemble Phase IV gastiert in Altstadt. Der Eintritt zu dem Unplugged-Konzert ist frei.

„Wild, wüst und gefräßig“ seien sie, die Kompositionen der Marke Eigenbau, die üblicherweise bei den Auftritten der fünfköpfigen Crew zu Gehör gebracht werden. Jedenfalls meinen das die Mitglieder von „Phase IV“ selbst zu ihrer Musik. Das Ensemble wird am Samstag, 13. Januar, 19.30 Uhr, im großen Saal des Kunst- und Kulturzentrums Kunststall in der Altstadter Turmstraße zu hören und zu sehen sein.

Kopf der Kapelle ist Christof Thewes, der unter anderem als Posaunist, Komponist, Arrangeur und Instrumentallehrer vielseitig engagiert ist. Geboren 1964 in Quierschied, leitet er nicht nur verschiedene Musikprojekte von Solo bis Bigband, die zwischen modernem Jazz, freier Improvisation und Neuer Musik bis hin zu experimentellem Rock, Funk und Popmusik oszillieren. In seinem Portfolio stehen auch Auftragskompositionen für Rundfunk Berlin/Brandenburg („Die kleine Magrebinerin‟), den Saarländischen Rundfunk („Hommage an Schubert“, „Harte Zeiten für Väter“, „Fall tot um“) oder auch für das Kammerorchester des SR - etwa das Stück „Kosmisches Picknick‟.
Bis 2011 arbeitete Christof Thewes auch als Dozent für Posaune im Aufbaustudiengang Jazz an der Musikhochschule Saarbrücken. Seine Lust an intensiver, manchmal lyrischer und sanfter, dann wieder rein geräuschorientierter Improvisation werden als kennzeichnend für emotional aufregenden, zeitgemäßen Jazz charakterisiert. Als er 2007 mit dem Wormser Jazzpreis ausgezeichnet wurde, begründete die Jury ihre Entscheidung mit den Worten: „Thewes’ Kompositionen mit den über  einer groovenden Rhythmusbasis harmonisch gebundenen wie freitonalen, in der Regel aber immer skurrilen und humorvollen Ausdrucksformen verleihen den Projekten des Saarländers eine Alleinstellung in der neuen deutschen Jazzszene‟. Christof Thewes habe als Komponist und Posaunist Tradition und Avantgarde in einer Weiterentwicklung des freien Jazz verschmolzen – dabei auch experimentellen Rock und Funk einbezogen.
Neben ihm an der Posaune gehören dem Bandprojekt „Phase IV‟ vier weitere Mitglieder an: Hartmut Oßwald, Jan Oestreich und Martial Frentzel sind mit Bassklarinette, Kontrabass und Schlagzeug mit von der Partie. Komplettiert wird das Quintett durch die sonore Stimme von Sabine Noß, und im Chor wird dem Publikum eine Melange aus Jazz, Funk und Independent-Rock kredenzt. Alle Musiker gelten in der südwestdeutschen Szene als gestandene „Jazz- und Rockcracks“. Die Fünf bringen ausschließlich selbstkomponierte (Pop-)Songs in einem eigenwilligen Stilmix zwischen Unplugged-Minimalismus und rasantem Powerplay mit Dub-, Funk- und (Free-)Jazzeinflüssen zu Gehör. Ohne Elektronik mit rein akustischen Instrumenten stellt sich „Phase IV‟ die Aufgabe, zeitgemäße Popmusik zu inszenieren, die sich jenseits folkloristischer Sentimentalitäten bewegt und mit einer fast schon traditionell zu nennenden, jazzigen Spielauffassung agiert, die Interaktion, Improvisation und Virtuosität der Musiker erfordert. Die literarisch hochwertigen Texte der Songs stammen aus der Feder des Schriftstellers,Theaterregisseurs und Fimemacher Alfred Gulden.

Der Eintritt für das Konzert im Altstadter Kunststall ist kostenlos.