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In Limbach soll ein Futterautomat für Bienen aufgestellt werden

Naturschutz in Limbach : Eine Extra-Fütterung für die Bienenvölker

Nach Beschluss im Limbacher Ortsrat soll ein Bienenfutter-Automat angeschafft werden, der mit Blumensamen befüllt ist.

Der Begriff „Bienensterben“ machte lange Zeit die Runde in den Medien. Dabei ging es allerdings nicht nur um die massive Bedrohung des Lebensraumes der posierlichen Honigsammler. Vielmehr verdeutlichten Wissenschaftler immer wieder einen dramatischen Rückgang aller Insektenarten. Vielerorts reagierte man, es wurden spezielle Blühwiesen angelegt und einiges mehr.

Der Limbacher Ortsrat hat nun in seiner Sitzung vom Montag beschlossen, einen weiteren Schritt zu gehen. So soll für den Ort ein spezieller „Bienenfutter-Automat“ beschafft werden. Dabei muss man sich ein Gerät vergleichbar zu den alten Kaugummi-Automaten vorstellen – allerdings befüllt mit Blumensamen in Kapseln. Den Antrag auf den Weg gebracht hatten Maike Jung von den Grünen und Laura Wilhelm von der SPD. Letztere erläuterte die Hintergründe zur Idee der Automaten. Sie nannte besagtes Insektensterben und die zunehmende Versiegelung von Flächen als wesentlichen Impuls. Auch würden Blumen angepflanzt, von denen gerade Bienen sich nicht ernähren könnten. Mit ihrem Ansinnen, so Wilhelm, sei man an Ortsvorsteher Max Limbacher (SPD) herangetreten. Er habe dann entsprechend recherchiert.

Als Ergebnis dieser Recherche präsentierte Limbacher den Ratsmitgliedern auch zwei Varianten für einen Bienenfutter-Automaten. Einer setzt tatsächlich auf das Recycling von alten Kaugummi-Automaten. Bei diesem Anbieter allerdings gebe es eine Abnahmepflicht von Saargut. Zudem sei der Verkaufspreis von 50 Cent deckungsgleich mit dem Wert der Samenkapseln. Für den „Betreiber“ eines solchen Futterautomates bleibe also kein Überschuss, mit dem man den eigenen Aufwand decken könne. Als Alternative schlug Limbacher deswegen die Beschaffung von neuen Automaten ohne Abnahmeverpflichtung von Saatgut vor. „Diejenigen, die den Automaten dann betreiben, wären in der Lage, ein kleines Plus zu erwirtschaften.“ Die Sitzungsvorlage machte mit ihren Beispielangeboten und -Kalkulationen auch deutlich, dass das Angebot von recycelten Kaugummi-Automaten mit Saatgut-Abnahmeverpflichtung mit einem Preis von 464 Euro deutlich teurer käme als neue Automaten ohne Abnahmepflicht mit einem Preis von 263 Euro.

Limbacher betonte auch, dass hier nicht die Gemeinde für den Betrieb eines solchen Automates verpflichtet werden könne – vielmehr sollten sich Dritte freiwillig engagieren. „Hier gibt es Gespräche mit dem Vorsitzenden des Imkervereins.“ Limbacher räumte ein, dass solche Automaten anfällig seien für Vandalismus. Dies bedeute auch einen Einfluss auf den Aufstellort eines solchen Geräts.

Wenig Zuspruch fand der Vorschlag bei Norbert Plückhahn von den Grünen. Er habe den Tagesordnungspunkt beim Durchlesen erst als „vorgezogenen Aprilscherz“ verstanden. „Die Landwirtschaft hat so viele Grünflächen, Blumenflächen kaputt gemacht – auch durch die Monokulturen. Und wir sollen dann mit so einem Tütchen durch die Gegend laufen, irgendwo hinstreuen, damit dann zwei drei Bienen an diese Blüten drangehen.“

Das wollte Laura Wilhelm so nicht unkommentiert stehen lassen. „Es geht nicht darum, dass dieser Automat die Bienen rettet. Das wird nicht passieren. Da muss viel mehr geschehen. Der Automat soll eher ein Anreiz dafür sein, das Bewusstsein  zu stärken und kleine Inseln zu schaffen.“ Wenn er, so Laura Wilhelm in Richtung von Norbert Plückhahn, kein Interesse daran habe, sei das eine Sache, „es gibt aber genug, die daran Interesse haben“. So würden in anderen Kommunen diese Bienenfutter-Automaten „sehr gut angenommen“.

Nach einer weiteren kurzen Diskussion, bei der es darum ging, wo es überhaupt zulässig sei, abseits des eigenen Gartens solche Samenmischungen auszustreuen, beschloss der Limbacher Ortsrat bei einer Enthaltung von Norbert Plückhahn, einen Doppelautomaten zu beschaffen. Standort und Betrieb des Automaten sollen in Absprache mit den ortsansässigen Imkern festgelegt werden.