Hoffen auf baldiges Winterende

Homburg/Bexbach/Kirkel. Jeden Morgen der gewohnte Anblick auf der Straße: Neuschnee. Gestern war's nicht viel, aber immerhin. Die Autofahrer haben sich an glatte Straßen gewöhnt, die Polizei hatte gestern auf Anfrage nichts Nennenswertes zu vermelden, was glättebedingte Unfälle angeht.Ein Problem ist und bleibt auch in Homburg, Bexbach und Kirkel die Versorgung mit Streusalz

Homburg/Bexbach/Kirkel. Jeden Morgen der gewohnte Anblick auf der Straße: Neuschnee. Gestern war's nicht viel, aber immerhin. Die Autofahrer haben sich an glatte Straßen gewöhnt, die Polizei hatte gestern auf Anfrage nichts Nennenswertes zu vermelden, was glättebedingte Unfälle angeht.Ein Problem ist und bleibt auch in Homburg, Bexbach und Kirkel die Versorgung mit Streusalz. Der Nachschub ist nach wie vor unsicher bis nicht vorhanden. "Die Situation ist ganz schlecht. Es gibt immer noch kein Salz", sagte Thomas Quirin, der Leiter des Homburger Baubetriebshofs. Anfang Januar sei die letzte Lieferung gekommen, seitdem nichts mehr. "Bis auf eine verschwindend geringe Menge, und die auch noch zu völlig überhöhten Preisen." Laut Quirin hätten die Händler gesagt, es könnte sein, dass Anfang Februar Salz komme, aber es kam nichts. Die Stadt Homburg kauft ihr Streusalz unter anderem auch in Frankreich. Dort wurde gestreikt und danach bekamen erst die französischen Kunden Ware. "Für Ende dieser Woche wurde Salz erneut avisiert, allerdings ohne Preisangabe", betonte der Leiter des Baubetriebshofs. Salz sei nur noch in verschwindend geringer Menge da. "Wir fahren nur noch Splitt. Die Autofahrer haben sich recht gut angepasst. Auch die Bürger haben Verständnis gezeigt." Es gehe, so Quirin, auch nicht nur um die aktuelle Situation. "Wir müssen auch für den nächsten Winter Salz einlagern. Und niemand kann mir sagen, was kommt."Etwas anders sieht's in Bexbach aus: "Die Situation hat sich entspannt. Wir haben Salz bekommen und es kommt noch welches", sagte Georg Zintel vom zuständigen Fachbereich. Baubetriebshofleiter Jörg Dilfer bestätigte das auf Anfrage: "Wir haben die Zusage, dass Mittwoch 25 Tonnen Streusalz geliefert werden. Ich gehe davon aus, dass die kommen. Trotzdem müssn wir natürlich mit unserem Salz haushalten. Es werden vorrangig Hauptstraßen gestreut." Die Preiserhöhung beim Streusalz habe sich bisher in Grenzen gehalten. Bis zu vier Tagen etwa könne man mit der kommenden Salzmenge hinkommen, "das kommt darauf an, wie das Wetter ist. Wenn's über Tag sonnig ist, bleiben die Straßen auch so frei." Er hoffe, so Dilfer mit Galgenhumor, "dass auch dieser Winter irgendwann zu Ende geht". Problematisch ist die Lage auch in Kirkel, wenn man dort auch geringe Mengen bekommen hat: "Uns wurden 2,5 Tonnen geliefrt, dass reicht für drei Einsätze auf den wichtigsten Straßen, auf Gehwegen und an Haltestellen", informierte Christof Weis von der Gemeindeverwaltung. Zugesagt seien Lieferungen allerdings schon für die dritte Kalenderwoche gewesen, aber gekommen sei bisher noch nichts. "Der Preis wäre zweitrangig, unser Salz reicht nicht mehr lange und wir bekommen einfach keinen Nachschub, egal, wo wir fragen", so Weis. "Es werden vorrangig die Hauptstraßen gestreut".Jörg DilferMeinung

Ein Winter und kein Ende

Von SZ-RedakteurRalph Schäfer General Winter gibt nicht auf, auch gestern Morgen gab's, wenn auch weniger, neue weiße Pracht auf den Straßen. Die Autofahrer haben sich mittlerweile daran gewöhnt, die Polizei wird nicht müde, ihnen vernünftige Fahrweise zu attestieren, die Zahl der glättebedingten Unfälle geht zurück. Und das, obwohl, wie mittlerweile bekannt ist, die Streusalz-Vorräte zumindest so gut wie aufgebraucht sind. Davon in Mitleidenschaft gezogen sind in erster Linie Nebenstraßen. Die werden nämlich kaum geräumt und mangels Masse schon gar nicht mehr gesalzen. Keine Kommune kann Salz für einen ganzen Winter bunkern, aber warum hat etwa Homburg ein massives Nachschub-Problem, während Bexbach und Kirkel, wenn auch geringer als bestellt, beliefert werden? Wenn bei den Händlern in Frankreich, wie in den vergangenen Wochen geschehen, gestreikt wird und sie dann bevorzugt ihre einheimische Klientel bedienen, ist das ärgerlich, macht es aber einen Salzkauf woanders unmöglich? Vielleicht haben ja die Temperaturen ein Einsehen und befehlen General Winter jetzt den Rückzug.

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