Historische Hinterlassenschaften

Limbach. Schmuck ist er, der alte Friedhof hinter der Limbacher Elisabeth-Kirche

Limbach. Schmuck ist er, der alte Friedhof hinter der Limbacher Elisabeth-Kirche. Schon lange keine aktive Begräbnisstätte mehr, hat sich der kleine Park zwischen Kirche und Theobald-Hock-Haus in den Jahren zu einem wichtigen Veranstaltungsort gemausert: Der inzwischen weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Mittwochstreff der protestantischen Kirchengemeinde in den Sommermonaten, ein geselliges Zusammensein bei Rostwurst und Bier, oder auch der Limbacher Nikolausmarkt haben dort ihre Heimat gefunden. Abseits dieser Zeiten lädt viel Grün dazu ein, ein bisschen zu verweilen. Dass das Gelände früher der Friedhof der Dorfes war, davon zeugen noch heute einige verbliebene Grabmäler- und Kreuze. Und genau deren Erhalt treibt in diesen Tagen Limbachs Ortsvorsteher Heinz Grub um. Denn: Die Grabmäler, einige davon von bauhistorischer Bedeutung, drohen dem Zahn der Zeit zum Opfer zu fallen. Zusätzlich liegen einige Grabsteine inzwischen demontiert am Rand der Geländes. Das soll so nicht bleiben, zumindest wenn es nach Heinz Grub geht. Doch Restaurieren, anordnen, überarbeiten kostet Geld. Der Kirchengemeinde als Eigentümer des Areals selbst fehlt eben jenes, da gilt es für den Limbacher Ortsvorsteher, andere Quellen aufzutun. Vor einigen Tagen nun hatte Grub einen potenziellen Förderer zu einem Termin vor Ort eingeladen: Richard Weber, Chef der Homburger Karlsberg-Brauerei. Dessen Familienname ziert eines der verbliebenen Grabmäler - für Heinz Grub kein schlechter Ansatz, um den obersten Homburger Bierbrauer für ein Engagement zu gewinnen. Weber zeigte sich im Grundsatz bereit, der Restaurierung und teilweisen Neugestaltung finanziell unter die Arme zu greifen, forderte aber vor Ort genau Pläne und Konzepte. Dass sich Webers mögliches Engagement lohnen würde, dessen ist sich Heinz Grub sicher. "Es geht darum, diese historisch bedeutsamen Hinterlassenschaften für die Nachwelt zu erhalten." Ein erster Spendenaufruf vor einigen Monaten brachte bisher 3000 Euro zusammen, "7000 brauchen wir wahrscheinlich." Zwei alte Grabmale auf dem neuen Friedhof wurden bisher schon fast komplett restauriert, nun soll es auch auf dem alten Friedhof vorangehen. Für Walter Klein, einen der Initiatoren der geplanten Restaurierung, stehen die Grabmäler "für die Epoche des Jugendstil und für eine handwerklich extreme Befähigung. So ist das Ankergrabmal im hinteren Bereich des Geländes das Meisterwerk des Bildhauers Carl Lehmann." Auch hätten die Grabmäler einen Bezug zur Ortsgeschichte, denn "Namen wie Hock oder Leibrock sind charakteristisch für Limbach." Bei allem Engagement von Grub, Klein und möglicherweise Weber: Ohne die Zustimmung der protestantischen Kirchengemeinde Limbach als Eigtentümerin des Geländes geht nichts. Dort ist man im Grundsatz mit einer Restaurierung einverstanden. "Wir möchten aber im Vorfeld über einzelne Maßnahmen informiert werden", so Pfarrerin Christiane Härtel.

Auf einen BlickDie verbliebenen Grabmäler auf dem alten Limbacher Friedhof, dem "Kirchgarten" hinter der Elisabeth-Kirche, gehören als Einzelexponate zu den Baudenkmälern im Saarpfalz-Kreis. Eines der beeindruckensten Zeugnisse bildhauerischer Arbeit des Jugendstils ist dabei das Ankergrabmal im hinteren Bereich des Geländes, eine Arbeit des Bildhauers Carl Lehmann. thw