Hier war für jeden etwas dabei

Der MV Limbach war mit seinem Hauptorchester in die Burghalle gekommen, um dort für über 800 Gäste aufzuspielen. Die waren vom Programm zwischen populärer und anspruchsvoller Musik begeistert.

Ohne Zweifel, das Neujahrskonzert in Kirkel hat sich mit den Jahren zu einem der Höhepunkte im Kalender der Gemeinde entwickelt. Davon kündete auch der vergangene Sonntag, als der Musikverein Limbach, für die musikalische Gestaltung der von der Gemeinde ausgerichteten Veranstaltung verantwortlich, mit seinem Hauptorchester in der Burghalle in Kirkel-Neuhäusel vor weit über 800 Gästen aufspielte. In der Tat: Freie Plätze waren echte Mangelware, gesessen und gestanden wurde da, wo es möglich war. Der Musikverein selbst tat seinerseits alles dazu, um das enorme Interesse an diesem Konzertabend zu rechtfertigen - mit einem feinen Programm zwischen populärer und anspruchsvoller symphonischer Blasmusik.

Den Taktstock schwang dabei zum dritten Mal Claudia Wälder-Jene. Und mit dem, was ihr Orchester schon bis zu Pause bot, war die musikalische Leiterin hörbar zufrieden. Dabei musste der Musikverein Limbach kurzfristig einen Ausfall am Schlagzeug kompensieren. "Das war ein Schock am Samstagmittag, als wir kurz vor der Generalprobe erfahren haben, dass unser eigentlicher Schlagzeuger nicht verfügbar ist. Da liefen dann die Telefone heiß. Glücklicherweise konnte wir mit Johannes Wiesmeier den Schlagzeuger des Kreisjugendorchesters Neunkirchen gewinnen. Der ist dann ins kalte Wasser gesprungen", ließ Wälder-Jene die ungewollt unruhigen Stunden vor dem Neujahrskonzert noch einmal Revue passieren. Und der gerade mal 18 Jahre alte Wiesmeier machte seine Arbeit gut. "Er kannte zwar unser Repertoire nicht, hat aber am Samstag die Noten bekommen, hat die Stücke einstudiert."

Auch dem gesamten Auftritt des Hauptorchesters attestierte Wälder-Jene eine gelungene Performance. "Ich bin wirklich sehr zufrieden. Es ist vom Zusammenspiel sehr gut, es ist musikalisch spürbar, dass etwas gearbeitet wurde. Die Intonation ist toll - und das vor dem Hintergrund, dass ein kurzfristiger Wechsel ein Orchester schon aus dem Ruder bringt. Aber die Motivation und der Zusammenhalt funktionieren."

Musikalisch absolvierte der Musikverein Limbach erfolgreich einen Spagat zwischen anspruchsvoller und eher gängiger Literatur, von Schostakowitsch bis zu Musical-Melodien. Und das ganz gewollt und geplant. Wälder-Jene: "Zum einen ist das heute ein Neujahrskonzert. Und an einem solchen Abend kann man ein anderes Programm machen, als bei den Jahreskonzerten. Das Publikum erwartet ein bisschen was Feierliches und Klassisches. Dann müssen natürlich auch Märsche im Programm sein. Und es kommen die Musical-Melodien dazu - weil ich etwas brauche, das die Leute kennen." Wälder-Jenes Konzept ging auf, im besten Sinne war am Sonntagabend für jeden etwas dabei.

Nicht unerwähnt sollte, bei allem musikalischen Genuss, auch der Einsatz der Kirkeler Burgnarren bleiben, die im Team um die Vorsitzende Irmgard Waidner für die Versorgung der über 800 Kehlen und Gaumen sorgten. Bei so viel Gelungenem war es wohl auch kein Wunder, dass sich Kirkels früherer erster Beigeordneter Hans-Peter Schmitt als Urheber des Neujahrskonzertes mit der Entwicklung seines Projekts mehr als zufrieden zeigt. "Die Veranstaltung wird sehr gut angenommen. Und ich hoffe und wünsche mir, dass dieser Erfolg noch lange so anhält."