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Haffner-Medaille für Altstadter Naturschützerin

Marion Geib ist Wanderfalkenschützerin : Paul-Haffner-Medaille für Altstadter Naturschützerin

Die flinken Wanderfalken sind ihre besondere Leidenschaft, die geheimnisvollen Schleimpilze liegen ihr nicht minder am Herzen, und überhaupt engagiert sie sich auf vielerlei Ebenen für den Vogel- und Naturschutz, so insbesondere auch beim Altstadter Naturschutzbund.

Dafür wurde Marion Geib jetzt die Paul-Haffner-Medaille des saarländischen Umweltministeriums verliehen.

Im Rahmen einer Feier im Centrum für Freizeit und Kommunikation der Lebenshilfe (CFK) in Spiesen-Elversberg wurde ihr von Minister Reinhold Jost die Auszeichnung übergeben. Sie ist benannt nach dem Nestor der Floristik und Vegetationskunde im Saarland, Dr. h.c. Paul Haffner (1905 – 2001). Die Medaille war erstmals 2020 verliehen worden.

„Uns ist es wichtig, die Menschen für den Natur- und Artenschutz zu begeistern und den ehrenamtlichen Naturschutz zu stärken. Dazu gehört auch die öffentliche Wertschätzung dieses Engagements“, sagte Minister Jost bei der Übergabe der Auszeichnung. Die 72-jährige Marion Geib ist insbesondere aktiv in Sachen Wanderfalkenschutz: Über viele Jahre hinweg bewachte sie, zusammen mit ihrem Mann Dieter und untergebracht in einem Bauwagen, Horste und Bruten des seltenen Greifvogels im Dahner Felsenland. 2003 hob sie die „AG Wanderfalkenschutz im Saarland“ aus der Taufe und ist seither ihre Sprecherin. Die Arbeitsgemeinschaft sorgte dafür, dass der ausgestorbene Wanderfalke im Saarland heimisch wurde. „Nach dem völligen Niedergang dieser Art in den 1960er-Jahren gibt es inzwischen wieder mindestens 18 Revierpaare, von denen etwa 13 im Jahr brüten und durchschnittlich 25 Jungvögel ausfliegen“, bilanziert Marion Geib. Kühltürmen, Kaminen und hohen Brücken kommt dabei große Bedeutung zu, denn an diesen „Sekundärbiotopen“ wurden auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft künstliche Nisthilfen installiert. In zwei davon wurden auf Initiative von Marion Geib Webcams eingebaut, so dass das Brutgeschehen live mitverfolgt werden kann.

Ihr zweites Steckenpferd sind die „Myxomyceten“, Schleimpilze, die weder Tier noch Pflanze noch Pilz sind. Marion Geib ist beinahe täglich im Wald von Altstadt und Umgebung unterwegs und hält Ausschau nach morschen Bäumen, auf denen sich diese unscheinbaren Organismen wohlfühlen. Sie sammelt und fotografiert die winzigen Lebewesen und untersucht Proben mittels Mikroskop, um sie genau klassifizieren zu können. Die besonders schönen und auch seltenen Exemplare werden dann mit einem sogenannten „Stackingverfahren“ vergrößert. So hat Marion Geib in den letzten Jahren etwa 120 unterschiedliche Myxomyceten-Arten (von den etwa 600 in Deutschland vorkommenden) gefunden und registriert. Von ihr stammt das 2016 erschienene Taschenbuch „Myxomyceten – Kleiner Führer für Exkursionen“, das in Fachkreisen sehr beliebt ist. Bei kniffeligen Fällen steht sie in regem Kontakt mit Spezialisten im In- und Ausland.

Darüber hinaus ist Marion Geib mit ihrem Mann Dieter engagiertes Mitglied beim Altstadter Naturschutzbund (NABU) und ist in dessen Vorstand für den Bereich Vogelschutz zuständig. Aber auch bei allen anderen Aufgaben, die von dem Umweltverband erledigt werden, ist sie stets Aktivpunkt und mit von der Partie. Und natürlich gratuliert auch der Altstadter NABU seiner Mitstreiterin zur Auszeichnung mit der Paul-Haffner-Medaille.