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Günter Bast ist ab dem 29. Juli der neue Schiedsmann für Kirkel-Neuhäusel

Günter Bast ins Amt eingeführt : Ein Streitschlichter für Kirkel-Neuhäusel

Günter Bast wurde jetzt als neuer Schiedsmann für Kirkel-Neuhäusel eingeführt. Er wird beispielsweise dann tätig, wenn sich Nachbarn in die Haare bekommen. Mit Streit kennt er sich aus: Er arbeitet nämlich als Polizist.

Günter Bast ist ab dem 29. Juli der neue Schiedsmann für den Schiedsbezirk Kirkel-Neuhäusel. In der vergangenen Woche wurde er im Ratssaal der Gemeinde Kirkel in Limbach offiziell von Richter Joachim Klesen vom zuständigen Amtsgericht Homburg in sein Amt eingeführt. Bast tritt damit die Nachfolge von Silke Herges an, die sich nach einer fünfjährigen Regelamtszeit nicht wieder zur Verfügung stellen wollte.

Joachim Klesen nutzte den formalen Akt dazu, das Amt des Schiedsmannes oder der Schiedsfrau aus einem historischen Blickwinkel heraus zu beleuchten. So gehe diese Funktion auf preußisches Recht zurück. „1827 wurde das Amt des Schiedsmanns im Königreich Preußen eingeführt. Von da aus hat es sich dann in den deutschen Fürstentümern verbreitet.“

Zum Hintergrund: Schiedsleute sind zuständig für bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten, zum Beispiel Nachbarschaftsstreitigkeiten, und bei folgenden Straftaten, sofern das öffentliche Interesse der Staatsanwaltschaft an der Strafverfolgung fehlt: Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung und Verletzung des Briefgeheimnisses. Für diese sechs Delikte ist eine Schiedsverhandlung vor dem Einreichen einer Klage vorgeschrieben. Auch bei zivilrechtlichen Streitigkeiten, wie eben Nachbarschaftsstreitigkeiten, ist der Weg zur Schiedsperson oft sinnvoll. Einen Überblick über die Aufgaben der Schiedsleute und wie ein solches Verfahren abläuft, das bietet der Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, Landesverband Saarland, auf seiner Internetseite www.bds-saarland.de.

In Kirkel-Neuhäusel ist es nun eben Günter Bast, der dort schlichten soll, wo sich zwei Parteien nicht mehr ohne die Vermittlung eines Dritten gütlich einigen können. Bast bringt da einiges an Erfahrung mit, er ist Polizeibeamter und Dienstgruppenleiter bei der Polizei in Landstuhl. Seit 20 Jahren wohnt er in Kirkel – und sieht sich der neuen Aufgabe gut gewachsen. So bringe er Vorkenntnisse mit, die beim Ehrenamt des Schiedsmannes nützlich seien. „Als Polizist sind mir Streitigkeiten nicht fremd. Auch kann ich die Objektivität mit Sicherheit gut wahren. Von daher kann ich der Aufgabe gelassen entgegentreten, egal, welcher Fall an mich herangetragen wird. Mit zwischenmenschlichen Problemen kenne ich mich wirklich gut aus“, so Bast mit Blick auf seinen Dienst bei der Polizei in Rheinland-Pfalz.

Dass Silke Herges nach einer Amtszeit nicht wieder als Schiedsfrau in Kirkel-Neuhäusel für das Ende von Streitigkeiten sorgen möchte, hat einen Grund. So sei es für sie eine besondere Herausforderung gewesen, in dem Ort, in dem sie lebt und aufgewachsen ist, immer die nötige Neutralität gegenüber den Konfliktparteien zu wahren. Einen Fall hab sie gar selbst abgelehnt, da sie sich als befangen betrachtet habe. Trotzdem: Die Zeit sei spannend gewesen. Auch habe sie viele Einblicke in zwischenmenschliche Konfliktsituationen erhalten. Und ja: Grundsätzlich hätte sie ihr Amt auch weitergeführt, „dieses Ehrenamt ist nach wie vor wichtig. Ich halte es für essentiell wichtig in unserer Gesellschaft. Und ich denke, wenn man etwas neutraler an die Sache rangehen kann und nicht unbedingt auf ,Du auf Du‘ mit den Beteiligten eines Schiedsverfahrens ist, dann ist es auch leichter Distanz zu wahren.“

Gerade dies sei für sie aber eben eine große Herausforderung gewesen und nun auch wesentlicher Grund dafür, warum sie sich gerade nicht einer zweiten Amtszeit verschrieben habe. „Man kennt die Beteiligten eines Schiedsverfahrens eben alle. Und das ist echt schwer“, betonte sie.

Kirkels erster Beigeordneter Günter Ostermayer –  er vertrat Bürgermeister Frank John bei der Vereidigung von Günther Bast – dankte im Namen der Gemeinde Silke Herges für ihren Dienst in den zurückliegenden fünf Jahren.

Als ehemaliger Beamter des Zoll-Fahndungsamtes sei es nun für ihn durchaus spannend zu erleben, so Ostermayer weiter, wie ihr Nachfolger Günter Bast als Polizeibeamter mit dem Amt umgehe.

„Da wünsche ich Dir, Günter, ein glückliches Händchen, und dass Dir die Aufgabe viel Spaß macht. Ich bin überzeugt: Ein so gestandener Polizeibeamter, der kriegt das hin, da bin ich sicher!“