Grünschnitt auf dem  Freibad-Gelände in Homburg

Kein schöner Anblick : Grünschnitt auf dem Freibad-Gelände

Was passiert mit dem Areal, das früher mal ein Tummelplatz für Homburger Freibad-Besucher war? Derzeit weiß es keiner so genau.

Das Thema „Bäder“ war und ist eines, das Homburg seit langem auf vielen Ebenen beschäftigt. Das alte Stadtbad im Forum ist zwischenzeitlich nahezu komplett abgerissen, nur noch ein paar Steinhaufen und ein tiefes Loch im Boden sind übrig. Das neue Kombibad Koi kommt immer wieder auch wegen seiner Finanzierung in die Kritik. Und das alte Freibad? Das fristet wirklich ein trauriges Dasein. Auch dort wurde schon vor Jahren, wie etwas später beim Stadtbad, aus Kostengründen der Betrieb eingestellt, die eigentlichen Bad-Anlagen und Becken wurden abgebaut und verfüllt. Übriggeblieben ist eine Brachfläche und ein paar Gebäude. Schön ist anders.

Aber immerhin verhindert der Riegel der Funktionsgebäude, dass die Öffentlichkeit keinen allzu konkreten Eindruck dieses zunehmend verwahrlosenden Geländes erhält. Fast schon tragisches Symbol: Einzig der Wasserpilz inmitten von ungepflegtem Grün und Braun erinnert an die Zeiten, als man im Freibad noch den Sommer genießen konnte.

Nach der Schließung der Anlage hatte die Geschichte des Bades einen wechselhaften Verlauf. Es hatte den einen oder anderen Versuch gegeben, dort alternative Nutzungen zu etablieren. So war nach 2013 die Kinder-Ferienbetreuung der Stadt in den Funktionsgebäuden untergebracht. 2015 dann, als Homburg Kapazitäten schaffen musste für die Aufnahme von Flüchtlingen, wurde auf dem Areal eine Aufnahmestelle mit großem Zelt eingerichtet. Seit dem, so zumindest der klare Anschein, haben sich keine konkreten Ideen manifestiert, wie mit dem Gelände in Zukunft umzugehen ist. Immer wieder wurde immerhin der Wunsch laut, man möge zumindest die Toiletten-Anlagen des ehemaligen Freibades öffentlich zugänglich machen. Wer an einem Samstag oder Sonntag am unmittelbar anschließenden Stadtpark unterwegs ist, der kann diesen Wunsch nachvollziehen: Der Park ist als Freizeit-Ort stark nachgefragt, ein öffentliches WC wäre hier mit Sicherheit kein Luxus. Doch stattdessen ist das Gelände des alten Freibades aktuell wohl eher der zentrale Grünschnitt-Sammelplatz. Darauf zumindest lässt ein Blick auf das Gelände schließen.

Eine Nachfrage bei der Stadt zu den zukünftigen Plänen für das Areal „Altes Freibad“ blieb ungewöhnlich unkonkret. Tatsächlich scheint es, als wenn es wohl die eine oder andere Idee gibt – man sich hier aber nicht vor einer entsprechenden Verlässlichkeit dieser Pläne aus der Deckung begeben will. Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff recht vage: „Die derzeitige Nutzung des ehemaligen Freibadgeländes ist keineswegs auf Dauer angelegt. Aktuell wird nach einer Lösung gesucht, die schnell helfen soll, den Ist-Zustand zu beenden. Auch zur weiteren Planung auf dem Areal kann ich derzeit nicht viel sagen, da es unterschiedliche Ideen gibt, die aber zunächst dem neuen Stadtrat vorgestellt werden sollen. Daher ist es jetzt nicht vorgesehen, diese Pläne über die Medien zu transportieren.“ Immerhin konnte Kruthoff aber in einem Punkt etwas deutlicher werden: „Das Einrichten von öffentlich zugänglichen Toiletten und auch der weitere Ausbau der Fläche und deren Nutzung ist ein angestrebtes Ziel.“

Doch eben diese Ziele liegen derzeit zumindest für die breite Öffentlichkeit in ziemlichem Dunkel. Denkbar ist vieles, machbar aufgrund der Wasserschutzauflage bei weitem nicht alles. Wahrscheinlich und vor allem auch wünschenswert ist wohl, dass man eine zukünftige Nutzung findet, die dem Freizeit-Charakter des vorgelagerten Stadtparks entspricht. Immerhin ist dort gerade in den Sommermonaten – die aktuell auch tatsächlich diesen Namen verdienen – richtig viel los. Eine weitere Attraktivierung des gesamten Geländes könnte hier eine wirklich gute Idee sein.

Bis es allerdings soweit ist, sprich: Bis die Veranwortlichen aus der Deckung kommen und vielleicht schon bestehende Pläne konkret genannt werden, könnte es wohl noch ein bisschen dauern. Und bis dahin werden Grünschnitt und die Natur weiterhin dafür sorgen, dass das alte Freiband-Gelände wohl kaum an Schönheit gewinnt.

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