Gemeinde Kirkel plant Partnerschaft mit polnischer Gemeinde

Städtepartnerschaft : Erste Kontakte mit polnischen Nachbarn

Die Gemeinde Kirkel plant eine Partnerschaft mit Wielen. Delegation aus Polen war zu Gast im Saarpfalz-Kreis.

Im Schatten des Erinnerns an den Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 haben Städtepartnerschaften mit Kommunen aus dem östlichen Nachbarland eine große Bedeutung. Gerade im Saarpfalz-Kreis, angetrieben von Hans Bollinger vom Verein „Begegnungen auf der Grenze“ und Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo, wird der Schulterschluss mit Polen gesucht. Nun will auch die Gemeinde Kirkel freundschaftliche Bande knüpfen. Partner soll die polnische Gemeinde Wielen werden, sie liegt zwischen Stettin und Posen. Von Mittwoch bis Sonntag besuchte aus diesem Grund eine mehrköpfige Delegation, angeführt von Wieleńs Bürgermeisterin Elzbieta Rybarczyk, die Burggemeinde. Das Ziel: Weitergehende Kontakte zwischen den beiden Gemeinden knüpfen, Kirkel und die Region kennen lernen und zum guten Schluss ganz offiziell eine Absichtserklärung als Basis für die angestrebte Städtepartnerschaft unterzeichnen.

Schon im vergangen Jahr waren Repräsentaten Kirkels in Polen, auch in Sachen Schulaustausch gab es viel Bewegung. Nun also ein erster, wirklich offizieller Akt hin zur angestrebten Partnerschaft, mit ihren Unterschriften besiegelten Elzbieta Rybarczyk und ihr Kirkeler Pendant Frank John bei einem kleinen Festakt im Limbacher Gästehaus Grunden die besagte Absichtserklärung. Vorangegangen waren da für die polnischen Gäste Tage voller Programm, die Ortsmarken: Homburg, Saarbrücken, Mettlach, Saarschleife und natürlich Kirkel selbst.

Am Schlussabend betonten sowohl Wielens Bürgermeisterin Elzbieta Rybarczyk als auch Kirkels Bürgermeister Frank John und Landrat Theophil Gallo die Bedeutung einer solchen Partnerschaft im binationalen und europäischen Kontext. „Brücken bauen zwischen Menschen, zwischen unseren Gemeinden Kirkel und Wielen, das war und ist das Ziel der Partnerschaft, die wir aufbauen“, so Rybarczyk, die explizit das Engagement von Hans Bollinger erwähnte. Wielens Bürgermeisterin ließ in aller Kürze die ersten Treffen und Besuche zwischen Vertretern der beiden Gemeinden auf Verwaltung-, Schul- und Bürgerebene Revue passieren. Sie würdigte die Entwicklung Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu einem demokratischen Staat ebenso wie die friedliche Revolution in den Staaten Osteuropas, die mit mit der polnischen Erhebung 1980 begonnen habe. Diese Entwicklungen, so war sich Rybarczyk sicher, hätten völlig neue Möglichkeiten für den Kontinent geschaffen. „Heute ist das demokratische, freie Polen Nachbar eines demokratischen, freien Deutschlands.“ Vor diesem Hintergrund wolle man sich auf polnischer Seite zu Beginn auf den Jugendaustausch und den Kulturaustausch fokussieren, erklärte die Verwaltungschefin von Wielen. „Aber wir hoffen auch auf den Aufbau der Partnerschaft auf anderen Gebieten.“

Für den Saarpfalz-Kreis betonte Landrat Theophil Gallo, der Kreis pflegt seit einiger Zeit engere Kontakte nach Polen, dass die Unterzeichnung der Absichtserklärung ein „wichtiger Moment“ sei. Dass solche Partnerschaften im Saarpfalz-Kreis inzwischen einen so hohen Stellenwert hätten, liege daran, so Gallo weiter, anderen Kreisen und Kommunen zeigen zu wollen, dass man hier solche Verbindungen nicht nur schließe, sondern auch lebe. „Und ich denke gerade unter dem Eindruck des 80. Jahrestages des Überfalls auf Polen ist es ein wichtiges Signal für alle, dass wir in guten Beziehungen und in einem vereinten Europa miteinander leben wollen.“

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