Gemeinde Kirkel ist beliebt als Wohnort

Gemeinde Kirkel ist beliebt als Wohnort

Wegen großer Nachfrage sollen neue Wohneinhei- ten in der Limbacher Mozartstraße gebaut werden. Der Ortsrat diskutierte über die Pläne.

Was tun, wenn in einer Kommune Wohnraum immer knapper wird, gleichzeitig aber die Nachfrage kontinuierlich steigt? Man baut neuen Wohnraum. Genau das soll in Limbach, genauer gesagt im Bereich der Mozartstraße, geschehen. Der Status derzeit: Ein von Grundstückseigentümern beauftragter Architekt hat Pläne entwickelt, wie in einem neu anzulegenden "Seitenarm" der Mozartstraße zehn neue Wohneinheiten entstehen können.

Diese Pläne wurden quasi in erster Instanz schon im Januar dem Limbacher Ortsrat vorgelegt, fanden damals aber kein Zustimmung. Vor allem das Fehlen von ausreichendem Parkraum stieß dem Gremium auf, die Pläne wurden mehrheitlich abgelehnt.

Am Montagabend nun legten der beauftragte Architekt Karl-Friedrich Dejon und die Interessengruppe der Grundstückseigner überarbeitete Pläne vor, die den Forderungen des Ortsrates, aber auch der Kritik von Anwohnern der Mozartstraße Rechnung tragen sollten. Um es vorweg zu nehmen: Diesmal überzeugte die Vorstellung zumindest eine Mehrheit des Ortsrates. Damit wird das Thema an diesem Donnerstag im Bauausschuss, im Mai dann im Gemeinderat behandelt. Für die Kritiker des Bauvorhabens ist damit aber nicht alles vorbei, sie haben die Möglichkeit, im Zuge des eigentlichen Verfahrens für den "Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Mozartstraße" ihre Einwände gegen das Projekt deutlich zu machen. Und auch andere Einwände, so die von Trägern öffentlicher Belange, könnten die nun in groben Zügen vorliegenden Pläne noch nachhaltig verändern - darauf wies Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) nach der eigentlichen Abstimmung noch ausdrücklich hin. John war es auch, der in der Diskussion klar machte, das eine Gemeinde derzeit nur noch in Innerortslagen neuen Wohnraum schaffen könne. Neubaugebiete im Außenbereich auszuweisen sei aufgrund von Vorgaben des Landes derzeit nicht möglich. Aber gerade in Kirkel, das augenscheinlich stark als Wohnort nachgefragt sei und zudem in Sachen Bevölkerungszahl stetig wachse, sei neuer Wohnraum notwendig, gerade für junge Familien als Garant für eine demographisch sinnvolle Zukunft der Gemeinde.

Doch wenn neuer Wohnraum dort geschaffen wird, wo es schon Bestand gibt, dann führt das nicht immer zu großer Begeisterung, gerade Anwohner befürchten dann eine Verschlechterung ihrer Wohnsituation: Welche Höhe haben die neuen Häuser? Wie gestaltet sich das Parken bei den neuen Nachbarn? Gibt es eine erhöhte Verkehrsbelastung? All diese Fragen kamen auch am Montagabend zur Sprache - aus dem Kreis einiger Anwohner der Mozartstraße. In Sachen Bauhöhe verdeutlichte Architekt Dejon, dass man formalrechtlich einstöckig baue, diese Häuser aber durch ein hohes Giebeldach eine zweite Etage mit geringerer Grundfläche und darüber noch einen ausgebauten Dachraum hätten. Als diese Bauweise den Zuhörern nicht so ganz klar war, sorgte der frühere Ortsvorsteher Gerd Imbsweiler mit einer gezielten Nachfrage für Durchblick: "Das bedeutet, wie man hier so sagt, eineinhalb Stockwerke?" Dejon bejahte. Er sicherte auch zu, dass pro Wohneinheit drei Parkplätze ausgewiesen würden.

Deutliche Kritik an den Plänen gab es von Norbert Plückhahn von den Grünen, der von einer "Zersiedelung der Natur" sprach. Gegen die Pläne sprach sich auch Matthias Paulus von der SPD aus, der davor warnte, die jetzt geplante Bebauung könnte weitere Bauvorhaben nach sich ziehen. "Und dann wird es schwer, diese abzulehnen." Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher (SPD) ergänzte auf Basis der Diskussion den Beschlussvorschlag um die Zusicherung von drei Stellplätzen pro Wohneinheit und die Forderung nach einem entsprechenden Ausgleich für den Eingriff in die Natur. Dies sei, wie Architekt Karl-Friedrich Dejon an dieser Stelle versicherte, grundsätzlich Teil eines Bebauungsplanverfahrens.

Zum Thema:

Nach dem mehrheitlichen Ja des Limbacher Ortsrates gehen die Pläne nun in den Bauausschuss, dann in den Gemeinderat. Dort steht dann der Satzungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren auf der Tagesordnung. Fällt dort eine Entscheidung für die Pläne, dann startet das eigentliche Bebauungsplanverfahren. Hier können betroffene Bürger, aber auch Träger öffentliche Belange, Einwendungen machen, die auch zu Änderungen der Pläne führen können. Das Verfahren findet seinen Abschluss mit dem so genannten Satzungsbeschluss, der Baurecht schafft.