1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Kirkel

Förderkreis Kirkeler Burg stellt neues Buch vor

Wahrzeichen der Gemeinde Kirkel : Die Burg in vielen Zahlen und Zeilen

Mit seiner dritten Buchveröffentlichung gibt der Förderkreis Kirkeler Burg einen umfangreichen Rückblick auf die Geschichte des Kirkeler Wahrzeichens.

Natürlich liefert die Ruine der Kirkeler Burg einiges an Bausubstanz, um sich vor dem geistigen Auge vorstellen zu können, wie das Leben zur Hochzeit des Gemeinde-Wahrzeichens verlief. Doch es liegt eben für den laienhaften Betrachter auch vieles im Nebel der vergangenen Jahrhunderte. Hier sorgt der Förderkreis Kirkeler Burg nun mit seiner dritten Buchveröffentlichung zur Geschichte des Wahrzeichens für Interessierte dafür, das Wissen und Vorstellung um das historische Gemäuer mit Zahlen und Daten zu ergänzen. Unter dem Titel „Zur Baugeschichte der Burg Kirkel“ und herausgegeben vom Förderkreis Kirkeler Burg, hat der Historiker Hans-Joachim Kühn Kellerei- und Amtsrechnungen zur Kirkeler Burg aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert ausgewertet – und so für jedermann lesbar und nachvollziehbar gemacht, was in dieser Zeit an Bau- und Unterhaltungsarbeiten geleistet wurde.

7000 Seiten hat Kühn durchgearbeitet und sich dabei vor allem auch der Herausforderung gestellt, spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Handschrift zu entziffern. Anlässlich der Buchvorstellung auf der Kirkeler Burg verdeutlichte Kühn die damit verbundenen Herausforderungen. So sei er wahrscheinlich einer von nur wenigen Historikern, die überhaupt in der Lage seien, diese Schrift lesen zu können. So sei das, was da in den Rechnungen geschrieben sei, für Unkundige kaum zu verstehen, lägen hier doch jahrhundertealte Sprachformen vor. Das Fazinierende am aktuellen Werk – hier habe er neben den Rechnungen des 15. Jahrhunderts eben ergänzend auch die des 16. und 17. ausgewertet, so weit sie sich auf Bautätigkeiten bezögen – seien dabei die Querverweise auf die archäologische Forschung.

Nicht weniger bemerkenswert sei, dass die Kellerei- und Amtsrechnungen nicht schlicht aus einer Reihen von Zahlen bestünden. Vielmehr hätten die verantwortlichen Keller (mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Verwaltungsbeamter) oder später Amtmänner pro Buchung einen erläuternden Text verfasst, teils minutiös aufgeschlüsselt, „um zu erklären, warum er das Geld ausgegeben hat. Denn er wurde ja von den herzoglichen Kassenprüfern einmal im Jahr zur Rechenschaft gezogen“.

All diese Informationen hat Kühn in mehrfacher Hinsicht nun für Jedermann lesbar gemacht. Und wer sich ein bisschen Zeit nimmt, der erfährt viel über das tägliche Leben auf der Kirkeler Burg, natürlich, wie im Titel festgeschrieben, mit Bezug auf die Bau- und Unterhaltungsarbeiten. Gegliedert ist das Werk in zwei Abschnitte. Der erste wertet die Rechnungen chronologisch aus, der zweite nimmt die unterschiedlichen Baukörper, also Mauern, Tore, Zwinger, Türme und einiges mehr, zum Ordnungsmerkmal. In diesem Abschnitt hat Kühn auch den Brand der Kirkeler Burg im Jahr 1486 und den Wiederaufbau thematisiert. Entstanden ist so auf 280 Seiten ein ganz besonderer Blick auf die Kirkeler Burg, der das Wahrzeichen gut verständlich ein bisschen weiter aus dem Nebel der Vergangenheit zieht. Begünstigt wird dieses gelungene Projekt auch dadurch, dass die Kirkeler Burg den größten Bestand an noch vorhandenen Kellerei- und Amtsrechungen im Saarland und Rheinland-Pfalz hat, gelagert im Landesarchiv in Speyer. „Das ist eine absolute Ausnahme“, so Hans-Joachim Kühn.

Dass es nun ein drittes Werk zur Geschichte der Kirkeler Burg gibt, das freut vor allem auch Peter Steffen, den Vorsitzenden des Förderkreises Kirkeler Burg. „Dieses Projekt ist sehr wichtig, weil wir damit einen Teil unserer Satzung umsetzen konnten.“ Und es sei ebenso wichtig, dass man im für den Verein in Sachen Veranstaltungen verlorenen Corona-Jahr „etwas auf die Reihe gekriegt hat, neben der Brunnenausgrabung“. Nun habe er die Hoffnung, dass man das eine oder andere Buch, gedruckt in einer Auflage von 300 Exemplaren, auch verkaufe – um wieder ein bisschen Geld in die Vereinskasse zu bekommen. Stichwort „Finanzen“: Der Förderkreis selbst bezahlte die Arbeit von Hans-Joachim Kühn, die Druckkosten übernahmen die Gemeinde und der Saarpfalz-Kreis. Sowohl Bürgermeister Frank John als auch Landrat Theophil Gallo betonten   die Bedeutung dieser Arbeit für die Wahrnehmung der Heimatgeschichte. „Das spiegelt ja unsere Vergangenheit wieder“, so Gallo. Und John ergänzte: „Für uns ist wichtig, dass der zentrale geschichtliche Baustein, den wir in der Gemeinde haben, in allen Facetten beleuchtet wird.“

Auf 280 Seiten gibt es viel zur Geschichte des Kirkeler Wahrzeichens zu erfahren. Foto: Thorsten Wolf

Das Buch kann man bei Peter Steffen (Eckgasse 3 in Kirkel-Neuhäusel), in der Burgapotheke in der Goethestraße 3 in Kirkel-Neuhäusel, in der Gemeindeverwaltung in Limbach und in der Buchhandlung Hahn in Limbach erwerben