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Feuerwehr-Jubilar in Kirkel feiert 95. Geburtstag

Seit 75 Jahren in Kirkel-Neuhäusel im Dienst : Ehrung für eine Feuerwehr-Legende

Roland Tschierschke (95) aus Kirkel-Neuhäusel erhielt für sein außerordentliches Engagement eine hohe Auszeichnung des saarländischen Feuerwehrverbandes.

Roland Tschierschke eine Feuerwehr-Legende zu nennen, ist wohl nicht zu hoch gegriffen. Seit mehr als 75 Jahre ist der heutige Ehrenlöschbezirksführer Mitglied der Feuerwehr, zuerst in der damals noch eigenständigen Gemeinde Kirkel, danach im heutigen Kirkel-Neuhäusel. Von 1974 bis 1987 stand er dabei ganz vorne als Löschbezirksführer. Er war es auch, der den „Tag mit der Feuerwehr“ als festen Bestandteil im Terminkalender des Ortes etablierte. In der vergangenen Woche wurde Tschierschke 95 Jahre alt. Und passend zu diesem Ehrentag gab es eine hohe Würdigung seitens des saarländischen Feuerwehrverbandes: die Ehrennadel für 75-jährige Zugehörigkeit, überreicht von Albert Zitt, dem Beauftragten für die Alterswehren im Landesfeuerwehrverband Saarland. Eigentlich, so Zitt, hätte diese Auszeichnung schon im vergangenen Jahr vollzogen werden sollen, musste aber ins 76. Jahr  verschoben werden.

Die kleine „Feierstunde“ vor dem Gerätehaus des Löschbezirks  selbst präsentierte sich dabei natürlich corona-konform mit Abstand und Maske. Neben Zitt waren es Kirkels Wehrführer Gunther Klein, Löschbezirksführer Thorsten Klaus und sein Stellvertreter Patrik Bentz sowie Bürgermeister Frank John, die gratulierten. Thorsten Klaus nannte es einen „absoluten Wahnsinn“, dass Tschierschke auf eine so lange Zeit der Zugehörigkeit zur Feuerwehr zurückblicken könne. Auch Frank John zeigte sich von diese Lebensleistung sichtlich beeindruckt, die Auszeichung für 75 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit habe man in der Gemeinde noch nicht gehabt. Froh zeigte sich John darüber, dass die Auszeichung ihm auch die Möglichkeit gebe, Roland Tschierschke persönlich und nicht über das Telefon zum 95. Geburtstag gratulieren zu können. Er beschenkte den Doppel-Jubilar mit dem Sagenbuch der Gemeinde. Das passte gut zum fast schon sagenhaften Roland Tschierschke.

Was alle Gratulanten einte, das fasste Wehrführer Gunther Klein so in Worte: „Wir freuen uns, wenn Du noch sehr lange in unseren Reihen dabei bist. Bleib so, wie Du bist!“

Der so Bedachte bedankte sich nachdrücklich für die ganz persönlichen Glückwünsche zum Geburtstag und für die Auszeichung des Landesfeuerwehrverbandes. Er erinnerte in der kleinen Runde auch an seine Anfänge bei der Feuerwehr in Kirkel. Unmittelbar nach Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft habe er ein Schreiben bekommen – mit der Aufforderung, sich ab dann jeden Sonntagmorgen ab 8 Uhr in der Feuerwehr Kirkel zu melden, „sonst gibt es keine Lebensmittelkarte. Was habe ich gemacht? Ich bin zur Feuerwehr gegangen“. Aus dieser Verpflichtung wurde, zum Glück für die Feuerwehr, Berufung und Leidenschaft, hier habe er eine „riesige Kameradschaft gefunden“. Formaler Höhepunkt von Tschierschkes Feuerwehr-Laufbahn waren seine Zeiten als stellvertretender Löschbezirksführer, danach als Löschbezirksführer. In dieser Zeit habe er, wie er sich erinnerte, auch den „Tag mit der Feuerwehr“ rund um den Muttertag ins Leben gerufen.