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Ferienprogramm Pfälzerwaldverein Kirkel mit Erlebnistagen für Kinder

Ferienprogramm Pfälzerwaldverein Kirkel : Hier werden Kinder zu Waldläufern

Der Pfälzerwaldverein Kirkel macht Mädchen und Jungen ein kostenloses Ferienangebot. Zum Start ging es ums „Leben wie bei Naturvölkern“ mit Feuer machen, schnitzen und Fuchsgang.

Als am Ende eines spannenden Tages Nationalpark-Ranger Gabriel Wern mit seinen neuen „Waldläufern“ im Kreis auf der Wiese vor dem Haus des Pfälzerwaldvereins (PWV) sitzt, da liegen hinter ihm und den 16 Jungen und Mädchen spannende Momente mitten in der Natur.

„Leben wie bei Naturvölkern“ lautet vielsagend der Titel dieses zweitägigen Ferienangebots des PWV, über den Sommer hinweg will der Verein insgesamt dreimal mit unterschiedlichen und vor allem kostenlosen Programmen Jungen und Mädchen, auch unter den Vorzeichen eines durch Corona immer noch eingeschränkten Sommers, die Möglichkeit geben, sich auszutoben. Wie Naturvölker leben, das stand mit zwei Veranstaltungstagen am Anfang, am Mittwoch, 22. Juli, und Montag, 3. August folgt „Durch den Wald pirschen lernen“ und am Mittwoch, 5. August, „Auf unbekannten Pfaden“. Alles dreht sich für die Jungen und Mädchen dabei um den Kirkeler Wald, der vom Haus des Pfälzerwaldvereins aus wunderbare Erlebnismöglichkeiten bietet. So auch für Wern und seine Schützlinge.

Als der Nationalpark-Ranger am Ende des ersten Tages in besagter Runde fragt, was denn bislang am besten gefallen habe, liefert Jamal die perfekte Antwort. „Ich kann gar nicht sagen, was mir am besten gefallen hat. Wenn ich eine Liste machen müsste, dann würde alles auf dem ersten Platz stehen.“

Wie schafft man es nun, als Nationalpark-Ranger und Wildnispädagoge, 16 ganz unterschiedliche Jungen und Mädchen so „unter einen Hut zu bringen“, dass am Ende eines Tages unterm Strich vor allem viel Spaß steht? Wern: „Indem man sich selbst für das begeistert, was man macht. Und diese Begeisterung springt oft auf die Kinder über. Und wenn man es schafft, das Wissen gut rüberzubringen und es auch in Geschichten einbindet, dann sind die alle schnell dabei.“ Zudem nutze man auch urarchaische Instinkte. „Feuer zum Beispiel, Feuer ist was ganz Tolles. Oder man lernt, wie man sich an ein Tier anschleicht, um es besser beobachten zu können.“ Dabei gehe es immer auch darum zu erspüren, wie die Stimmung in der Gruppe sei und was nun gut tue als Angebot. Nach dem ersten Tag freue er sich auf den zweiten, erzählt Wern, „jetzt kenne ich die Kinder schon ein bisschen. Und dann kann man viel mehr auf die Gruppe eingehen.“

Doch schon für den ersten Tag hat sich der Ranger einiges einfallen lassen. „Wir haben angefangen mit dem, was man für das Leben im Wald braucht. Dann haben wir ein Streichholz-Feuer gemacht. Anschließend haben wie einen kleinen Hindernis-Parcours, einen Scout-Lauf, absolviert. Und dann haben wir den Fuchsgang geübt, also gelernt, wie man sich quasi unsichtbar im Wald bewegt – damit man mehr Tiere sieht. Und wir haben noch angefangen, aus Holz einen Löffel zu schnitzen.“

Langweile steht also auf jeden Fall nicht auf der Tagesordnung. Dass Wern all das bieten kann, und auch die folgenden Teile des Ferienprogramms kostenlos für die Teilnehmer stattfinden können, liegt in einer finanziellen Förderung des saarländischem Umweltministeriums begründet. Die wiederum greift ins Zahnrad eines Projektes des Pfälzerwaldvereins unter dem Titel „Erlebniswald Kirkel“. Am Rande des ersten Tages des Ferienprogramms erläutert Max Victor Limbacher, der erste Vorsitzende des Vereins in Kirkel, was hinter diesem Projekt steckt. „Ganz klar ist, dass wir nördlich des Kirkeler Waldkamms die Biospähre Bliesgau noch nicht greifbar haben.“ Daraus resultierten die nunmehr seit eineinhalb Jahren andauernden Bemühungen, mit Exkursionen und Vorträgen dem Abhilfe zu schaffen. Teil der Ambitionen sei dabei auch, das Haus des Pfälzerwaldvereins in Kirkel-Neuhäusel auch wieder seiner ursprünglichen Funktion als Einrichtung für die Jugend näher zu bringen.

Für die Kinder gab es im Kirkeler Wald viel zu erleben. Auch das Schnitzen gehörte dazu. Foto: picture alliance / dpa/Peter Endig

Durch die „großzügige Finanzierung“, so Limbacher, des Umweltministeriums sei es vor diesem Hintergrund nun möglich gewesen, ein entsprechend fachkundig vermitteltes Ferienangebot zu schaffen. Dabei übernehme Saarbrücken die Kosten für die Teilnehmer, „ein Tageskurs würde zwischen 30 und 40 Euro kosten, wenn wir die Honorare und die Sachkosten zusammenrechnen.“ Die Teilnehmer würde nun aber nichts zahlen, lediglich eine Voranmeldung unter erlebniswald.kirkel@web.de sei nötig. Die Plätze für die noch anstehenden Angebote seien aber begrenzt, „wir haben maximal 20 Teilnehmer. Und wir sind schon recht gut ausgebucht“.