Fastnachter in Kirkel starten in die tolle Zeit

Kostenpflichtiger Inhalt: Sessionseröffnung in Kirkel : Jessica und Mario schwingen das Zepter

Die Saison der Narren hat offiziell begonnen. Zwar halten sie sich in der Adventszeit zurück, aber sie kommen ab Januar wieder mit Macht zurück. Dafür sorgt auch das neue Kirkeler Prinzenpaar.

Die Phase, in der das Kirkeler Narrenvolk am vergangenen Samstagabend tatsächlich ohne prinzliche Führung da stand, die konnte man buchstäblich in Minuten messen. Kaum hatten sich Janine Fixemer als Prinzessin Janine I. und Tobias Roth als Prinz Tobias II. vom Thron mit einer launigen Rede verabschiedet, sorgten Sitzungspräsident Hans-Jörg Döhla und Burg-
narren-Präsidentin Irmgard Waidner zügigst für royalen Nachschub an der Spitze der Kirkeler Burgnarren.

Ab jetzt führen Jessica Ostermayer als Prinzessin Jessica I. und ihr Prinz Mario Dein als Prinz Mario I. das Zepter – oder schwingen selbiges, ganz wie es der Anlass verlangt. Den beiden zur Seite stehen als Kinder-Prinzenpaar in der Session 2019/2020 Prinzessin Fatima I. mit ihrem Prinzen Ruben I. zum II. Das glanzvolle Quartett kann schon auf einige Erfahrung bei den Burgnarren zurückgreifen: Mario Dein tanzt in der Schoppegarde, dem Männerballett von Maike Ames. Fatima Sahin tanzt seit drei Jahren in der Garde der Kirkeler Burgnarren, ihr Prinz Ruben ist da auch unterwegs – zudem war er schon in der vergangenen Session der Kinder-Prinz der Burgnarren, hat seinen „Arbeitsvertrag“ quasi verlängert. Ob er in Sachen Dienstzeit auf den Spuren von Königin Elisabeth wandelt?

Nachdem die „Neuen“ ihre royale Grundausstatung mit allem Drum und Dran ganz offiziell erhalten hatten, machte dann Prinz Mario mit seinen ersten Worten schon mal klar, wer in den kommenden Monaten bis zum alles beendenden Aschermittwoch bei der Narren in Kirkel das Sagen hat: „Ihr treue Gefolgschaft und edlen Gesell’n, mit niederen Mägden und auch manchem Schelm, verstummt nun geschwind, merkt auf und seid helle, denn hier nun zu Kirkel, genau an der Stelle, spricht zu Euch das neue Prinzenpaar, gewählt nicht vom Volke, und dennoch halt da.“

Und beide verdeutlichten auch, was sie als royale Herrscher der Närrischen Parallelwelt von denen in den Amtstuben unterscheidet. Prinzessin Jessica: „So ist es bei blaublütigem, edlem Geschlecht, von keinem gewählt - und trotzdem im Recht. Wir hörten von armen, gewählten Personen, die unweit von hier im Rathause wohnen.“ Prinz Mario: „Es ist unvorstellbar, wie grausam muss es sein, der Bettel von jedem Hanswurschde zu sein. Da loben Prinzessin und Prinz sich die Narren, die sich heut’ vertrauensvoll hier um sie scharen.“

Und was die beiden ihrer Narrenschar nun bieten wollen, das hörte sich nach einem durchaus tauglichen Regierungsprogramm an, bei dem sich so manches insulare Königshaus gerade in diesen Tagen eine dicke Scheibe abschneiden könnte. „Wir wollen regieren, mit Weitsicht und Kraft, damit auch die 29. Saison wird geschafft. Vergesst Eure Sorgen, die Trübsal, den Frust, stürzt Euch in die Fasenacht mit prächtiger Lust. Seid achtsam und höflich, genießt gute Laune, macht fröhliche Witze, lacht schallend im Raume, verletzt nicht die Seelen oder deren Personen, doch sollt ihr die, die’s brauchen, nicht schonen.“

Im nahezu luftdicht gefüllten Sängerheim des MGV Kirkel ging es am Samstag aber natürlich nicht nur um die alten und neuen Prizenpaare. Noch bevor die einen vom Thron runter- und die anderen selbigen wieder hinaufkraxelten, war es an Sitzungspräsident Hans-Jörg Döhla, den neuen Sessionsorden vorzustellen. Den hat sich inhaltlich Döhla selbst ausgedacht. Und er, also der Orden, beschäftigt sich, man hätte fast drauf wetten können, mit „Vorsicht Klima“. Diese Thema hätte man, jenseits der vielen öffentlichen Diskussionen, gerade an diesem Abend allerdings auch kaum besser wählen können, ganz abseits von Döhlas wohlfeilen Reimen zu Greta Thunberg, denn: Wenn man wirklich wissen wollte, wie sich Klimaerwärmung am eigenen Leibe genau dann anfühlt, wenn man sie gar nicht haben will, dann war das Sängerheim der geeignete Ort, weil: Während des offiziellen Teils herrschte dort latent subtropisches Klima. Man konnte sich also ohne Mühe in Döhlas kleine gereimte Welt der Klima-Betrachtung hineinfühlen.