Einem Lebensgefühl Stimme geben

Limbach. Mehr als ein Dutzend Jugendliche haben sich in einem Nebenraum des Limbacher Jugendzentrums um Torsten Link gescharrt. Die Stimmung ist gelöst, immer wieder klingen Beats aus den kleinen Boxen des Laptops, das Link mitgebracht hat

Limbach. Mehr als ein Dutzend Jugendliche haben sich in einem Nebenraum des Limbacher Jugendzentrums um Torsten Link gescharrt. Die Stimmung ist gelöst, immer wieder klingen Beats aus den kleinen Boxen des Laptops, das Link mitgebracht hat. Link ist Referent eines kostenlosen Rap-Workshops, der seit rund drei Wochen jeden Dienstag Jugendlichen die Möglichkeit geben soll, ihrem Lebensgefühl Ton und Stimme zu geben - "Culture United" nennt sich das ganze Projekt. Von Mitte der 90er bis Anfang 2000 hat Torsten Link selbst in einer Band gerappt. "Während meines Studiums der Sozialpädagogik hat sich dann die Idee entwickelt, das auch in meinen Beruf einzubringen." Seit einigen Jahren bietet Link in Zusammenarbeit mit Juz-United, dem Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung, Rap-Workshops an. "Es hat sich gezeigt, dass man dadurch sehr gut Jugendliche in Jugendzentren integrieren kann und dass sich die Jugendlichen mit ihren Räumlichkeiten auseinander setzen." Mit den unterschiedlichen musikalischen Ausgangspositionen der Jugendlichen geht Link direkt um. "Man muss ehrlich sein und den Jugendlichen auch ihre Grenzen aufzeigen. Normalerweise ist eigentlich immer ein Erfolgserlebnis erreichbar, man bekommt es in der Regel immer hin, dass ein Text geschrieben wird und dass sich der gerappt auch relativ gut anhört. Und auch die Jugendlichen selbst sind durchaus in der Lage zu bewerten, was gut ist und was nicht geht." Für Theo Koch von Juz-United steht dabei, ebenso wie für Torsten Link, konstruktiver Spaß und das Erleben eigener Aktivität für die Jugendlichen im Vordergrund. Torsten Link ergänzt: "Es geht um Musik und um Spaß. Natürlich werden, gerade auch beim Rapp, Probleme angesprochen. Aber es geht in erster Linie um die musikalische Betätigung." Eine, die seit drei Wochen an ihrem Traum, zu singen, arbeitet, ist Edina Derri aus Limbach. "Ich singe für mein Leben gerne. Der Workshop hier hat mit die Möglichkeit gegeben, einmal zu erfahren, wie es sich anhört, in einem Tonstudio zu singen. Und das war richtig schön." Für Edina steht fest: "Ich mache weiter." Auch für Julian Hein aus Altstadt hat sich der Workshop zu einer echten Bühne entwickelt, seine Raps kommen bei den anderen gut an. In seinen Texten verarbeitet Julian Erlebnisse des Tages. Fragt man ihn, was der Workshop ihm bringt, sagt er: "Ich kann mich mit anderen austauschen. Ich erhalte Kritik als Chance, mich zu verbessern. Und vielleicht verstehen mich andere über meine Musik auch besser."

Mehr von Saarbrücker Zeitung