Eine ganze Schule mit Courage

Ein großes Schild zeugt von wichtiger Auszeichnung: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ darf sich seit Samstag die Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach nennen. Der Trägerverein Aktion Courage vergab die Auszeichnung.

Eigentlich ist es eine selbstverständliche Botschaft, mit der die Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach seit dem vergangenen Samstag ganz offiziell in die Welt geht: "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" darf sich die Bildungseinrichtung jetzt offiziell nennen. Ein großes Schild kündet von dieser Auszeichnung, die vom bundesweit aktiven Trägerverein Aktion Courage an solche Schule vergeben wird, die sich verpflichten, im Schulalltag und mit speziellen und nachhaltigen Projekten gegen Rassismus und Diskriminierung im Klassensaal aktiv zu werden.

In Limbach waren es, unterstützt von Lehrern und der Schulleitung, vor allem Kathrin Kühn und Maurice Mohr aus der Schülervertretung, die sich in den zurückliegenden Monaten dafür eingesetzt hatten, der Schule dieses ganz besondere Gütesiegel zu ermöglichen. "Jeder kennt das Thema Rassismus , es gibt ihn leider überall", schilderte Kathrin am Rande der Auszeichnung den grundsätzlichen Impuls. Bei einem Besuch am Homburger Saarpfalz-Gymnasium, auch das eine "Schule ohne Rassismus ", sei man auf dieses besondere Programm des Vereins Aktion Courage aufmerksam geworden. "Maurice und ich haben uns dann dazu entschlossen, dass wir uns zu diesem Thema von der Schüler-Seite aus engagieren. Denn es betrifft ja alle Schüler ". Zusammen mit Lehrer Michael Bollenbach habe man den Weg hin zur Auszeichnung vom Samstag in Angriff genommen. Ein erster Schritt sei dabei eine vom Trägerverein geforderte Unterschriftenliste gewesen, mit der die Schüler ihr Eintreten gegen Rassismus kundtun sollen - an der Gemeinschaftsschule Limbach mit herausragendem Erfolg. Schulleiterin Ursula Luckscheiter: "Fast 100 Prozent aller Schüler haben auf dieser Liste unterschrieben." Und Kathrin Kühn ergänzte: "Alle haben ganz toll mitgemacht und gezeigt, dass sie von dieser Aktion überzeugt sind."

Vor einem halben Jahr habe man damit begonnen, die Bewerbung auf den Weg zu bringen, "das war schon sehr anstrengend", wie sich Maurice Mohr erinnerte. Er machte aber auch klar, dass Rassismus an einer Schule einfach nicht stattfinden dürfe und sich dieser Einsatz deswegen lohne.

Einen konkreten Anlass, und das machten sowohl Ursula Luckscheiter als auch ihr Konrektor Bernd Molitor klar, habe es an der Gemeinschaftsschule Kirkel nicht gegeben, vielmehr lebe man das Miteinander ganz unterschiedlicher Kulturen und Religionen nahezu automatisch. Lehrer Michael Bollenbach: "Rassismus innerhalb der Schule ist eigentlich sehr selten, er kommt eher von außen. Alleine meine Klasse hat 15 Schüler mit Migrationshintergrund und bei uns ist das kein Thema. Wir leben Integration, sie ist bei uns etabliert." Zudem, ergänzte Ursula Luckscheiter, habe man unabhängig von der Bewerbung um die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" schon in der Vergangenheit immer wieder relevante Themen, so mit der Geschichts-AG, aufgearbeitet. "Da war es nur folgerichtig, dass wir uns um diese Auszeichnung bewerben." Und das mit Erfolg.

Zum Thema:

Auf einen Blick Mit der Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zeichnet der bundesweit aktive Verein Aktion Courage Schulen aus, die sich langfristig und nachhaltig mit besonderen Projekten und einer entsprechenden Schul-Philosophie gegen Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit im Klassenzimmer stellen. Unter der Schirmherrschaft von Kirkels Bürgermeister Frank John hat sich auch die Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach für diese Würdigung beworben und wurde am Samstag offiziell ausgezeichnet. thw

Mehr von Saarbrücker Zeitung