Ein Wettstreit auf dem Podium

Kirkel. Zunächst einmal hatte Merkur-Mitarbeiter Peter Neuheisel eine Wette gewonnen: Die Burghalle war voll. Über 300 Besucher wollten bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Kirkel dabei sein und sich anhören, was die drei Kandidaten Armin Hochlenert (CDU), Frank John (SPD) und Axel Leibrock (Grüne) zu sagen hatten (wir berichteten)

Kirkel. Zunächst einmal hatte Merkur-Mitarbeiter Peter Neuheisel eine Wette gewonnen: Die Burghalle war voll. Über 300 Besucher wollten bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Kirkel dabei sein und sich anhören, was die drei Kandidaten Armin Hochlenert (CDU), Frank John (SPD) und Axel Leibrock (Grüne) zu sagen hatten (wir berichteten). Dennoch verlief die zweistündige Veranstaltung trotz des vollen Hauses eher verhalten, aus dem Publikum gab es nur zwei Wortmeldungen. Das war zunächst die in Kirkel wohl bekannte Gertrud Holzer, die seit 16 Jahren in der Seniorenbetreuung, vor allem bei Leib's Heisje, aktiv ist und sich für alte und kranke Menschen engagiert. Sie wollte wissen, was denn Frank John für diese Menschen zu tun gedenke. John versprach, vor allem die ambulante Sozialstation weiter auszubauen, um alten Menschen zu ermöglichen, weiter selbstständig zu Hause zu wohnen. Und er möchte die ehemalige Altstadter Schule in ein Mehrgenerationenhaus umwandeln. Darin widersprach er nicht den Plänen von Bürgermeister Armin Hochlenert, der ähnliche Vorstellungen hegt. Überhaupt gleichen sich manche Wahlkampfthemen deutlich: John möchte die Kinderbetreuung mehr vernetzen und Baulücken schließen. Das betreibt auch Hochlenert. Axel Leibrock hingegen versuchte, sich deutlich abzugrenzen und vieles kleinzureden, was Bürgermeister Hochlenert an seiner Gemeinde stets gerne hervorhebt. Kirkel sei auf Dauer keine Zuwachsgemeinde, der Kirkeler Haushalt sei keineswegs saniert und auch im Tourismus bewege sich nicht viel, so Leibrock. Peter Neuheisel wies als Moderator jedoch darauf hin, dass Leibrock immerhin Beigeordneter für Tourismus sei, mithin also auch selbst in der Pflicht. Auch Co-Moderator Thomas Gerber (SR) ließ nichts aus, um das Podium zu beleben. Vor allem die Vorwürfe von Frank John, der Bürgermeister sei ein Frühstücksdirektor und tue nichts, reichte er gerne an Hochlenert weiter. Der ließ diese Vorwürfe an sich abprallen. Stattdessen betonte er, dass er in den acht Jahren seiner Amtszeit mit lukrativen Gewerbeansiedlungen, einer deutlichen Steigerung der Arbeitsplätze und neugestalteten Kindergärten und Schulen eine beachtliche Bilanz vorlegen könne. Leibrock hingegen prophezeite, dass die Limbacher Schule demnächst wohl nur noch einzügig sei und Arbeitsplätze kaum geschaffen, sondern nur von woanders nach Kirkel verlagert worden seien.Etwas Streit gab es um das Gebiet Zunderbaum, das derzeit saarlandweit als eines der größten noch zu planenden Gewerbeparks gilt. Auch hier warfen Leibrock und John ihrem Konkurrenten Untätigkeit vor. Es kam sogar das Gerücht auf, der Zunderbaum sei schon als komplettes Industriegebiet verplant. Hochlenert entgegnete, dass die Fläche noch gar nicht ans Land verkauft worden sei, also könne auch noch niemand darüber verfügen. Außerdem sei erst vor einigen Tagen ein Masterplan in Auftrag gegeben worden, um überhaupt mal aufzulisten, wo sich Wohngebiete, Wald und Zuwege befinden. Für Axel Leibrock, der einen umweltfreundlichen Energiepark favorisiert hatte, war der Zug damit aber schon abgefahren: "Eine Solaranlage hätte man früher angehen sollen." Aus dem Publikum kam noch Rolf Bauer zu Wort, der sich beklagte, dass er beim Bau seines Hauses an der Limbacher Sägemühle vor Jahren viele Auflagen hatte beachten müssen, während dort heute munter mehrstöckig gebaut würde und die Straßen ständig zugeparkt seien. Es war das Landratsamt, das diese Bebauung genehmigt hatte. Wie bei weiteren Bürgerbeschwerden auch, mussten die Kommunalpolitiker hier passen, denn Verkehrsbelastung oder bestimmte Genehmigungen fallen nun mal in den Verantwortungsbereich des Kreises oder des Landes.

Auf einen BlickDie Podiumsdiskussion wird in voller Länge am 8. November um 10 Uhr auf dem SR-Radio-Sender Antenne Saar (auf Mittelwelle) gesendet.