Ein bedeutsames Stück der Gewerkschaftsgeschichte

Kirkel · Der Berliner Historiker Werner Milert brachte es am Montag bei der Eröffnung der Ausstellung "Zerschlagung der Mitbestimmung 1033" (wir berichteten) im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel auf den Punkt: "Bevor die Nazis im Frühjahr 1933 die Gewerkschaften zerschlugen, beseitigten sie die Mitbestimmung in den Betrieben. Die Betriebsratswahlen im März, die nach den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 stattgefunden hatten, brachten ein klares Votum für die Listen der demokratischen Gewerkschaften. Wäre es nach den Ergebnissen der Betriebsratswahlen gegangen, die Nationalsozialisten wären nicht an die Macht gekommen." Milert, Kurator der Ausstellung, warnte davor "aus der Geschichte nichts zu lernen"; Rassismus, Extremismus und Antisemitismus müsse energisch entgegen getreten werden. Der saarländische Historiker Frank Hirsch erinnerte an die Saar-Sonderrolle zwischen Völkerbundregime und Abstimmungskampf. Namen wir Fritz Dobisch, Max Braun, Peter Kiefer, Julius Schwarz und Fritz Kuhnen sollten unvergessen bleiben. Eugen Roth , Chef des DGB-Saar und Vize-Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz/Saar, erklärte, diese Ausstellung sei ein bedeutender Teil der Gewerkschaftsgeschichte allgemein und insbesondere der Saar-Geschichte. Zu Beginn wies der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer, Hans Peter Kurtz, darauf hin, die Mitbestimmung ein wichtiges Mittel sei, um Ausgleich und Konsens in der Gesellschaft zu erreichen.

 Vor Dokumenten aus der saarländischen Gewerkschaftsgeschichte im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel spricht (von links) Ausstellungsleiter Wilhelm Offermanns (Arbeitskammer des Saarlandes) mit dem Historiker und Kurator Werner Milert und Eugen Roth, Landeschef des DGB Saar. Foto: Bernhard Reichhart

Vor Dokumenten aus der saarländischen Gewerkschaftsgeschichte im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel spricht (von links) Ausstellungsleiter Wilhelm Offermanns (Arbeitskammer des Saarlandes) mit dem Historiker und Kurator Werner Milert und Eugen Roth, Landeschef des DGB Saar. Foto: Bernhard Reichhart

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Auf einen BlickIn Kirkel ist die Ausstellung im Bildungszentrum der Arbeitskammer, Am Tannenwald, noch bis zum Samstag, 6. September, zu sehen. Die 30 Exponate zeigen Dokumente der meist unbekannten deutschen Gewerkschaftsgeschichte. Sie sind von 8 bis 16 Uhr zu sehen. In einem Sonderteil werden erstmals auch Dokumente und Fotos aus der saarländischen Arbeiter- und Gewerkschaftsgeschichte gezeigt. Gemeinsame Veranstalter dieser Ausstellung sind die Arbeitskammer, der DGB und die Heinrich-Böckler-Stiftung. jkn

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