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Ein Augenaufschlag für die emsigen Helfer

Ein Augenaufschlag für die emsigen Helfer

Die syrischen Flüchtlinge Omar und Khaled Al Mouqdad haben zu Kamera und Stift gegriffen und 40 der vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer ihre Zeit gewidmet. Herausgekommen sind Porträts, die nun in Limbach aushängen.

Wenn in diesen Tagen von Flüchtlingen die Rede ist, dann geht es meistens darum, was Kommunen und ehrenamtliche Helfer für diese Menschen tun müssen, tun wollen und tun können. Doch für Khaled und Omar Al Mouqdad, zwei junge syrische Flüchtlinge in Kirkel, drehte sich in den vergangenen zwei Monaten vieles darum, was sie ihrerseits den Bürgern ihrer neuen Heimat zurückgeben können. Omar: "Wir wollten den Menschen hier ein Geschenk machen." Und genau das tat das Brüderpaar.

Mit Kamera und Stift machten sich die beiden auf den Weg zu den Menschen, von denen sie und die anderen Flüchtlinge in Kirkel in den vergangenen Monaten Hilfe, Nähe, Unterstützung und das Gefühl erhalten hatten, in Kirkel willkommen zu sein.

Unter dem Titel "Faces of us - Gesichter von hier" porträtierten Omar mit der Kamera und Khaled mit dem Stift ihre Helfer, schufen wunderbar nahe Porträts und fragten nach dem Impuls für die Hilfe. Entstanden sind Einblicke in die Seele derer, die es beim Helfen nicht mit Worten belassen, sondern die anpacken, mitmachen. So beschreibt Traudel ihren Weg an die Seite der Flüchtlinge in Kirkel so: "Ich bewundere diese Menschen. Den Mut zu haben, ganz neu anzufangen, in einem fremden Land. Das alles muss so unsagbar schwierig sein. Deshalb helfe ich." Und Ronja fasst ihre Motivation und ihre Erlebnisse so zusammen. "In der jetzigen politischen Lage habe ich für mich selbst entschieden, helfen zu müssen. Auf diesem Wege habe ich die freundlichsten Menschen der Welt kennengelernt."

Über 40 Porträts haben Omar und Khaled so zusammengetragen - und geben damit der ehrenamtlichen Hilfe in der gesamten Gemeinde Kirkel buchstäblich ein Gesicht. Am vergangenen Freitag nun stellten die beiden ihr Werk im Schaufenster des ehemaligen Schlecker-Marktes in der Limbacher Dorfmitte offiziell vor, nachdem das Projekt schon seit einiger Zeit online unter der Internetadresse "www.faces-of.us“ zu sehen war. Und auch bei der Präsentation einer Auswahl von 36 großformatigen Fotografien samt Interviews zeigte sich, wie belastbar das Netz der Hilfe in Kirkel ist. Beispielhaft: Jasmin Hahn von der Limbacher Nachbarschaftshilfe hatte in den Wochen zuvor das Projekt aus dem Hintergrund und auf vielen Wegen betreut. Andrea Molter-Nägle (den Nägles gehört der Schlecker-Markt heute) hatte sich sofort bereit erklärt, die Schaufenster ihres "Ladens" für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen und auch die Vernissage im eigenen "Wohnzimmer" auszurichten. Und Jasmin Hahns Bruder Reza Esmaili sorgte für den professionellen Internetauftritt.

Die Vernissage vom Freitag selbst war von vielen Emotionen getragen. Und von Begeisterung über das, was Khaled und Omar geschaffen haben. Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher attestierte den Bildern eine sehenswerte Botschaft weit über das einzelne Foto hinaus, Kirkels Bürgermeister Frank John nannte die Ausstellung einen wichtigen Impuls für die Integration der Flüchtlinge in Kirkel. Und die beiden Brüder Omar und Khaled? Es war ihr Abend! Und den widmeten sie bei allem gerechten Stolz auf die eigene Arbeit auch ihrer Mutter Nahlah.

Zu sehen ist die Ausstellung "Faces of us - Gesichter von hier" voraussichtlich noch bis zum 18. Dezember im Schaufenster des ehemaligen Schlecker-Marktes in Limbach . Zusätzlich ist das Projekt auch im Internet unter der Adresse "www.faces-of.us“ präsent.