DRK befürchtet starken Rückgang der Blutspendebeteiligung durch Hitze

Blut wird beötigt : Blutspenden werden immer gebraucht

Das DRK bittet darum, auch im Hochsommer zur Blutspende zu gehen. Der Grund: Bei Hitze nehme die Bereitschaft ab, sich zum Spenden zu melden.

Es ist Sommer und es wird die kommenden Tage heiß. Eigentlich nichts Besonderes. Nun meldet sich auch der DRK-Blutspendedienst West zu Wort, der darauf aufmerksam macht, dass trotz der großen Hitze in diesen Tagen Blutspenden dringend gebraucht werden. „Angesichts der angekündigten Rekordtemperaturen befürchtet das Rote Kreuz sinkende Blutspenderzahlen“, heißt es von dort.

„Aus der Vergangenheit wissen wir, dass bei derart hohen Temperaturen mit drastischen Einbrüchen von bis zu 25 Prozent rechnen ist“, berichtet Dr. Thomas Zeiler, ärztlicher Geschäftsführer des Blutspendedienstes und betont, dass viele schwerkranke Patienten weiterhin dringend auf Bluttransfusionen angewiesen sind.

Um besser mit der Hitze klarzukommen und einen kühlen Kopf zu behalten, gibt der DRK-Blutspendedienst allen, die Blut spenden möchten, folgende Tipps: über den Tag verteilt mindestens drei Liter Wasser trinken, lauwarme Getränke wirken besser als eiskalte, da der Temperaturunterschied bei stark gekühlten Getränken das Schwitzen noch fördert, Melonen und Ananas unterstützen die Flüssigkeitsaufnahme und enthalten wichtige Mineralstoffe, gesalzene Snacks (zum Beispiel Nüsse) geben dem Körper das ausgeschwitzte Salz zurück, den Kopf bedecken und luftige Kleidung tragen.

Wer Blut spenden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und sich gesund fühlen. Zum Blutspendetermin bitte unbedingt den Personalausweis mitbringen. Vor der Blutspende werden Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Blutfarbstoffwert überprüft.

Im Labor des Blutspendedienstes folgen Untersuchungen auf Infektionskrankheiten. Jeder Blutspender erhält einen Blutspendeausweis mit seiner Blutgruppe. Die eigentliche Blutspende dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Danach bleibt man noch zehn Minuten lang ganz entspannt liegen. Zum angenehmen Abschluss der guten Tat lädt das Rote Kreuz zu einem leckeren Imbiss ein.

Wie wichtig eine Blutspende ist, zeige sich schon alleine daran, dass das Deutsche Rote Kreuz knapp 75 Prozent der notwendigen zellulären Blutpräparate für die Versorgung der Patienten in Deutschland sichere. Doch Hitze hin oder her, das im Saarland gespendete Blut reiche ohnehin nicht aus, den Bedarf der Krankenhäuser im eigenen Bundesland zu decken, betont Professor Hermann Eichler vom Institut für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin am Homburger Uniklinikum.

Im Saarland spendeten zurzeit nur vier Prozent der spendefähigen Bevölkerung Blut, was deutlich unter dem Bundesschnitt liege. „Daher brauchen wir dringend neue Erstspenderinnen und Erstspender“, so Eichler, der auch regelmäßig selbst Blut spendet, ebenso wie der größte Teil seines Instituts. Eine Vielzahl von Patienten verdankten so ihr Leben fremden Menschen, die sie nie zuvor getroffen haben.

Neben Unfallopfern und Patienten mit Organtransplantationen seien vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen, erklärt Eichler. Auch bei ungeborenen Kindern im Mutterleib konnten Ärzte bereits Leben erhalten und schwerste Schädigungen vermeiden – dank Blutspenden.

Dass man seit vielen Jahren Blutspenden lebensrettend einsetzen kann, ist Professor Karl Landsteiner zu verdanken. Er war einer der bedeutendsten Mediziner überhaupt, der 1930 den Nobelpreis erhielt, aber in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist. Er entdeckte das AB0-System der Blutgruppen, das die menschlichen roten Blutkörperchen in die verschiedenen Antigen-Eigenschaften A, B und 0 sortiert.

An jedem Institut für Transfusionsmedizin an deutschen Universitätskliniken kann man Blut spenden, auch in Homburg. . Foto: dpa/Bernd Wüstneck
In den Blutbanken der Rettungsdienste sind die Reserven besonders im Sommer knapp. Deshalb werden Helfer dringend benötigt. Foto: dpa/Jens Büttner

Professor Karl Landsteiner erkannte auch, dass die Bluttransfusion zwischen Personen der gleichen Gruppe nicht zur Zerstörung der Blutzellen führt, wohl aber zwischen Personen verschiedener Blutgruppen. 1907 wurde die erste erfolgreiche, auf seiner Arbeit basierende Bluttransfusion durchgeführt. Bis heute bilden seine Entdeckungen die Grundlage der modernen Transfusionsmedizin.

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