Deutsch-Polnischer Schüleraustausch zwischen Schule in Kirkel und Polen

Schüleraustausch : Ein Stück gelebte Grenzüberschreitung

Die Gemeinschaftsschule Limbach empfing polnische Gastschüler zum Austausch. Unter anderem ging es gemeinsam zum EU-Parlament nach Straßburg.

Wie man Grenzen verschwinden lässt? Am besten, in dem man die Menschen dies- und jenseits zusammen bringt. Und das so früh wie möglich. Diesem Grundsatz folgen seit vielen Jahren die länderübergreifenden Partnerschaften zwischen Kreisen, Städten, Gemeinden und Schulen. Im Saarpfalz-Kreis steht seit dem vergangenen Jahr der Schulterschluss mit Wielen in Polen weit oben auf der Agenda. Ganz vorne mit dabei als Partner: die Gemeinde Kirkel und hier die Gemeinschaftsschule in Limbach.

Nachdem es in der jüngeren Vergangenheit schon persönliche Kontakte zwischen offiziellen Vertretern beider Länder auf Kreis-, Gemeinde- und Schulebene gegeben hatte, war nun in der vergangenen Woche eine Schulklasse aus Wielen zu Gast im Saarland – untergebracht in „Spohns Haus“ in Gersheim und betreut von eigenen Lehrern und der Gemeinschaftsschule Kirkel. Am Freitag hieß es für die polnischen Schüler sowie ihre Lehrer: Abschied nehmen vom Saarpfalz-Kreis, von Gersheim, Kirkel und der Gemeinschaftsschule. Der geeignete Moment, um noch einmal auf die vergangenen Tage zurückzublicken und dem wörtlich gemeinten „Auf Wiedersehen“ auch einen ganz offiziellen Touch zu geben. Dafür sorgten Kirkels Bürgermeister Frank John, Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher und Dominik Hochlenert vom Kulturamt der Stadt, die zusammen den polnischen Gästen bei einer kurzen Stippvisite noch ein paar süße Gastgeschenke vorbei brachten. Mittendrin im bunten Treiben auf dem Hof der Gemeinschaftsschule: Rektorin Ursula Luckscheiter, Konrektor Bernd Molitor, die deutschen Betreuungslehrerinnen Hannah Hilden und Elke Hussong sowie ihre polnischen Pendants Karolina Schwarz und Slawomir Szymcrak. Am Rande einer kleinen Schulführung für die jungen polnischen Gäste und eines kleinen, filmischen Rückblicks auf die vergangenen Woche skizzierten die Macher des aktuellen Schüleraustausches, worum es bei dem tatsächlich geht. Und da steht eben der ganz persönliche Austausch von Schüler zu Schüler im Vordergrund – in den zurückliegenden Tagen verpackt in ein spannendes Programm, das unter anderem den Besuch des Burgsommers auf der Kirkeler Burg und einen Abstecher nach Straßburg samt Führung durch das Europaparlament vorsah. Gefragt, ob es aber „nur“ um diesen persönlichen Austausch unter den Schülern gehe, oder ob man auch mal in Sachen Schulbetrieb von hüben wie drüben über den Tellerrand schaue, sagte Ursula Luckscheiter: „Ich denke, es geht um beides. Es ist schon interessant zu sehen, wie es dort in Sachen Schule läuft.“ Erfahrungen habe man im deutsch-polnischen Austausch dabei schon ein bisschen. So habe es einen Versuch gegeben, mit einer polnischen Schule eine beständige Partnerschaft einzurichten, dies habe aber nicht gut funktioniert. Dem quasi zweiten Anlauf bescheinigte Luckscheiter deutlich bessere Startvorausetzungen. „Hier habe ich ein richtig gutes Gefühl. Das Zwischenmenschliche hat gepasst, die gemeinsamen Unternehmungen sind gut verlaufen.“

Und wie sehen die beiden polnischen Lehrer ihren Aufenthalt, die Woche im Saarpfalz-Kreis? „Es hat uns wirklich sehr gefallen, das Programm war ganz toll!“, zeigte sich Karolina Schwarz sichtlich angetan. Und gerade der Besuch in Straßburg habe einen großartigen Eindruck hinterlassen, versicherte die polnische Lehrerin. Auch sehr gefallen habe allen der Besuch auf der Kirkeler Burg und die vielen Aktionen, die dort im Handwerkerdorf für die Schüler möglich waren, von Brotbacken bis Töpfern. Vor allem aber eines betonte Schwarz: „Die Schülerinnen nehmen die Freundschaften mit zurück nach Polen.“

Der einwöchige Austausch war augenscheinlich ein voller Erfolg – einer, der im kommenden Jahr seine Fortsetzung finden soll. Dann werden die deutschen Schüler, die in diesem Jahr ihren neuen polnischen Freunden den Saarpfalz-Kreis zeigten, mit einem Gegenbesuch Wielen in Polen erkunden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung