Denise Hauch, beste Fachpraktikerin Hauswirtschaft, ist aus Homburg

Ein Hoch auf Denise : Denise, der gute Geist im Schockraum

Denise Hauch, die landesbeste Fachpraktikerin in Hauswirtschaft, kommt vom CJD und arbeitet am Uniklinikum.

„Ich bin die Putzfrau von nebenan.“ So beschreibt sich Denise Hauch aus Homburg. Die 25-Jährige putzt im Uniklinikum und gehört zu den guten Geistern, die dort unverzichtbar sind. Wenn im Schockraum jemand verblutet ist, dann räumt sie auf. Und genau das hat sie uns beschrieben: „Wenn man dort arbeitet, dann sieht man bangende Angehörige und Trauernde. Man bekommt alles mit, schlimme Bilder und schreckliche Gerüche. Aber ich sorge dafür, dass beim nächsten Patienten wieder alles stimmt. Das ist kein leichter Job, das geht an die Psyche. Aber ich komme gut klar.“ Im Klinikbetrieb ist sie unauffällig. Trotzdem ist sie in drei Schichten oft auch Nachts da, denn die Klinik schläft nie. So unverblümt sie von ihrem Job erzählt, so eindrucksvoll wird deutlich, wie wichtig er ist. Und vielleicht schenkt man jetzt beim nächsten Mal auch der Klinikputzfrau einen netten Gruß.

Verdient haben Denise Hauch und ihre Mistreiter das allemal. Denise Hauch ist außerdem bestens qualifiziert. Als Fachpraktikerin für Hauswirtschaft legte sie 2018 den landesweit besten Abschluss ab. Im Kultusministerium sei sie dafür ausgezeichnet worden, sagt Ausbilderin Birgit Ostermann, die mit Denise um den Landessieg gewettet hatte. Am Ende zahlte Ostermann mit Freude einen Becher Eis. Ausgebildet wurde Denise beim Christlichen Jugenddorfwerk (CJD) in Homburg, einer Institution.

460 Mitarbeiter kümmern sich dort und an weiteren Standorten um 400 Auszubildende und 1100 Ganztagesschüler. 38 Berufe werden ausgebildet. Die Lehrlinge haben ein Handicap, bei CJD haben sie einen neuen Start oder erstmals eine Chance. Denise spricht von „Neustart“ und davon, dass man ihr etwas zugetraut habe. „Irgendwas muss ich dann gemacht haben, dass es so gut wurde. Ich hab nie damit gerechnet“, sagt die Landessiegerin. Und wenn sie nicht putzt? Dann spielt sie am Computer und entwirft Items für Computerspiele mit Grafiksoftware. Was das ist, kann sie gut erklären. Man versteht es nur nicht, wenn man nicht selbst in die Welt der Computerspieler eintaucht. Muss man aber auch nicht. Fakt ist: Die Landessiegerin ist sich nicht zu schade, den übelsten Schmutz wegzuputzen. Und das macht sie erneut zur Siegerin.

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