„Den Ortskern in seiner Funktion schützen“

„Den Ortskern in seiner Funktion schützen“

Es geht nicht nur um den Beschluss verkehrsberuhigender Maßnahmen für Limbach: Ortsvorsteher Max Limbacher will vor allem den Schwerlastverkehr aus dem Ortszentrum heraushalten. Konkret: Durchfahrtsverbot für Lkw ab 5,5 Tonnen.

Ist ein Ort lebendig und ist er mehr als eine "Schlafstadt", dann bringt das mitunter gerade im Straßenverkehr eine erhöhte Belastung mit sich. Dies gilt mit Sicherheit für Limbach . Gewerbe, Handel, Gastronomie - all das ist in Kirkels Ortsteil reichlich zu finden. Und damit eben auch viele Autos und Lkw. Damit sich diese Situation verbessert, hat sich Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher einige eingehende Gedanken gemacht, wie Limbach in der Zukunft mit dem Straßenverkehr umgehen soll. Limbachers Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Bahnhofsstraße und der Hauptstraße als Kern des Ortes, aber auch auf neuralgischen Punkten wie dem Bliesbergerhof und auf dem Bayerischen Kohlhof.

In der Vergangenheit, so Limbacher anlässlich einer Ortsratssitzung in der Vorwoche, habe man erfahren müssen, dass man nicht einfach verkehrsberuhigende Maßnahmen beschließen könne, "einfach deswegen, weil wir bei vielen Maßnahmen , die in Limbach wünschenswert wären, die Kriterien nicht ohne weiteres erfüllen." Zum Hintergrund: Impulse für verkehrsberuhigende Maßnahmen sind unter anderem Unfallschwerpunkte oder, wenn es um Zebrastreifen geht, zahlenmäßige Vorgaben für die Verkehrsdichte. Dies greife vor allem immer dann, so Limbacher, wenn die Straßen nicht in der Zuständigkeit der Gemeinde, sondern des Landes lägen - betreut im Auftrag des Saarpfalz-Kreises.

Ablehnungen habe man auf dieser Rechtsbasis in der Vergangenheit immer wieder erhalten. "Also könnte man sagen, dass das alles nichts bringt." Es gebe aber, trotz der Vorgaben, einen Ermessensspielraum. "Um den auszufüllen, müssen wir anders argumentieren." So gelte es, den Fokus nicht einfach auf die Verkehrsberuhigung zu legen, sondern vielmehr alle gewünschten Maßnahmen unter dem Dach einer Weiterentwicklung des Ortskerns zu bündeln. "Es muss darum gehen, diesen Ortskern in seiner Funktion und seinem Bestand zu schützen." Und: Es müsse Ziel sein, deswegen den Schwerlastverkehr aus dem Ortszentrum rauszuhalten. "Diese beiden Argumentationsstränge haben den Saarpfalz-Kreis hellhörig werden lassen." Denn, wie Limbacher deutlich machte: Es gehe so um die Kommunalentwicklung. "Deswegen müssen wir anders argumentieren." Als Argumentationsgrundlage lieferte der Ortsvorsteher eine umfangreiche Ist-Darstellung der Orts-Infrastruktur mit Verkehrsschwerpunkten und einer zonalen Bewertung von Wohn- und Gewerbegebieten als Ergebnis der Entwicklungsgeschichte Limbachs. Limbacher machte hier klar, dass der Verkehr nicht nur einfach Schuld an vielen Störungen sei, sondern im positiven Sinne auch erst dafür gesorgt habe, dass der Ort überhaupt ein Zentrum mit guter Infrastruktur entwickeln konnte. "Dieses Zentrum gilt es zu schützen."

Dazu müsse man vor allem den Durchgangsverkehr mindern, gerade im Bereich der Lkw. "Dieser Durchgangsverkehr beeinträchtigt die Attraktivität des Ortszentrums, den Ausbau der Angebote und den Verbleib-Charakter."

Als Maßnahmen nannte Limbacher ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 5,5 Tonnen, "ausgenommen der Anlieferverkehr", eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer in der gesamten Hauptstraße, eine Blitzanlage sowie ein Zebrastreifen im Bereich Bayerischer Kohlhof. Limbacher: "Ob das alles so realisiert werden kann, das müssen wir derzeit offen lassen, denn wir haben keinen unbedingten Rechtsanspruch." Ein Gesamtkonzept habe aber größere Aussichten auf Erfolg.

Zum Thema:

Auf einen Blick Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen im Ortskern von Limbach und dem Bayerischen Kohlhof sehen die aktuellen Überlegungen von Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher auch einen Zebrastreifen auf dem Bliesbergerhof und einen Lärmschutz an der A 8 in Höhe des Bayerischen Kohlhofs. thw

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