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Das Mittelalter an der Burg in Kirkel

Kirkeler Burg : Die Burggemeinde in Händen der Ritter

Der Mittelaltermarkt bot erneut eine tolle Atmosphäre. Die zahlreichen Händler und Besucher konnten zufrieden sein.

Burgen, Ritter, Turniere oder Minnesänger – das Mittelalter regt seit jeher die Fantasie der Menschen an. Mittelaltermärkte sind da eine gute Gelegenheit, sich in eine Welt zu versetzen, die bereits vor vielen hundert Jahren untergegangen ist und doch, oder vielleicht gerade deswegen, vielen auf eine gewisse Art ans Herz gewachsen ist.

Heraus sticht dabei der Mittelaltermarkt in Kirkel, der von der Gemeinde organisiert wird und in diesem Jahr ein Jubiläum feierte – bereits zum 20. Mal wurde am Fuß der Burg die Epoche zwischen Antike und Neuzeit zum Leben erweckt. Und das Ambiente war einmal mehr am besten mit dem Wort „malerisch“ zu beschreiben. Dicht an dicht drängten sich die insgesamt rund 30 Hütten und Stände verschiedener Händler auf der Unterburg und im Burggraben. Überwacht wurde das bunte Treiben von der Burg selbst, die majestätisch über dem Markt thronte, und von einer ganz besonderen Persönlichkeit – dem prächtig gewandeten Burgwächter Faltgold. „Meine Aufgabe ist es, Markt und Burg zu bewachen, Auskunft zum Programm zu geben und beim Aufbau zu helfen“, erzählt Faltgold, der im echten Leben Nickola Pascal heißt und seit rund vier Jahren Mitglied im Förderkreis Kirkeler Burg ist. „Schon als Kind habe ich hier gespielt und da war es einfach selbstverständlich, mich später im Sinne der Burg zu engagieren.“

Aber nicht nur die abwechslungsreich gewandeten Mitglieder des Förderkreises machten den Mittelaltermarkt mit ihrem Enthusiasmus zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Auch die vielen Besucher, die sich ebenfalls voll in mittelalterliche Schale geschmissen hatten, ließen die Epoche aufleben. Da sah man düstere Ritter mit Helm, Schild und langen Bärten genauso wie Mägde in bunten Gewändern. Allen war eines gemeinsam: die Faszination für das Mittelalter und dessen ganz besonderes Flair. „Es ist einfach toll, einmal in eine andere Welt einzutauchen, die sich von unserem Alltag so sehr unterscheidet“ versuchte eine Besucherin, Burgfräulein Diana aus dem Mandelbachtal, den Reiz eines solchen Mittelaltermarktes zu erklären. Gerade der Markt in Kirkel sei „besonders familiär.“ Und dieser Eindruck scheint keineswegs unbegründet, denn überall auf dem Markt trafen sich alte Bekannte, tranken ein Horn Met und genehmigten sich eine „gegrillte Amtssau“ oder einen „Burgfrauentopf“. Kulinarisch hatte der Mittelaltermarkt somit einiges zu bieten.

Das richtige Zubehör zum Essen und Trinken bekam man schließlich in der Schmiede, wo Peter Gebhard und Thomas Bronder den Hammer schwangen. „Wir stellen alle Alltagsgegenstände her, die man zum Essen braucht“, so Gebhard. Erwerben konnte man bei den Schmieden unter anderem Löffel oder Messer. Während diese Utensilien auch heute noch zum gesellschaftlichen Kanon gehören, sind Pfeil und Bogen in den Fußgängerzonen der modernen Städte doch eher selten auszumachen. Aber ein Mittelaltermarkt wäre wohl kaum ein echter Mittelaltermarkt, wenn man sich nicht auch im Bogenschießen versuchen könnte. Gerade für den Anfänger gibt es dabei einiges zu beachten, wie Melanie Strobel vom Förderkreis deutlich machte. „Wichtig ist vor allem ein fester Stand, eine gute Körperhaltung und natürlich ein gut angepasster Bogen“, erklärte Strobel. „Am Ende ist es aber meist Übungssache.“ Akustisch erinnerte aber nicht allein das Schwirren von Pfeilen an die Zeit von Richard Löwenherz, Friedrich Barbarossa und Co. Auch zwei Musikgruppen ließen das Mittelalter akustisch wieder aufleben. „Spielwahn“ und „Rebule“ sorgten bereits bei einem der Höhepunkte des Marktes, dem prächtigen Einzug, für die passende musikalische Untermalung.

Für den unverwechselbaren Zauberkünstler Kai Borchers alias Kalibo war es dann nicht mehr allzu schwer, die Besucher bei der offiziellen Eröffnung in Stimmung zu bringen. Dieser tat auch die Aufzählung der Regeln des Marktes durch Bürgermeister Frank John keinen Abbruch. Für die Besucher war der Mittelaltermarkt also ein Erlebnis. Und auch der verantwortliche Vertreter der Gemeinde, Dominik Hochlenert, war mit dem Markt zufrieden. „Die Plätze für die Stände waren restlos ausgebucht, und die Stimmung ist einfach unvergleichlich.“