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Coronakonzert der Dorfmusik Hacke am ASB Seniorenheim

Dorfmusik Hacke spielt vor ASB-Seniorenheim : Ein Muttertagskonzert in Coronazeiten

Die Dorfmusik Hacke spielte am Sonntag vor dem ASB-Seniorenheim in Limbach für die betagten Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Pflegekräfte. Von den Fenstern aus wurde kräftig mitgewippt. Eine gelungene Geste in schwierigen Zeiten.

Es sind oft die kleinen und spontanen Gesten, die echte Wirkung zeigen, die Emotionen und eine ganze Gefühlskaskade auslösen können. Eine eben solche Geste zeigte gestern die Limbacher Dorfmusik Hacke, als sie nach einer entsprechenden Absprache mit der Heimleitung und auf Initiative von Ortsvorsteher Max Victor Limbacher zum Muttertag vor dem Seniorenheim des Arbeiter-Samariter-Bundes in Limbach aufspielte.

Mit ihrem kleinen Konzert bedachten die Musiker dabei genau die, die oft abseits von großer öffentlicher Wahrnehmung mit am meisten unter der Folgen der Corona-Pandemie leiden. Nicht nur, dass Bewohnerinnen und Bewohner von Senioreneinrichtungen zur Hoch-Risiko-Gruppe gehören, das beweisen die Krankheits- und Sterbefälle, sie müssen zudem seit Beginn der Epidemie-Einschränkungen mit die größten Auflagen ertragen. Während andere sich schon eingeschränkt fühlen, wenn sie zu bestimmten Zeiten des Tages eine Gesichtsmaske tragen müssen und dagegen sogar demonstrieren und die Gerichte mit Eilanträgen heimsuchen, mussten Heimbewohner und ihre Angehörigen über Wochen hinweg strikte Kontaktbeschränkungen beachten, waren die Seniorinnen und Senioren auf ihr Heim beschränkt. Und erst seit der vergangenen Woche sind erste leichte Lockerungen möglich.

Vor dem Hintergrund dieser Beschwerlichkeiten gewann die Muttertagsaktion der Limbacher Hacke am Sonntag eine ganz besondere Bedeutung. Für eine halbe Stunde gab‘s für die Bewohnerinnen und Bewohner des ASB-Seniorenheimes eine hörbare Abwechslung. Vom Fenster aus folgte, wer immer konnte, den Liedern, wippte mit und genoss das Konzert bei gutem Wetter und schönen Temperaturen. Zuhören konnten natürlich auch die, die sich sich als Pflegerinnen und Pfleger in den zurückliegenden, schweren Wochen aufopferungsvoll um ihre Schützlinge gekümmert haben. Und auch für sie dürfte dieser Muttertag eine ganz besondere Erinnerung werden.

Ein Auge auf das Konzert hatten auch Ina Schott vom ASB und Ortsvorsteher Max Victor Limbacher. Schott sorgte in ihrer gewohnt unkomplizierten Art dafür, dass sowohl Heimbewohner als auch die Dorfmusik Hacke ihren Spaß an diesem besonderen Muttertag hatten, Limbacher genoss in schwierigen Zeiten einfach einen schönen Moment im Dorfgeschehen. „Die Träger von Senioreneinrichtungen merken natürlich hautnah, wie den Bewohnern die Decke auf den Kopf fällt. Und da haben wir uns natürlich überlegt, was wir da tun können. Und so kam die Idee zu einem Ständchen zum Muttertag.“ Als Ortsvorsteher, so Limbacher, gehöre er zu denen, die natürlich öfter das ASB-Seniorenheim besuchten, „gegenwärtig aber eben nicht mehr. Und entsprechend muss natürlich das Gefühl von Angehörigen und Bewohnern sein“.

Letztere müssten sich fühlen wie kaserniert und eingesperrt. Limbacher äußerte da die Hoffnung, dass sich dies auf Sicht ändern werde. „Wobei man natürlich weiß: Die Bewohner sind hochgradig gefährdet, das zeigen auch die Zahlen. Wir müssen aber in der näheren Zukunft diese Sperre irgendwie durchbrechen. Man müsste sich zumindest wieder sehen können. Und das heute ist ein Beitrag dazu.“

Eben dieser Beitrag der Dorfmusik Hacke am Muttertag spannte zwar keine Brücke zwischen den Angehörigen und den Bewohnern des ASB-Seniorenheimes, setzte aber ein deutliches Zeichen der Wahrnehmung und Zuwendung des Ortes an seine älteren Mitbürger. Und die hatten, von ihren Fenstern aus sichtlich Spaß an diesem ganz besonderen Ständchen.