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Bürgermesiter Frank John mit Ausblick auf 2020 in Kirkel

Kirkel : Betreuung in Grundschulen steht im Fokus

Im Gespräch mit unserer Zeitung nannte Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) die Schwerpunkte in der Gemeinde für das gerade begonnene Jahr.

Nicht nur an diesem Morgen stapelt sich auf dem Schreibtisch von Kirkels Bürgermeister Frank John das Papier. Wer glaubt, in einer eher kleinen Gemeinde wäre auch die Arbeit geringer als in den großen Kommunen, der irrt. Wie alle Verwaltungen von Städten und Gemeinden im Saarland müssen John und seine Mitarbeiter die ganz großen Themen bespielen: Kinderbetreuung, Klimaschutz, Gemeindeentwicklung, Haushaltssanierung, Wirtschaftsförderung. Diese Liste ließe sich noch um einige weitere Punkte ergänzen, überall und so auch in Kirkel.

Für unser „Neujahrsgespräch“ am Freitagmorgen hat sich der Sozialdemokrat die großen Brocken rausgesucht. Und ganz am Anfang, als einer der Schwerpunkte in den kommenden zwölf Monaten und darüber hinaus, steht da die Weiterentwicklung der Ganztagsbetreuung in den beiden Kirkeler Grundschulen in Kirkel-Neuhäusel und Limbach. Dieses Thema steht nicht erst jetzt auf der Agenda, zwischenzeitlich und ohne großes Tam-Tam hat man noch vor Jahresende 2019 in Limbach mit einem Modulbau eine Zwischenlösung geschaffen. In Kirkel-Neuhäusel soll jetzt geklärt werden, wie es dort weitergehen wird und soll. Möglich ist hier eine Erweiterung im Bereich des angrenzenden Schützenhauses. Das ist baufällig und zwischenzeitlich gesperrt. Sein Abriss schafft den nötigen Platz für eine räumliche Erweiterung der freiwilligen Ganztagsschule dort. In den kommenden Wochen soll der Gemeinderat abschließend entscheiden, wie eine endgültige Lösung an den beiden Standorten aussehen soll.

Dass die Gemeinde hier dringenden Handlungsbedarf hat, daran lässt John keinen Zweifel. Denn er gehe davon aus, dass ab 2025 ein Rechtsanspruch auf eine entsprechende Ganztagsbetreuung bestehen werde. „Dann müssen wir für alle Schüler einen Platz vorhalten.“ Derzeit biete man eine Quote von 80 Prozent, die Geburtenzahlen seien stabil, „das heißt, dass wir Plätze für rund 350 Kinder schaffen müssen“. Das bedeute natürlich auch entsprechende Investitionen. Zum nicht ganz unwichtigen Hintergrund: Diese Investitionen muss die Gemeinde aus dem verwirklichen, was sie pro Jahr zur Verfügung hat, nur für den Bereich der Kindertagesstätten sind Sonderkredite möglich. Auch hier gebe es die Notwendigkeit, weiter und in Absprache mit den kirchlichen Trägern gerade im Bereich der Krippenplätze nachzulegen.

Im kommenden Jahr stehen auch weitere Schritte in der Gemeindeentwicklung auf dem Plan, so die Umgestaltung des Marktplatzes in Kirkel-Neuhäusel, dort auch das „Energetische Quartierskonzept Goethestraße“ mit Burghalle und Freizeitgelände sowie in Altstadt die Zukunft der alten Kita Himmelsgarten. Gerade, so John, beim Projekt Goethestraße rücke dann auch der Klimaschutz in den Fokus. Im Fokus werde man auch das Thema „Interkommunale Zusammenarbeit“ finden. Entsprechende Zusammenarbeiten mit St. Ingbert (Standesamt), Homburg (Ausschreibungen) und dem Saarpfalz-Kreis (auch Ausschreibungen) liefen sehr gut. Hier sollen weitere Schulterschlüsse folgen. Was man aber nicht hoffen dürfe, wie John erklärt, das seien große finanzielle Einsparungen. Vielmehr sorge eine solche Zusammenarbeit dafür, dass gerade in kleinen Verwaltungen wie Kirkel Personal frei werde, das sich dann anderen Aufgaben widmen könne.

Was die Gemeinde auch umtreiben werde, das sei die Zukunft des Grünschnittplatzes in Limbach. Der müsste eigentlich im Zuge der Neuordnung der Grünschnittentsorgung an die EU-Vorgaben angepasst werden – einzig es fehlt die Summe von geschätzten rund 500 000 Euro, um das umzusetzen, bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 700 000 Euro im Jahr für alle investiven Maßnahmen in der Gemeinde. Bei einem Gespräch mit dem neuen Umwelt-Staatssekretär Sebastian Thul habe man diese Problematik der Finanzierung zur Sprache gebracht. Bis zu einer entsprechenden Lösung werde man den Platz in Limbach erstmal so weiterbetreiben wie bisher. Und man werde gegenwärtig auch dabei bleiben, für die Grünschnittentsorgung keine Gebühren zu erheben, „Stand jetzt müssten wir aber, wenn der Platz umgebaut ist, solche Gebühren erheben“. Diese seien aber kontraproduktiv und würden die bestrafen, die sich für die Pflege der Natur einsetzten. John macht auch keinen Hehl daraus, dass die Zeit für den Grünschnittplatz in seiner jetzigen Form mittelfristig ablaufe. Für ihn steht jetzt das Land in Sachen Finanzierung in der Pflicht, die Gemeinde habe mit entsprechenden Planungen ihre Arbeit soweit geleistet.

Was John auch beschäftigt, das ist Kirkels Magnetwirkung als Zuzugsgemeinde. „Die Leute stehen Schlange, um hier wohnen zu können.“ Die Krux: Der aktuell gültige Landesentwicklungsplan Siedlung lasse es nicht zu, dass die Gemeinde Neubaugebiete ausweisen kann. Hier müsse es nun schnelle Änderungen geben, bremse dieser Status quo doch die Entwicklung des ganzen Saarlandes.