Brunnen birgt noch Geheimnisse

Viel Arbeit liegt noch vor dem Grabungsteam aus Aquis, Förderkreis Kirkeler Burg und Gemeinde, bis der Brunnen der Burg neue touristische Attraktion ist, meint Christel Bernard, die leitende Archäologin.

Das Wahrzeichen der Gemeinde Kirkel birgt sicher noch so manches Geheimnis, das ans Licht des Tages zu holen sich sicher lohn: Die Ausgrabungen an der Kirkeler Burg werden fortgesetzt, sobald das möglich ist. "Wir hoffen", sagt Christel Bernard, die leitende Archäologin für die Kirkeler Burg, "dass wir im Frühjahr die Arbeit wieder aufnehmen können." Archäologischer Schwerpunkt im vergangenen und in diesem Jahr ist der Brunnen der Burg. Im vergangenen Jahr wurde für den Brunnen ein Brunnenkranz aus Beton hergestellt (wir berichteten). "Diese Einfassung soll dazu dienen, die Seilsicherung der freilegenden Personen zu gewährleisten und um den Kran für die Schuttmassen anzubringen." Die Vorarbeiten dazu leistete das Grabungsteam des Förderkreises Kirkeler Burg zusammen mit Archäologin Bernard von der Aquis. Die Gemeindeverwaltung Kirkel hatte die statische Bauplanung übernommen. Der sehr aktive Förderkreis, der sich auf vielfältige Art und Weise bei den Ausgrabungen an der Burg engagiert, hatte die Finanzierung der Baumaßnahmen, die laut Bernard wegen der örtlichen Gegebenheiten schwierig zu bewerkstelligen waren, übernommen. "Sicherheit hat oberste Priorität beim Ausgraben des Burgbrunnens." Deswegen trägt der Betonring auf dem Brunnen ein verschließbares Gitter. "Sobald die Freilegung des Brunnens beginnt, muss man ausschließen können, dass jemand in die Brunnenröhre stürzen könnte. Auch die im Frühjahr weitergehenden Arbeiten werden gestemmt von Aquis, der Gemeinde Kirkel und dem Förderkreis Kirkeler Burg mit seinem engagierten Vorsitzenden Peter Steffen.

Die leitende Archäologin hofft, dass die Arbeiten bald weitergehen können: "Der Brunnen birgt gewiss noch so mancherlei überraschende Zeugnisse zur Geschichte der Burg." Besagter Betonring wird übrigens nach Abschluss der archäologischen Grabungen im Brunnen nicht mehr zu sehen sein: Er wird hinter einer Sandsteinblende komplett verschwinden.

"Um etwa eineinhalb Meter soll dann die Brunnen-Umgebung mit Erde angeschüttet werden, "um das historische Begehungsniveau wiederherzustellen. Die Besucher werden dann wie in alten Zeiten an einen steinernen Brunnenkranz herantreten und den Blick in schaurig schwarze Tiefe richten können. Dann wird die Burggemeinde wieder um eine Attraktion reicher sein." Aber bis es soweit sei, werde noch viel Arbeit geleistet werden müssen, ist sich Christel Bernard sicher.

Bürgermeister Frank John sieht die Bedeutung der Kirkeler Burg auch in erster Linie im touristischen Bereich: "Die Veranstaltungen, die wir zusammen mit dem Förderkreis Kirkeler Burg machen, locken Besucher an. Wir sind sehr froh, dass es bei uns einen solchen Förderverein gibt", unterstrich John gestern auf SZ-Anfrage. Seitens der Gemeinde sei man derzeit auf der Burg mit Abstützungsmaßnahmen beschäftigt. "Am Gesamtgebäude und bei Mauern hinter dem Weinberg wird an der Absicherung gearbeitet", so der Bürgermeister.