Biosphären-Konzept mitgestalten

Die Entwürfe des Biosphären-Konzeptes liegen mittlerweile vor, jetzt sind die Bürger am Zug: Die Bevölkerung der sieben Biosphärenkommunen ist nun aufgerufen bis 31. Dezember zur sogenannten „Biosphären-Bibel“ Stellung zu beziehen.

Auf welche Schwerpunkte soll sich das Biosphärenreservat Bliesgau in den kommenden Jahren vor dem Hintergrund der Unesco-Kriterien und des Anerkennungsantrages konzentrieren? Welche Projekte sind geeignet, um diese Ziele zu erreichen? Das sind Fragen, auf die das Rahmenkonzept Biosphärenreservat, das nunmehr vorliegt, eine Antwort geben soll. Im Mai 2009 war das Biosphärenreservat Bliesgau in das weltweite Netzwerk der Unesco-Biosphärenreservate aufgenommen worden. Zur weiteren Konkretisierung des Unesco-Antrages und zur Festlegung der Ziele für die kommenden zehn Jahre war seit Mai letzten Jahres, unter der engagierten Mitwirkung vieler Bürgerinnen und Bürger , der Entwurf eines Rahmenkonzeptes vom Biosphärenzweckverband Bliesgau, dem Umweltministerium und der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) erarbeitet worden. Zu dieser Entwurfsfassung des Rahmenkonzeptes - intern salopp als "Biosphären-Bibel" bezeichnet - kann nun Stellung bezogen werden.
Künftige Entwickung gestalten

In diesem Konzept des Biosphärenreservates Bliesgau wird beschrieben, wie die Entwicklung in der Modellregion zukünftig gestaltet werden kann. Wie der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbands, Walter Kemkes, sowie Helga May-Didion und Holger Zeck vom Saar-Umweltministerium jetzt vor der Presse in Blieskastel erklärten, umfasse das Rahmenkonzept rund 300 Seiten in drei Bänden, wobei es eine Kurzfassung gäbe. Im ersten Band werde der Ist-Zustand der Biosphäre mit Stärken und Schwächen beschrieben. Band zwei formuliere die Ziele für die nächsten zehn bis 15 Jahre, in Band drei seien konkrete Projekt aufgelistet.

Wie Kemkes erläuterte, seien Ziele für die Zukunft unter anderem, mehr heimische Produkte zu vermarkten, den Tourismus weiter voranzubringen sowie den Klimaschutz zu stärken. Alle Bürger seien nun aufgerufen, Fragen, Anregungen und Stellungnahmen zu den vorgestellten Entwürfen einzureichen (siehe "Auf einen Blick"). "Die eingehenden Anmerkungen werden durch eine Lenkungsgruppe geprüft und möglichst im Rahmenkonzept berücksichtigt. Während Änderungen an der Grundstruktur des Rahmenkonzeptes und den Handlungsfeldern nicht mehr möglich sind, können Ergänzungen, Korrekturen und weitere Projektvorschläge noch aufgenommen werden. Die Aufnahme entsprechender Vorschläge ist umso wahrscheinlicher, je konkreter sie sind", so die Biosphärenexperten. Erste Früchte trage der Entwurf bereits jetzt.
Vorbereitungen sind im Gange

So seien aus den erstellten Teilkonzepten Lehrpfade oder Maßnahmen zum Klimaschutz bereits umgesetzt oder begonnen worden. Zu anderen Projekten liefen bereits konkrete Vorbereitungen, beispielsweise die Umsetzung des Besucherlenkungskonzeptes im Gersheimer Orchideengebiet oder das Thema "Wanderbares Deutschland" bei der Saarpfalz-Touristik. Auch in der ersten Ausschreibungsrunde für Leader-Projekte seien Anträge zu Projekten aus der Beteiligungsphase eingegangen.

biosphaere-bliesgau.eu

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Entwürfe des Biosphären-Konzeptes liegen in drei Bänden auf 300 Seiten und einer Zusammenfassung vor. Sie sind im Internet unter www.biosphaere-bliesgau.eu/index.php/de/rahmenkonzept/ergebnisse abrufbar und liegen in gedruckter Form in allen Rathäusern der sieben Biosphärenkommunen zur Einsichtnahme bereit. Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Fragen, Anregungen und Stellungnahmen zu den vorgestellten Entwürfen bis zum 31. Dezember 2015 beim Biosphärenzweckverband Bliesgau, per E-Mail an: rahmenkonzept@biosphaere-bliesgau.eu, Tel. (0 68 42) 96 00 90, einzureichen. ert