Bethlehem war ein bisschen näher

Am Wochenende lud die Burgweynacht wieder auf die Kirkeler Burg, zu deren Attraktionen auch in diesem Jahr wieder eine lebendige Krippe zählte – mit liebevoller Hingabe und einem ferngesteuerten Stern.

"Jetzt singen wir noch ein Lied. Und dann, in 20 Minuten, kommt für die Kleinen der Nikolaus." Mit dieser gerade für die jungen und jüngsten Besucher hoffnungsvollen Aussicht beendete Ilona Lang am Samstag den ersten "Durchlauf" des lebendigen Krippenspiels der Burgweynacht. Zuvor hatte Lang, seit vielen Jahren Erzählerin der Weihnachtsgeschichte , die Darsteller und Zuschauer durch die Geschichte von Maria und Joseph - bis in den Stall von Bethlehem - geführt.

Wie in den Jahren zuvor verliehen die Darsteller, meist Mitglieder des Förderkreises der Kirkeler Burg, dem Krippenspiel hohe Zuschau-Tauglichkeit. In den Rollen von Maria und Josef fanden sich erneut Sina Lang und Simon Meiser. Tom Bronder, eigentlich auf der Burg für alles mit Feuer und Eisen verantwortlich, gab den knatternden Herbergswirt. Und Ulla Karst, Luca Lang und Claudia Hartwig machten als die drei Weisen dem Jesus-Kind im Stall ihre Aufwartung. Dazu gesellten sich Engel, Hirten, Musik und natürlich auch der legendäre Stern von Bethlehem, ferngesteuert per Drahtseil.

Bühne für dieses Schauspiel war erneut das Handwerkerdorf der Burgweynacht, spärlich beleuchtet und so natürlich gehalten wie möglich. Durch diese wunderbare Kulisse zog der Tross des lebendigen Krippenspiels, angeführt von Erzählerin Ilona Lang. "Endlich nahten sie sich ihrem Ziele, der Stadt Bethlehem. Es ist schon dunkel. Sie brauchen eine Bleibe für die Nacht. An manche Wirtshaustür haben sie schon geklopft. Doch nirgendwo ließ man sie ein", entführte Lang ihrer Zuhörer in die Weihnachtsgeschichte und genau an den Ort, an dem dann Tom Bronder als Wirt seinen Auftritt hatte.

Schon Maria und Josef vor seiner Tür zu sehen, brachte ihn richtig in Rage: "Was soll das Geschrei, wer seit ihr und was wollt ihr?" Auf Josefs Wunsch nach einer sicheren Bleibe reagierte Bronder als Wirt mit deutlichen Worten: "Eine Unterkunft brauchen viele dieser Tage. Mein Haus ist voll." Und auch Marias nahe Niederkunft schien ihn nicht zu erweichen. "Was schert das mich?" Immerhin seinen Stall bot er Maria und Josef an. "Dort könnt ihr bleiben für die Nacht, nicht dass ihr mir hier vor meinen Wirtshaus erfriert. Und jetzt schert euch davon!"

Eben dort im Stall endete dann das lebendige Krippenspiel und damit die Weihnachtsgeschichte nur wenig später. Aber natürlich nicht, bevor die drei Weisen aus dem Morgenland unter dem Stern von Bethlehem ihren Teil zur Geschichte von Maria, Josef und dem Jesus-Kind beigetragen hatten. So wie am Samstag sollte dann auch am Sonntag das Krippenspiel einer der Höhepunkte der Kirkeler Burgweynacht werden.

Drumherum hatte der Förderkreis der Kirkeler Burg an beiden Tagen wieder alles dazu getan, um den Besuchern auf der Zielgeraden vor Weihnachten ein paar Stunden Besinnlichkeit in einer ganz besonderen Atmosphäre zu schenken. Wie in den vergangenen Jahren war elektrisches Licht die Ausnahme, stattdessen setze man im Handwerkerdorf mit seinen zahlreichen Ständen erneut auf Natürlichkeit und auch ein gehöriges Stück Vorweihnachtsromantik unter dem großen Burgturm.