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Berufsbasar an der Gemeinschaftsschule in Limbach

Berufsbasar in Limbach : Schüler schnupperten in künftige Berufe

Der Informationstag fand in diesem Jahr trotz Corona in der Gemeinschaftsschule in Limbach statt, wenn auch mit weniger Berufen.

Die Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach hätte es sich leicht machen und angesichts der Corona-Pandemie auf ihren Berufs-Infomationstag verzichten können. Doch das wollte man nicht. Und so gab‘s in der vergangenen Woche zumindest eine etwas kleiner dimensionierte Veranstaltung, diesmal nur mit drei externen Referenten und auch nur für die Klassenstufen 9 und 10. Der Pandemie geschuldet, wie Konrektor Bernd Molitor im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, blieben zudem die Klassen selbst im Klassenverband, diesmal waren es die Referenten, die zwischen den Sälen wechselten. „Damit werden die Hygiene-Regeln eingehalten.“ Dass man an diesem Berufsinformationstag festgehalten habe, begründete Molitor mit der Wichtigkeit dieses Tages im Gesamtkonzert der Berufs-Orientierung an der Gemeinschaftsschule Kirkel. Zudem: „Wir mussten so viel absagen und ausfallen lassen. Deswegen haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir diesen Tag trotzdem durchführen können.“ Das Ergebnis sei eben ein reduziertes Konzept.

Auf Seiten der Referenten nutzten die Bundeswehr, die Firma Homburger Bedachung und der ambulante Pflegedienst Harmonie mit Sitz in Homburg die Möglichkeit, mit Vorträgen und zahlreichen Insider-Informatioen für ihr jeweiliges Berufsbild zu werben. Auf der Seite der Schülerinnen und Schüler ging es wie in den Jahren zuvor darum, sich vielleicht einen Impuls für den weiteren beruflichen Werdegang zu holen oder zu erkennen, dass ein Wunsch-Berufsbild vielleicht gar nicht so passt, wie eigentlich gedacht. Was Molitor und Lehrer Markus Bohl, er ist der Organisator des Berufs-Infomationstags, dabei deutlich machten: Der Trend geht zu einem immer höheren Schulabschluss. „Die Tendenz bleibt Schule“, so Bohl. „Damit dazu aber eine Alternative aufgezeigt wird, war es uns ganz wichtig, diesen Tag heute zu machen.“

Eben dieser Tag, da war sich Bohl sicher, bringe den einen oder anderen Aha-Effekt, „gerade im Bereich Pflegedienst. Heute ist hier als Referentin auch eine ehemalige Schülerin unserer Schule mit dabei, die aktuell im dritten Ausbildungsjahr beim Pflegedienst Harmonie ist. Und sie plaudert heute natürlich aus dem Nähkästchen.“

Das von Bohl angesprochene Phänomen eines stetigen Strebens nach einem höheren Bildungsabschluss bestätigte Molitor. „Wir beraten hier zum Teil in der Hinsicht, dass man den mittleren Schulabschluss über eine Ausbildung anstreben soll, weil das aus unserer Sicht für manche Schüler der sinnvollere Weg ist.“

Dieses Streben nach einem höheren Bildungsabschluss und der damit verbundene längere Verbleib an einer Schule sei aus seiner Sicht, so Bohl, aber nicht verantwortlich für den Facharbeiter-Mangel. Den hätten auch die Unternehmen selbst mitzuverantworten – durch entsprechende Anforderungsprofile. „Wenn man beobachtet, was alles inzwischen vorausgesetzt wird, um einen Beruf zu erlernen.“ So sprach Bohl von einer „Schulinflation“ und begründete dies so: „Wo früher der gute Hauptschüler untergekommen ist, da wird heute nach einem guten, mittleren Bildungsabschluss gesucht.“ Bohl war sich auch sicher, dass es den Schülerinnen und Schülern durchaus nicht an der Ausbildungsbefähigung mangele. Man könne hier keine pauschale Urteile fällen. „Ich will da keinen Trend ausmachen.“

 Berufsorientierung, auch mit entsprechenden Praktika, hat in der Gemeinschaftsschule in der Gemeinde einen hohen Stellenwert.
Berufsorientierung, auch mit entsprechenden Praktika, hat in der Gemeinschaftsschule in der Gemeinde einen hohen Stellenwert. Foto: Thorsten Wolf

Zwei Erfolgsgeschichten in Sachen Berufsausbildung referierten für den ambulanten Pflegedienst Harmonie aus ihrer aktuell laufenden Ausbildung: Vanessa Kruschnizki und Marcel Müller, die zusammen mit ihrer Praxisanleiterin Denise Charrad-Doubrava den Schülerinnen und Schülern die Arbeit im Pflegedienst nahe brachten. „Ich habe die Entscheidung zu dieser Ausbildung nicht bereut“, versicherte Vanessa, die allerdings vom Elternhaus und mütterlicherseits schon früh mit dem Pflegeberuf in Kontakt gekommen war. Anders sieht es bei Marcel aus. „Ich war vorher im Handwerk tätig. Das habe ich gezwungenermaßen durchgezogen, weil ich nicht abbrechen wollte.“ Nach dem Abschluss als Anlagen-Mechaniker habe er dann ein halbes Jahr als Rettungssanitäter gearbeitet. Von da aus sei er über den persönlichen Kontakt zu Vanessas Bruder in die Pfleger-Ausbildung „reingerutscht. Und dieser soziale Beruf macht mir mehr Spaß als die Arbeit im Handwerk“.