Bei Schneefall ist die Lage klarer

Kirkel · Bei Schneefall ist die Lage eindeutiger, sagt die Kirkeler Bauhofführung: Dann muss man raus und der weißen Pracht auf den Straßen und Gehwegen zu Leibe rücken. Bei Reifglätte wird Salz gestreut, das geht allerdings viel schneller.

 Der Unimog der Gemeinde Kirkel ist vor allem für die Sicherung von Steigungen vorgesehen, bislang blieben klassische Räumeinsätze weitgehend aus, die aktuelle Wetterlage bringt vor allem frostbedingte Straßenglätte mit sich. Foto: Thorsten Wolf

Der Unimog der Gemeinde Kirkel ist vor allem für die Sicherung von Steigungen vorgesehen, bislang blieben klassische Räumeinsätze weitgehend aus, die aktuelle Wetterlage bringt vor allem frostbedingte Straßenglätte mit sich. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf

"Bei der Kälte muss man sich überlegen, mit welchem Gesichtsausdruck man vor die Tür geht - denn der bleibt dann so." Mit solchen und anderen Sprüchen reagiert die Netzwelt auf die aktuelle Frostperiode in Deutschland. Etwas ernsthafter wird es, wenn Tageszeitungen Rentier-Züchter am Polarkreis fragen, wie man sich richtig gegen Kälte schützt. So oder so: Der Frost mit teils zweistelligen Minusgraden hat Deutschland fest im Griff.

Für die Winterdienste der Kommunen bedeutet die aktuelle Wetterlage eine besondere Herausforderung, die André Daum, der stellvertretende Leiter des Bauhofes der Gemeinde Kirkel , am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung so zusammenfasst: "Bei Schnee ist es einfacher, wenn es am frühen Morgen um die Beurteilung der Lage geht. Liegt Schnee, dann fährt man raus, so einfach ist das. Bei Reifglätte sieht das anders aus, weil es eben an manchen Stellen glatt sein kann, an manchen nicht." Daum gehört, wie auch Bauhofleiter Frank Limbach und Christof Weis als Werkleiter des Bauhofes zum Dreimann-Team, das über den Winter hinweg im Wechsel um 4 Uhr am Morgen aufsteht und bei Bedarf besonders neuralgische Punkte in der gesamten Gemeinde anfährt - um dann zu entscheiden, ob ein Einsatz des Winterdienstes nötig ist und, wenn ja, in welchem Umfang. Frank Limbach: "Das ist die Besonderheit angesichts der aktuellen Wetterlage."

Kommt die Entscheidung zum Einsatz des Winterdienstes am frühen Morgen, dann macht sich eine von insgesamt zwei Gruppen auf, um dem Winter auf den Straßen und Wegen Kirkels zu Leibe zu rücken. "Diese zwei Gruppen wechseln sich wochenweise ab", erläutert André Daum. "Wir haben drei Klein-Traktoren im Einsatz, einer in Altstadt und Teilen von Limbach, einer nur in Limbach und der Dritte in Kirkel-Neuhäusel. Unser Unimog ist für die Räumung von Steigungen in allen drei Ortsteilen nach einem genauen Streuplan vorgesehen. Und dann haben wir noch ein Handräum-Team, das in Altstadt und Limbach im Einsatz ist." Für Kirkel-Neuhäusel sei dieser Teilbereich des Winterdienstes an einen privaten Anbieter vergeben. "Das könnten wir mit unserer Personaldecke nicht stemmen."

Seit dem vergangenen Jahr, ergänzt Frank Limbach zum Arbeitsvolumen, sei auch noch die Gemeinschaftsschule in Limbach dazu gekommen. Drumherum habe man natürlich schon immer geräumt, nach Absprache mit dem Saarpfalz-Kreis müsse der Winterdienst der Gemeinde Kirkel nun aber auch den Schulhof selbst samt Wegen und Treppenaufgängen betreuen, "und damit müssen wir um 7 Uhr fertig sein".

Auf die Frage, welche Wetterlage ihnen als Verantwortliche für den Winterdienst in Kirkel lieber sei, kommt die Antwort von Limbach und Daum differenziert. "Schnee ist halt einfach eindeutiger, bringt aber ganz anderen Anforderungen mit sich."

Bei Reifglätte sei die Beurteilung schwieriger, wenn dann aber Salz gestreut sei, dann sei die Sache eigentlich erledigt. "Bei Schnee verlängern sich die Einsatzzeiten, da man beim Räumen wesentlich langsamer fahren muss als beim Streuen - sonst liegt der ganze Schnee bei den Leuten im Vorgarten und nicht da, wo er hin soll", erklärt Daum.

Zum Thema:

Auf einen Blick Grundstückseigentümer oder Mieter von Grundstücken sind grundsätzlich dazu verpflichtet, ihr Grundstück und die angrenzenden öffentlichen Gehwege schnee- und eisfrei zu halten, das Stichwort ist "Verkehrssicherungspflicht". Die detaillierten Vorgaben, wann, wo und wie zu räumen ist, legen die Städte und Gemeinden fest. Sie sind nicht ganz einheitlich. In den meisten Kommunen beginnt die Streupflicht morgens um sieben Uhr und endet abends um 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen beginnt sie ein bis zwei Stunden später. red

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