Aus eigenen Ideen wird ein Film

Kirkel-Neuhäusel. Gebannt schauen Klara, Franziska, Tessina, Jasmin, Phil und Marcel auf den Bildschirm eines kleinen Laptops. Dort bewegen sich unter der flinken Händen der Medienpädagogin Simone Schnipp einzelne Bilder in ganzen Filmsequenzen hin und her

Kirkel-Neuhäusel. Gebannt schauen Klara, Franziska, Tessina, Jasmin, Phil und Marcel auf den Bildschirm eines kleinen Laptops. Dort bewegen sich unter der flinken Händen der Medienpädagogin Simone Schnipp einzelne Bilder in ganzen Filmsequenzen hin und her. Doch für die sechs Vorschulkinder der protestantischen Kindertagesstätte "Der Walfisch" geht es an diesem Morgen nicht nur darum, Schnipps Arbeit am gemeinsamen Trickfilm zu bestaunen, sondern auch darum, ihren Teil des insgesamt über drei Minuten langen Films zu vertonen.

Der dreht sich ganz um eine Zirkusvorstellung, mittels der sogenannten "Stop-Motion-Technik" - hier werden einzelne Fotos zu einem Film zusammengesetzt - und einer ganzen Reihe von Playmobil-Figuren und selbst gebastelten Kulissen haben insgesamt 19 Kinder in vier Gruppen aus eigenen Ideen einen ganzen Trickfilm entstehen lassen. Und der braucht natürlich nicht nur Bilder, sondern auch Ton. So leiht die kleine Klara an diesem Morgen dem Tigerdompteur ihre Stimme. Das passt, sagt Klara doch: "Der Tiger hat mir am besten gefallen." Auch die anderen Kinder in Klaras Gruppe haben ihren Einsatz, so als es darum geht, dem Publikum mit einem kleinen Jubelsturm echte Begeisterung in den Mund zu legen.

Mit einem Vorbereitungstreffen und drei "Drehtagen" haben sich die Vorschulkinder des Walfischs dem Thema "Trickfilm" genähert, den Impuls für dieses nicht unbedingt übliche Projekt gab Mitarbeiterin Gesa Pauli-Musmann. Sie hatte erfahren, dass der Fachbereich Medienkompetenz der Landesmedienanstalt des Saarlandes ein eben solches Angebot machen würde. "Der Sinn dahinter ist, dass die Kinder erfahren, wie ein solcher Trickfilm entsteht", erzählt Anne Schmidt, Leiterin der Kita "Der Walfisch".

Für die Landesmedienanstalt ist es Simone Schnipp, die zusammen mit den Kindern deren Ideen umsetzt. "Angefangen haben wir das Projekt mit dem Basteln eines Daumenkinos. So haben wir grundsätzlich erklärt, wie eine Trickfilm funktioniert." Dann sei es an den Bau der Manege als nötige Kulisse des Film gegangen. Erzieherin Silvia Jaudt, zusammen mit Gesa Pauli-Musmann seitens der Kita verantwortlich für die Betreuung der einzelnen Gruppen: "Gerade mit Blick auf diese Kulisse ist mir ganz wichtig zu sagen, dass alles, was man in diesem Film sieht, Ideen der Kinder sind. Diese Ideen haben wir uns in Gesprächskreisen erarbeitet." Und Simone Schnipp ergänzt: "So haben die Kindern zum Beispiel selbst überlegt, welche Zirkusnummern man für den Film umsetzen kann. Und sie haben sich auch selbstständig um die nötigen Figuren gekümmert. Und auch die einzelnen Szenen wurden von den Kindern im Spiel erarbeitet."

Gefragt, ob im Schatten aufwendigster Kino-Trickfilm-Produktionen ein solches Projekt kindgerecht sei, ist sich Schnipp sicher: "Das ist gar kein so hohes Ziel. Ein solcher Trickfilm ist sehr anschaulich in der Umsetzung. Und es gibt relativ schnell Ergebnisse." Diese Ergebnisse können sich buchstäblich sehen lassen, mit viel Spaß an der Sache haben die Vorschul-Kinder ihren Spielfiguren bewegtes Leben eingehaucht, so ein neues Erleben von Sprache erfahren und einen ganz neuen Blick auf Bewegungsabläufe gewonnen. "Der Tiger hat mir am besten gefallen."

Walfisch-Kind Klara

Auf einen Blick

Am Trickfilm-Projekt der protestantische Kita "Der Walfisch" nahmen in Kleingruppen die Vorschulkinder Fabio, Tessina, Tom, Hanna, Samuel, Joshua, Jakob, Klara, Alychia, Phil, Jasmin, Franziska, Clara, Selin, Marcel, Fabian, Eric, Maximilian und Nadja teil. Der fertige Film rund um eine Zirkusvorstellung wird am 22. Februar den Eltern der Vorschulkinder gezeigt. thw