Auf Konfrontation mit Bahnlog

Sie sparen nicht mit Kritik auch in Richtung Landesbehörden: Die Vertreter der Bürgerinitiative Bibaz stellten beim Redaktionsbesuch ihre Positionen klar. Der Schotter-Recycler Bahnlog müsse Auflagen erfüllen.

Beim Besuch der Homburger SZ-Redaktion: Die Bibaz-Vertreter Karl-Heinz Woitelle und die beiden Sprecher Ulrike Grub und Thomas Grotkamp (von links). Foto: SZ/Peter Neuheisel. Foto: SZ/Peter Neuheisel

Sie haben sich seit Jahren ein Vorgehen nach Recht und Gesetz auf dem Zollbahnhof auf die Fahnen geschrieben und bestreiten, dass dies bei der Firma Bahnlog dort der Fall sei (wir berichteten mehrfach): Für die Bürgerinitiative Betroffene der Aktivitäten Zollbahnhof, kurz und griffig Bibaz genannt, handelt es sich um eine "unendliche Geschichte".

Diese zu erörtern, kamen die beiden Bibaz-Sprecher Ulrike Grub und Thomas Grotkamp zusammen mit Karl-Heinz Woitelle zum Redaktionsbesuch nach Homburg.

Kernvorwurf an die Firma Bahnlog, die auf dem Gelände am Zollbahnhof unter anderem Schotter-Recycling betreibt, ist die nach Ansicht von Bibaz ,,Nichtumsetzung von Umwelt-Auflagen". Ein Beispiel: Der Bau von Hallen auf dem Gelände zum Schutz vor Staub sei nicht erfolgt. Diese Hallen seien Auflagen des Landesamts für Umwelt und Arbeitsschutz, kurz Lua genannt.

"Bahnlog hat 2004 seine Tätigkeitsaufnahme angezeigt und ohne weitere Kontrollen durch unsere Ministerien gearbeitet - bis Bibaz gegründet wurde. Hätten wir beispielsweise tatenlos zusehen sollen, als sich die riesigen Staubschwaden mit der Windrichtung verbreiteten?" sagt Thomas Grotkamp. Schotterrecycling sei rechtens, unterstrich Ulrike Grub, doch ob das auch für das Gelände am Zollbahnhof gelte, sei trotz des Prozesses, den Bahnlog vor einem halben Jahr gegen die Geminde Kirkel gewonnen hat, noch nicht geklärt.

In Sachen Staub geht auch deutliche Kritik an Landesbehörden. Dort lägen teilweise seit Jahren Anträge, die, so Grotkamp, nicht bearbeitet würden: "Es gibt beispielsweise Filteranlagen für die Zelte, die den Staub abhalten sollen. Doch das Lua bearbeitet diese Anträge einfach nicht. Folge: Die Filter verrotten hinter den Zelten." Man laufe gegen Wände, seit zwei Jahren würden die Anträge der Bürgerinitiative nicht behandelt. Für Grotkamp ist klar: "Im Fahrwasser behördlicher Unfähigkeit macht Bahnlog-Geschäftsführer Jörg Michael Fries seine Geschäfte." Es gebe keine Institution, die die Bürgerinitiative noch nicht angeschrieben habe, so Grub.

Auf die Frage, was Fries denn machen müsse, damit Bibaz damit leben könne, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Aufhören mit dem Schottern", sagte Grotkamp. Und Grub: "Zumindest alle Auflagen erfüllen." Zu denen gehöre unter anderem auch eine Berieselungsanlage, um den Staub zu binden: "Berieselung wird schon gemacht, aber nicht beim Schottern", erklärte Karl-Heinz Woitelle.

Mit Blick auf den per Antrag auf den Weg gebrachten Railport auf dem Gelände stellten die Bibaz-Vertreter klar: "Güterumschlag über die Schiene und Schotterrecycling sind natürlich im Sinne aller Umweltbewussten - doch man sollte den Platz dafür mit Fingerspitzengefühl aussuchen: außerhalb eines Vorranggebietes für Naturschutz, außerhalb eines Wasserschutzgebiets und weitab von Wohnsiedlungen." Es gehe der Bürgerinitiative nicht darum, ,,die Firma Bahnlog abzustrafen", sondern darum, "dass dieser Betrieb allen umweltrelevanten Gesetzen entsprechend an einem geeigneten Standort betrieben wird."

In der Gemeinderatssitzung am 12. November wird entschieden, ob es Berufung gegen das Urteil geben wird. Bahnlog-Pressesprecher Hubert Immesberger betonte gestern: "Die vorläufigen Auflagen des Lua sind von Bahnlog allesamt erfüllt worden. Und das Thema Staub könnte längst aus der Welt sein, wenn wir die Straßen befestigen dürften." Dazu brauche man die Gemeinde Kirkel, die aber jahrelang gegen Bahnlog prozessiert habe, was einer einvernehmlichen Lösung entgegenstand. Im übrigen würde man besser miteinander als übereinander reden.