Annäherung an den Menschen

Ormesheim/Kirkel. Noch bis zum 30. März zeigen Christel Hartz und ihr Sohn Patrick im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel ihre Gemeinschaftsausstellung "Menschenbilder - Menschenwerk"

Ormesheim/Kirkel. Noch bis zum 30. März zeigen Christel Hartz und ihr Sohn Patrick im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel ihre Gemeinschaftsausstellung "Menschenbilder - Menschenwerk". Sowohl mit unterschiedlicher Technik - Christel Hartz präsentiert Zeichnungen und experimentelle Druckgrafiken, Patrick Hartz nähert sich Menschlichem mit der Kamera - als auch im inhaltlichen Ansatz bieten Mutter und Sohn Hartz dabei völlig unterschiedliche Perspektiven. "In Zeichnungen und Druckgrafiken spricht sie bildlich zu ihrem zentralen Thema Mensch. Porträts, Hände-, Körperskizzen befassen sich als Momentaufnahmen mit seiner Identität, seinem Eigenleben und Rollen in der Gesellschaft", fasst die Einladung zur Vernissage am vergangenen Donnerstagabend Christel Hartz' Exponate in Worte. Dahinter stecken zahlreiche, fein komponierte Arbeiten von ausgesprochen hoher technischer Güte und formalem Abwechslungsreichtum. Inhaltlich wechselt die Herangehensweise von klassischen Bildschnitten über Detailstudien bis hin zu Collagen, so in der Serie "Feldpost", die den Menschen in einem redaktionellen Kontext zeigt. "Bei den Drucken bewege ich mich meistens im Bereich der freien Arbeiten, der Fantasie und der Abstraktion. Bei den Menschenbildern setze ich dagegen eher auf Abbildhaftes, lasse aber auch gewisse Freiheit zu. So ist in die Serie 'Feldpost' eine Geschichte eingearbeitet. Teile von Feldpostbriefen wurden collagiert und als fertiges Werk mit einem Menschenbild vereint. So werden zwei Geschichten erzählt, die miteinander verflochten sind." Patrick Hartz setzt mit seiner fotografischen Erkundung verlassener, städtischer Räume, der so genannten Urban Exploration, gezielt auf die Abwesenheit des Menschen in vom Menschen erschaffenen Umfeldern. Durch diese Abstinenz gelingt es ihm, ebenfalls auf durchweg hohem technischen Niveau und mit dem Blick für den Kerninhalt eines Motivs, eine Brücke zu schlagen zwischen dem, was war, dem, was ist und dem, was sein wird. Seine Ablichtungen industrieller Vernarbungen im Urbanen "menscheln", erzählen komplexe Geschichten und sind so menschlich im besten Sinne. Dass das Thema der Fotografie von Ruinen und Hinterlassenschaften industrieller Epochen dabei nicht neu ist und auch die Gefahr der Wiederholung in sich trägt, schreckt Hartz nicht. "Man kann alles aus unterschiedlichen Perspektiven fotografieren und so immer wieder Neues erkunden." Hartz setzt dabei auf Digitales im Bereich der Kameratechnik an sich, aber auch in der Nachproduktion am Computer.

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