Anklage gegen Firmenchef wegen Vertrieb von Prothesen

Saarbrücken/Kirkel · . Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat gegen den Geschäftsführer der Kirkeler Firma DePuy, einer Tochter des US-Konzerns Johnson und Johnson, Anklage erhoben. Dem 50-Jährigen wird, wie Pressestaatsanwältin Isabelle Michels unserer Zeitung mitteilte, vorgeworfen, "gesundheitsgefährdende Medizinprodukte" in Verkehr gebracht zu haben.

Er muss sich wegen Verstoßes gegen das Medizinproduktegesetz vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage basiert unter anderem auf einer Stellungnahme des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte. Im Fall einer Verurteilung droht dem Manager eine Geldstrafe oder eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

DePuy hatte in den Jahren 2008 und 2009 so genannte Metallhüftprothesen ausgeliefert, die Patienten eingebaut wurden. Später kam es oft zu Komplikationen durch Metallabrieb.