An die Säge, fertig, los

Der Fischbacher Köhler Hermann Gimbel stellt aus Holz Holzkohle her. Am Mittwoch hatten zwei Klassen der Grundschule Kirkel-Neuhäusel die Gelegenheit, mehr über dieses uralte Handwerk zu erfahren.

Wer derzeit dem Turnplatz in Kirkel einen Besuch abstattet, der kann etwas inzwischen recht Einmaliges erleben: Als wesentlicher Bestandteil des mehrtägigen Köhlerfestes des TV 03 Kirkel verwandelt der Fischbacher Köhler Hermann Gimbel dort derzeit Holz in Holzkohle - und das ganz traditionell. Am vergangenen Mittwoch nutzten zwei Klassen der Grundschule Kirkel-Neuhäusel die Chance, Gimbel bei seinem uralten Handwerk über die Schulter zu schauen und einiges über diesen inzwischen ausgestorbenen Beruf zu erfahren: Wie wird ein Kohlenmeiler eigentlich gebaut? Welches Holz wird verwendet? Welche Werkzeuge braucht man? Wie lange braucht es, bis aus Holz eigentlich Kohle wird? Über all das gab Gimbel bereitwillig und kundig Auskunft. Hinter Gimbels Engagement steckt das zweite Köhlerfest des TV 03 Kirkel , das seit dem 1. Mai und noch bis zum 14. diesen Monats den Turnplatz in Teilen zu einer Art Freilichtmuseum macht, denn: Hermann Gimbel und sein Sohn Timo köhlern auf die althergebrachte Art und Weise und stellen alle dafür nötigen Werkzeuge rund um den schwelenden Kohlemeiler aus.

Als nun am Mittwoch die Schüler der ersten und zweiten Klasse der Grundschule Kirkel-Neuhäusel sich mit staunenden Augen im Halbkreis rund um den Meiler und Hermann Gimbel aufgebaut hatten, machte eben der schon mal klar, was für den Köhler eines der wichtigsten Utensilien ist: die Schaufel. Mit der habe man früher die Grasoden gestochen, die den Meiler mit seinem Holzaufbau schließlich abdeckten.

Nicht weniger wichtig: Die große Säge, mit der Holz auf einem Langholzblock kleingesägt wurde. Und an eben die rief Hermann dann einige Kinder und auch Edith Molter, Klassenlehrerin der ersten Klasse. Alle durften dann ganz praktisch erfahren, wie es sich anfühlt, ganz ohne Motorunterstützung zu zweit einen Stamm durchzusägen. Ida und Fabio, zwei der "Junior-Köhler", zeigten sich danach ziemlich begeistert vom Ausflug zu Köhler Gimbel. Wobei das Holz zumindest Fabio im Blut liegen dürfte: Papa Lello Avarello hatte aus seinem Forst einen Teil des Holzes für den Kohlenmeiler bereitgestellt. Der andere Teil kam von Jürgen Schunk - insgesamt 45 Meter. Auch Lehrerin Edith Molter, sie war zusammen mit ihrer Kollegin Claudia Hoffmann-Blees vor Ort, hatte ihren Spaß und sah im Abstecher auf den Turnplatz eine sinnvolle Sache. "Thematisch sind wir mit der ersten Klasse in unserem Unterricht wir zwar gerade ganz wo anders, aber wird werden das, was wir heute hier erlebt haben, natürlich morgen in der Schule besprechen."

Ein lachendes Auge auf Köhler, Kinder und Kohle hatte am Mittwoch auch Anke Schmeer, die erste Vorsitzende des TV Kirkel . Dabei hatte es mit der zweiten Auflage des Köhlerfestes nach 2012 am Anfang gar nicht so gut ausgesehen: Der große Auftakt am 1. Mai war buchstäblich ins Wasser gefallen, der Meiler selbst konnte erst am 3. Mai, dem darauffolgenden Sonntag, gezündet werden.

Doch mit den Tagen lief die Veranstaltung gut an, einige Schulklassen besuchten den Meiler - und am 14. Mai steigt dann das große Schlussfest samt Verkauf der original TV-Kirkel-Kohle. Und die wird sich gut an den Mann oder die Frau bringen lassen, denn "nach dem Erfolg des ersten Köhlerfestes kam der Wunsch auf, diese Veranstaltung zu wiederholen", so Anke Schmeer zu den Hintergründen des erneuten Engagements des Vereins. Es dürfte als genug Nachfrage für den Stoff vorhanden sein, aus dem echten Schwenker-Träume gemacht sind.

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