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Am Wegesrand : Blumen in voller Pracht im Frühling

Am Wegesrand : Blumen zeigen sich in Frühlingspracht

Gerade in unserer Region um Homburg blüht es derzeit in allen Farben. Am Wegesrand findet man die bunten Schönheiten

„Sag es mit Blumen“ – es gibt wenige Sätze, die so treffend verdeutlichen, dass das, was da so bunt am Wegesrand wächst, nicht nur einfach schön ist. Blumen stehen oft für Botschaften, geben Sinn dort, wo Worte vielleicht nicht all das vermitteln können, was zu vermitteln ist. Ganz vorne steht da natürlich die Rose, die Blume der Liebe: Wunderschön – und doch von der Natur mit Dornen versehen. Und man braucht wahrlich kein großer Poet zu sein, um darin die Dualität aus Liebe und Liebeskummer zu sehen.

Aber Vorsicht, nicht jede Rose hat eine positive Bedeutung. Wer sicher „in Blumen“ sprechen will, der sollte das eine oder andere bedenken. So gelten gelbe Rosen nicht nur als Zeichen der Freundschaft, sondern auch als eines des Neides und der Missgunst. Auch mit großer Symbolik behaftet ist die Tulpe. Die hat in Homburg ja zwischenzeitlich eine gewisse Tradition, findet doch seit vielen Jahren hier das Tulpenfest als Zeichen der deutsch-türkischen Freundschaft statt. Jenseits dessen stehen rote Tulpen, wie bei der Rose, für Liebe, weiße gar für ewige Liebe. Wenn‘s weniger romantisch sein soll, dann eigenen sich gelbe und orangene Tulpen bestens als Freundschaftsbeweis. Tatsächlich kann man jeder Blume eine Botschaft zuordnen. Manche sind eindeutig, manche nicht. Wer sich also ein bischen Mühe macht, der kann wirklich lernen, in Blumen zu sprechen.

Wer es einfacher mag, der lässt einfach die Vielfalt und die Schönheit auf sich wirken. Und hier hat man in Homburg, Bexbach und Kirkel wahrlich genug Möglichkeiten, am Wegesrand echte Schönheiten zu finden – mal vom Zufall ins Leben gebracht, mal von kundiger Hand ins rechte Licht gerückt. Bexbach hat einen eigenen Blumengarten, Homburg und Kirkel verschönern, je nach Jahreszeit, ihren öffentlichen Raum mit teils aufwendigen Blumen-Arrangements. Doch oft ist es der überraschende Moment, der Blumen besonders wirken lässt – wenn man sie da findet, wo man sie am wenigsten erwartet.

Ein japanisches Sprichwort besagt: „Wenn du vergnügt sein willst, umgib dich mit Freunden, wenn du glücklich sein willst, umgib dich mit Blumen.“ Nun gut, das wird mit Sicherheit nicht jeder so sehen. Aber man kann unzweifelhaft feststellen: Hass bringt Blumen eigentlich niemand entgegen. Vielleicht Nicht-Beachtung, aber keinen Hass. Allerdings gibt es tatsächlich ein Krankheitsbild, das die Blume zum Kern hat – die Anthophobie, die krankhafte Furcht vor Blumen. Ursache dafür, so mutmaßt man, könnte eine übersteigert-negative Erfahrung von allergischen Reaktionen auf Blumen sein.

Wird man nun nicht gerade von diesem sehr seltenen Krankheitsbild geplagt, dann kann man sich in der schönen Jahreszeit, gerade jetzt im Wonnemonat Mai und nachdem die Corona-Ausgangsbeschränkungen gefallen sind, ganz der Lust auf Buntes und Lebendiges hingeben. Zu sehen gibt es genug. Maiglöckchen, Pfingstrosen, Blauer Bubikopf und vieles mehr. Schon vorbei hingegen ist die Zeit der Apfelblüte. Dass sich Blütezeiten durch die zunehmend milden Winter verschieben, auch das kann man beobachten.

Was in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, das ist das gezielte Anpflanzen von Blühwiesen. Damit soll dem massiven Rückgang der Insekten-Population entgegengewirkt werden. Auf einer richtig angelegten Blühwiese können sich bis zu 30 Blumensorten finden. Fachgerecht zusammengestellte Mischungen gibt es inzwischen zu Hauf im Handel. Und auch die öffentliche Hand hat seit längerem erkannt, dass die Anlage solcher Flächen in vielerlei Hinsicht Sinn macht.

Wilde Blühwiesen bieten dem Menschen einen wunderschönen Anblick und Insekten ein Festmahl. Foto: Thorsten Wolf
Sie ist für viele die Königin der Blumen, die Rose, die es in den unterschiedlichsten Formen und Farben gibt. Foto: Thorsten Wolf

So wurde im Februar im Bexbacher Saarpfalz-Park ein entsprechendes Projekt gestartet (wir berichteten). Auch Landwirte und private Akteure sind damit befasst, den Lebensraum von Insekten mit solchen Anpflanzungen wieder attraktiver zu machen. Von solchen Initiativen haben dabei nicht nur Bienen, Hummeln und Co etwas, denn: „Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen, zusammenstehen, kann niemals ein Bild der Disharmonie entstehen.“ Da hatte er recht, der Maler Vincent van Gogh. Auch er hatte in seinem künstlerischen Leben immer wieder die Blume in den Fokus seines Schaffens gerückt, mal die Rose, mal die Pfirsichblüte, mal das Mohnfeld. Man kann sich diesen Schönheiten eben nur schwer entziehen – aber warum sollte man auch?