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Als die Frauen höchstens zur Gartenarbeit Hosen trugen

Als die Frauen höchstens zur Gartenarbeit Hosen trugen

Limbach. Das Lied vom Egon, in den die Sängerin so verliebt war, dass sie ein Glas zu viel getrunken hat - ja, daran konnte sich die Chronistin sofort erinnern. Als Kind hat sie diesen Ohrwurm geträllert. Wieder hören kann man ihn ab 1. März beim Besuch des neuen Programms von Margret Gampper

Limbach. Das Lied vom Egon, in den die Sängerin so verliebt war, dass sie ein Glas zu viel getrunken hat - ja, daran konnte sich die Chronistin sofort erinnern. Als Kind hat sie diesen Ohrwurm geträllert. Wieder hören kann man ihn ab 1. März beim Besuch des neuen Programms von Margret Gampper. Zusammen mit ihrem Partner, dem Pianisten Bernd Möhl, plauderte sie jetzt im Gespräch mit der SZ aus dem Nähkästchen oder besser, am Nierentisch. Denn so heißt das neue Programm: "Fein oder nicht fein - Plaudereien am Nierentisch", mit dem sie auch nach Limbach kommt. Und damit weiß man schon genau, um welche Zeit sich Lieder und Texte drehen werden. Es ist die Zeit der goldenen 1950er Jahre. Die Zeit, als die Frauen alles andere als rebellisch waren und Hosen höchstens zur Gartenarbeit trugen. "Wer von Nonnen unterrichtet wurde, der kann ein Lied davon singen", erzählt die Schauspielerin und Chansonette und erinnert sich daran, wie die Hose vorm Schulgebäude schnell hochgewickelt und der Rock darüber gestülpt wurde. In 15 Chansons erinnert Gampper in ihrem neuen Programm an diese Zeit. Mit zu Grunde gelegt für die Plaudereien rund um die Chansons wurden das "Handbuch für die gute Ehefrau" aus den 1950ern - ein Machwerk, dass die Damenwelt heute im günstigsten Falle schmunzeln lässt - und das Benimmbuch der Protokollführerin von Bundeskanzler Adenauer, Erika Pappritz, nach dem sich heute lieber niemand mehr richten müssen möchte. In lockerem Dialog, so Gampper, werden sie und Möhl das Programm erarbeiten. Den Feinschliff, sprich die Regie, hat wie immer Ela Otto gemacht. Neu wird sein, dass Möhl nicht nur am Klavier sitzt, sondern mitplaudert, sozusagen die Stichworte liefert, hinterfragt, nachfragt und so zu Texten und Chansons hinleitet. Die Idee kam den beiden schon vor fünf Jahren. Da gaben die ersten Lieder ("Kuckucksnest" und "Ach Mama") den Ausschlag. Dann entstand nach und nach das jetzige Programm. "Erst mal viel zu lang alles, da musste Ela Otto ran." So im November, Dezember war es dann amtlich. Seitdem wird zwei- bis drei Mal pro Woche geprobt. Dieses Jahr kommt nichts Neues mehr", ist Gampper selbst (fast) wunschlos glücklich. Chansons, die würde sie schon gerne mal singen, gesteht sie auf die Frage, was denn noch an Wünschen bleibt. "Aber da gibt es so viele Interpreten, und so viele, die das besser machen als ich." Und Bernd Möhl ist erst recht wunschfrei. "Das hier ist ja für mich auch was Neues, das reicht erstmal." Und dabei sparen die beiden engagierten Künstler nicht mit gegenseitigem Lob. ji

Auf einen Blick"Fein oder nicht fein": Unter diesem Motto steht der Chanson- und Kabarettabend mit Margret Gampper, zu dem der Förderverein Limbacher Mühle am Freitag, 13. März, einlädt. Beginn ist um 20 Uhr, Eintrittskarten gibt es ab sofort unter Tel. (06841) 899 45 bei Uwe Oldenburg und an der Abendkasse. Premiere ist bereits am Sonntag, 1. März, 18 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses Spiesen-Elversberg. Karten: Tel. (06821) 79 10, oder an der Abendkasse zu acht Euro. red