Abitur-Angebot wurde angenommen

200 Kinder werden im Raum Homburg, Bexbach und Kirkel zu einer Gemeinschaftsschule überwechseln. Das sind 88 Kinder weniger als die drei Homburger Gymnasien zusammen für sich verbuchen. Dennoch erkennen die Schulleiterinnen eine Trendwende: Das Abitur-Angebot der Geminschaftsschulen ist bei den Eltern angekommen.

Es gibt Kinder, die lernen schnell, andere brauchen etwas mehr Zeit. Nicht jedes Kind ist im Alter von zehn Jahren schon so reif, dass seine schulischen Leistungen für die kommenden acht Jahre vorausplanbar wären. Deshalb hat die Landesregierung entschieden, dass erstmals seit diesem Jahr allen Kindern, auch an den Gemeinschaftsschulen , der Weg zum Abitur in neun Jahren offen steht.

"Ich denke, diese Neuerung ist bei den Eltern angekommen", betont Sabine Bleyer, die Leiterin der Gemeinschaftsschule an der Sandrennbahn in Homburg. Das sehe sie daran, dass viele Kinder trotz einer Gymnasialempfehlung an ihrer Schule angemeldet worden seien. Eine Empfehlung bedeute für die Eltern also nicht mehr, ,,dass der Weg automatisch ans Gymnasium führt, sondern, dass man den Kindern auch mal mehr Zeit lassen möchte."

Sie ist zufrieden mit den 43 Anmeldungen an ihrer Schule, "das ergibt zwei stabile Klassen". Sie habe bereits gewusst, dass dieser Jahrgang schwach würde: "Es gab in unserem Einzugsgebiet ohnehin nur 100 Kinder zu verteilen, da ist es ein schönes Signal für uns, dass wir 43 Kinder bekommen haben." Sie freut sich aufs kommende Schuljahr: "Die Kinder haben tolle Möglichkeiten bei uns, wir sind sehr gut aufgestellt".

Die Gemeinschaftsschule Kirkel am Standort Limbach hat in diesem Jahr 43 Anmeldungen bekommen, das ist im Rahmen des Gewohnten: "Wir schwanken immer um die Zahl 40. Mal sind es über 40 Kinder, mal liegt die Anzahl knapp darunter", sagt Schulleiterin Ursula Luckscheiter.

Sie bekommt, wie auch in den Jahren davor, "zwei stabile Klassen, damit sind wir zufrieden." Auch sie hat beobachtet, dass die Eltern das Abitur-Angebot der Gemeinschaftsschulen angenommen haben: "Ein Drittel unserer Kinder haben eine Empfehlung fürs Gymnasium, das freut uns besonders."

Das größte Stück vom Gemeinschaftsschulen-Kuchen bekam auch in diesem Jahr wieder die Galileo-Schule in Bexbach ab. "Wir haben 68 Anmeldungen", erklärt Schulleiterin Gaby Schwartz. Die Galileo-Schule bekomme im neuen Schuljahr auch wieder drei Klassen und habe damit ihr Ziel erreicht.

Barbara Neumann, Leiterin der Robert-Bosch-Gemeinschaftsschule, hat 46 Anmeldungen, "aber dabei wird es nicht bleiben, wir bekommen bestimmt noch ein paar Kinder hinzu". Sie hofft, dass es am Ende für ihre Schule auf drei Klassen hinauslaufen möge: "Dann hätten wir eine gute Ausgangsbasis." Bei ihr ist ein deutlicher Trend zur Nachmittagsbetreuung zu beobachten: "Wir bieten Halbtags- und Ganztagsplätze an. Von den 46 Neuanmeldungen haben sich 28 Eltern für die Ganztagsschule entschieden." Diese biete bis 16 Uhr regulären Unterricht oder Arbeitsgemeinschaften an.

Insgesamt betrachtet, besuchen in diesem Jahr 200 von 488 Fünftklässlern aus dem Raum Homburg, Bexbach und Kirkel eine Gemeinschaftsschule, das sind rund 41 Prozent. Im Vorjahr waren es 236 von 550 Kindern - und damit 42 Prozent. Weit über die Hälfte der Kinder eines Jahrgangs (59 %) favorisieren das Gymnasium.

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